Pilze und ihr Schutz in Kärnten


Protezione dei funghi in Carinzia
Pilzverordnung des Landes Kärnten
Pilzinformationen im Internet


Pilze sind ein Teil der Lebensgemeinschaft Wald und haben ein besonders waldverbundenes Ernährungssystem. Durch die Pilzverordnung werden jene Pilze, deren Bestand gefährdet ist, einem besonderen Schutz unterworfen. Gleichzeitig wird mit dieser Regelung auch die Erhaltung eines ausgeglichenen Naturhaushaltes angestrebt.


Die in Kärnten geltende Pilzverordnung, idgF LGBl. Nr. 31/1991, LGBl. Nr. 73/2010, enthält Bestimmungen über

a) teilweise geschützte Pilze
b) vollkommen geschützte Pilze

So bekannte Speisepilze, wie das Eierschwammerl, verschiedene Steinpilzarten,  die Speisemorchel, der Riesenbovist und andere, zählen nach der Kärntner Pilzverordnung zu den teilweise geschützten Pilzen. Oberirdische Teile dieser Pilze dürfen in der Zeit vom 15. Juni bis 30. September nur von 07.00 Uhr bis 18.00 Uhr und nur in einer Gesamtmenge von höchstens 2 kg pro Person und Tag von ihrem Standort entfernt werden.

Zum Schutz des Nachwuchses der Pilze ist zu beachten, dass die Entnahme von Pilzen unter 2 cm Größe sowie alter Fruchtkörper verboten ist. Das Einsetzen von Harken, Hacken, Rechen und Gegenständen, welche die humushaltige Bodenschicht zerstören könnten, ist verboten. Die gesammelten Pilze sind am Fundort grob zu säubern.

Vollkommen geschützte Pilze, wie einige Röhrlingsarten, der weiße Birkenpilz oder der Moorbovist, dürfen weder ausgegraben, von ihrem Standort entfernt, beschädigt oder vernichtet, noch in frischem oder getrockneten Zustand erworben, weitergegeben, befördert oder feilgeboten werden.

Durch die Bestimmungen der Pilzverordnung werden die Eigentumsrechte nicht berührt. So kann der Waldeigentümer das Sammeln von Pilzen in erkennbarer Weise, zB durch entsprechende Hinweistafeln, untersagen und bei Zuwiderhandeln die Mittel des zivilrechtlichen Besitzschutzes in Anspruch nehmen. Auch das Sammeln von bis zu 2 kg pro Person und Tag muss vom Grundeigentümer nicht geduldet werden.

Übertretungen der Pilzverordnung sind nach dem Kärntner Naturschutzgesetz strafbar.


Teilweise geschützte Pilze sind:
Steinpilz, Herrenpilz, Fichten-Steinpilz (Boletus edulis) Sommersteinpilz (Boletus aestivalis)
Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus)
Föhrenrotkappe, Fuchsrotkappe (Leccinum vulpinum)
Elfenbeinröhrling (Suillus placidus)
Schmarotzerröhrling (Suillus parasiticus)
Erlengrübling (Gyrodon lividus)
Rosenroter Schmierling (Gomphidius roseus)
Zierlicher Schmierling (Gomphidius gracilis)
Eierschwamm (Cantharellus cibarius)
Starkriechender Pfifferling, Gelber Trompetenpfifferling
(Cantharellus aurora)
Schweinsohr (Gomphus clavatus)
Eichhase, Ästiger Büschelporling (Dendropolyporus umbellatus)
Klapperschwamm (Gifola frondosa)
Russgrauer Porling (Boletopsis leucomelaena) Ziegenfußporling (Albatrellus pes-caprae)
Stachelbärte (Hericium, Creolophus) alle Arten Riesenbovist (Calvatia gigantea)
Graubrauner Schneckling (Hygrophorus camarophyllus) Schwarzfaseriger Schneckling (Hygrophorus atramentosus) Seidiger Ritterling (Tricholoma columbetta)
Rötlinge (Entoloma) alle Arten
Üppiger Träuschling (Stropharia hornemannii)
Gold-Täubling (Russula aurea)
Brätling (Lactarius volemus)
Speisemorchel (Morchella esculenta)
Spitzmorchel (Morchella elata) alle Variationen
Käppchenmorchel (Morchella gigas)
Böhmische Verpel, Runzelverpel (Verpa bohemica) Morchelbecherling (Disciotis venosa)


Vollkommen geschützte Pilze

Vollkommen geschützte Pilze unterliegen einem generellen Schutz. Sie dürfen weder von ihrem Standort entfernt oder ausgegraben, noch beschädigt oder vernichtet werden.
Auch der Erwerb in frischem oder getrocknetem Zustand ist verboten. Dies gilt auch für die Weitergabe, Beförderung oder das Feilbieten dieser Pilzarten.

Vollkommen geschütze Pilze sind:
Düsterer Röhrling, Porphyrröhrling (Porphyrellus porphyrosporus)
Strubbelkopf, Schwarzer Schuppenröhrling (Strobilomyces strobilaceus)
Schwarzhütiger Steinpilz, Bronzeröhrling (Boletus aereus) Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus) Sommer-Röhrling, Silberröhrling (Boletus fechtneri) Fahler Röhrling (Boletus impolitus)
Schwarzblauender Röhrling (Boletus pulverulentus) Glattstieliger Hexenröhrling (Boletus queletii) Königsröhrling (Boletus regius)
Dunkler Purpurröhrling (Boletus rhodopurpureus) Blasshütiger Purpurröhrling (Boletus rhodoxanthus) Weinroter Purpurröhrling (Boletus rubrosanguineus) Satansröhrling (Boletus satanas)
Hasenröhrling, Zimtröhrling (Gyroporus castaneus) Kornblumenröhrling (Gyroporus cyanescens)
Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinum crocipodium) Pappelröhrling, Härtlicher Birkenröhrling (Leccinum duriusculum)
Weißer Birkenpilz, Moorbirkenpilz (Leccinum holopus) Schwärzlicher Birkenpilz (Leccinum melaneum) Eichenrotkappe (Leccinum quercinum)
Europäisches Goldblatt (Phylloporus pelletieri) Goldporiger Röhrling (Pulveroboletus gentilis) Nadelholzröhrling (Pulveroboletus lignicola) Moorröhrling, Blaßgelber Röhrling (Suillus flavidus) Beringter Zirbenröhrling (Suillus sibiricus)
Mährischer Filzröhrling (Xerocomus moravicus)
Blutroter Röhrling (Xerocomus rubellus)
Braunschwarzer Lackporling (Ganoderma carnosum)
Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum)
Kupferroter Lackporling (Ganoderma pfeifferi)
Lärchenschwamm (Laricifomes officinalis)
Ochsenzunge (Fistulina hepatica)
Samtiger Leistling, Samtpfifferling (Cantharellus friesii)
Erdsterne (Geastrum) alle Arten
Scharlachroter Gitterling (Clathus ruber)
Erbsenstreuling (Pisolithus arhizius)
Moorbovist (Bovista paludosa)
Stielboviste (Tulostoma) alle Arten
Saftlinge (Hygrocybe) alle Arten
Krokodilritterling (Tricholoma caligatum)
Hartpilz, Wurzelmöhrling (Catathelasma imperiale)
Kaiserling (Amanita caesarea)
Eierwulstling (Amanita ovoidea)
Südlicher Ackerling (Agrocybe cylindrica)
Schleiereule (Cortinarius praestans)
Glockenverpel, Fingerhutverpel (Verpa conica)
Leuchtender Prachtbecher (Caloscypha fulgens)
Erdzungen (Trichoglossum, Microglossum, Geoglossum) alle Arten Trüffel (Tuber, Choiromyces, Terfezia, Balsamia) alle Arten

Anmerkung:
Beim Sammeln von Pilzen sind aber auch sonstige Rechtsvorschriften, insbesondere die Beschränkungen des Forstgesetzes zu beachten. Nach dem Forstgesetz begeht eine Verwaltungsübertretung, wer sich unbefugt Pilze in einer Menge von mehr als zwei Kilogramm pro Tag aneignet.