Innovation und Konzepte
| Leitung: | Unterabteilungsleiter DI Helmut SERRO | |
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| Adresse: | Flatschacher Straße 70, 9020 Klagenfurt am Wörthersee | |
| E-Mail Adresse: | abt8.post@ktn.gv.at | |
| Fax: | 050 536-18200 | |
| Name | Funktion Zuständigkeit |
Tel. / Mobil / Fax | Stock/Zi. Hausplan |
Detail | |
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| SERRO Helmut, DI |
Unterabteilungsleiter Nachhaltigkeit, Strategische Umweltprüfung, EU-Projekte |
Tel.: Mobil: Fax: |
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2 / 229 | |
| LACHOWITZ Sonja |
Sekretariat |
Tel.: Fax: |
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2 / 227 | |
| SPEISER Iris |
Sachbearbeiterin EU-Projekte |
Tel.: Fax: |
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1 / 164 | |
| WOLSCHNER Gisela, DI |
Sachgebietsleiterin Strategische Umweltprüfung |
Tel.: Mobil: Fax: |
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- EU - Umweltprojekte
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Nachhaltigkeit
Im Jahr 1998 wurde vom Kollegium der Kärntner Landesregierung das Entwicklungsleitbild Zukunft Kärnten beschlossen, das sich die Nachhaltigkeit zum zentralen Ziel gemacht hat.
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Alpen-Länder wie Kärnten zählen zu den ökologisch sensibelsten Gebieten in Europa. Dem nachhaltigen Schutz der Alpenregionen und ihrer wertvollen Ressourcen muss daher größtes Augenmerk geschenkt werden. Die Themen Luft, Wasser und Verkehr sind dabei von besonderer Bedeutung. Ziel ist es, den Schutz der Alpen als Lebens- und Natur-, aber auch als Wirtschaftsraum, für die dort lebende Bevölkerung weiter zu stärken. Dabei geht es um die schmale Gratwanderung eines nachhaltigen Interessensausgleichs zwischen Ökologie und Ökonomie.
Einen Schwerpunkt dazu bildet das Ökoland Kärnten, dessen Idee darauf beruht, die hohe Qualität der natürlichen Ressourcen Kärntens zu bewahren, sie als Wettbewerbsfaktor zu nutzen und gleichzeitig zu wettbewerbsfähigen Produkten zu machen. Der Agenda 21- Prozess auf lokaler Ebene mit dem Zusammenspiel zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft und dem dafür notwendigen Netzwerk ist ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitspolitik. Dabei geht es vor allem um den Einklang zwischen Ökologie und Ökonomie und das Ziel, eine saubere Umwelt und eine hohe Lebensqualität zu bewahren. Unsere Umwelt und Naturlandschaft stellt ein wertvolles Kapital für die Zukunft dar und verdient den bestmöglichen Schutz. Investitionen in die Umwelt sind Investitionen in die Zukunft, die zeigen, dass auch die Wirtschaft mit „grünen Maßnahmen“ in der Lage ist, „schwarze Zahlen“ zu schreiben und Ökologie und Ökonomie nicht zwangsläufig Gegensätze sein müssen.
Bereits in der Vergangenheit wurde vieles getan. So unter anderem in der Wasser- und Holzwirtschaft und bei den erneuerbaren Energien. Informations- und Schulungskampagnen zur verstärkten Nutzung der Solarenergie gehören hier ebenso dazu wie die nachhaltige Sicherung der Kärntner Trinkwasserreserven durch die Kärntner Wasserstiftung und die Erhaltung der Trinkwasserqualität der Kärntner Badeseen.
Fast der gesamte Wasserhaushalt in unseren Breiten hat seinen Ursprung in den Alpen. Daher ist das Thema Wasser ein besonders sensibles. Der Bogen spannt sich dabei von der Trinkwasserversorgung über die Abwasserproblematik bis hin zur energetischen Nutzung der Wasserkraft. Hier das richtige Maß zwischen „schützen“ und „nützen“ zu finden, ist eine der großen Herausforderungen einer nachhaltigen Umweltpolitik.
Das Bundesland Kärnten ist punkto Gewässergüte führend in Europa, wie die EU in ihrem jährlichen Untersuchungsbericht zum Gütezustand der europäischen Seen feststellt. Die Sauberkeit unserer Seen und Fließgewässer gab es aber nicht zum Nulltarif. Vorangegangen sind Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit großem finanziellem Aufwand der Bau sogenannter Ringkanalisationen entlang der Seen. Nachhaltiges Handeln im Hinblick auf die Zukunft künftiger Generationen hat so gesehen in Kärnten bereits eine jahrzehntelange Tradition und wurde bereits praktiziert, als der heute so inflationär gebrauchte Begriff Nachhaltigkeit für weite Teile der Gesellschaft noch ein Fremdwort war. Was damals geschaffen wurde bedeutet bis heute Nachhaltigkeit für Umwelt und Natur sowie Fremdenverkehr und Wirtschaft und damit für die Lebensgrundlagen der Menschen und die Entwicklung der betroffenen Regionen.
Die nachhaltige Umweltpolitik in Kärnten ist heute auf einem sehr guten Weg. Das gilt für die Luftreinhaltung, beste Wasserqualität, die Lösung der wesentlichen Abfall- und Abwasserfragen und den Bodenschutz. Im Öko-Energiebereich zeigt Kärnten, wie es geht: Während die EU im März 2007 die Anhebung des Anteils an der erneuerbaren Energie in Europa von derzeit sechs auf 20 Prozent bis zum Jahr 2020 beschlossen hat, liegt dieser Wert in Kärnten bereits heute bei 42 Prozent. Im Österreichschnitt sind es 23, weltweit gar nur drei Prozent. Maßnahmen wie die Ökologisierung der Wohnbauförderung und die Umsetzung der Kärntner Energieleitlinien auf Landes- und Gemeindeebene tragen dabei wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung in Kärnten bei.
Das Potential der Ökowirtschaft Kärnten hat sich auf Grund des hohen technologischen Know-hows seiner Unternehmen und der großen Erfahrungen zu einem echten Schwerpunkt der Kärntner Wirtschaft entwickelt. Derzeit wird in Kärnten am Öko-Energiesektor von über 130 Betrieben mit mehr als 5.000 Beschäftigten ein Branchenumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Alleine bei Solarkollektoren stammen über 70 Prozent der österreichweiten Produktion aus Kärnten.
„Ressourceneffizienz“ heißt der ist hier der Lösungsansatz, der die früheren Gegensätze Wirtschaft und Umwelt zusammenfasst und es möglich macht, von einem „Wirtschaftsfaktor Umweltschutz“ zu sprechen. Aber Vorsicht: Betrachtet man die weltweit ungehemmte Ausbeutung von Natur und Rohstoffen, so haben sich zwar vor allem die reichen Industriestaaten die Erde Untertan gemacht, sie haben aber vielfach darauf vergessen, ihr auch zu dienen. Angesichts der düsteren Prognosen zu Erderwärmung und Klimaveränderung haben vor allem die Staaten der Europäischen Union begonnen, die Reißleine Richtung eines ökologischen und ökonomischen Umdenkens zu ziehen. Denn Umwelteinflüsse kennen keine Grenzen. Und werden Rohstoffe, Wasser und Nahrungsmittel knapp, führt das zwangsläufig zu sozialen und in der Folge politischen Spannungen.
Daher dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass auf heimischer Ebene unsere intensiven Investitionen in Maßnahmen zur Luft-, Boden- und Gewässerreinhaltung auf Dauer nur dann nachhaltigen Erfolghaben werden, wenn wir gleichzeitig darauf achten, dass zur Befriedigung unserer Lebensgewohnheiten nicht anderenorts Regenwälder vernichtet, Flüsse ökologisch ruiniert und die Luft mit Schadstoffen belastet wird. Genannt sei hier als Beispiel nur die Diskussion über die Produktion von Biosprit auf Kosten von Nahrungsmittel-Anbauflächen – quasi unter dem Motto „Leere Mägen für volle Tanks“.
Einen zentralen Schwerpunkt einer effizienten Nachhaltigkeitspolitik in den Alpen muss das Thema Verkehr spielen. Gerade die Beckengebiete mit speziell im Winter bei Inversionswetterlagen relativ schlechter natürlicher Durchlüftung leiden stark unter verkehrsbedingten Feinstaub-, CO2-, NOx- und Ozonbelastungen. Und das vor dem Hintergrund, dass der Alpen überquerende Verkehr in den vergangenen Jahren um fast 40 Prozent zugenommen hat. Der Gütertransit hat sich sogar verdreifacht, Tendenz nach der EU-Erweiterung auf 27 Mitgliedsstaaten sprunghaft steigend. Hier wird neben lokalen Maßnahmen Gesamteuropa gefordert sein, Lösungen zu finden – zum nachhaltigen Schutz der Natur und zum Schutz der Menschen. Um am Verkehrssektor den steigenden Energiepreisen und dem massiven Schadstoffbelastungen entgegen zu wirken, wird die e-Mobilität in Kärnten maßgeblich gefördert.
Das Zusammenwirken von Alt und Jung, eine gemeinsame Zukunft der Generationen sowie lebenslanges Lernen bilden die Basis für eine nachhaltige Bevölkerungsstruktur und ein soziales Zusammenleben. All dies zeigt, dass Nachhaltigkeit in Kärnten kein starres Gebilde ist. Viele Menschen arbeiten konsequent daran, dass die Ressourcen Kärntens optimal genutzt werden.
