
Blick in die Vergangenheit und Gegenwart
LH Dörfler, LHStv. Kaiser bei Eröffnung der Sonderaustellung "Die Bosniaken" kommen – Würdigung der Arbeit Valentin Inzkos für Bosnien-Herzegowina
16.05.2010
Im Kötschach-Mauthener Rathaus wurde gestern, Samstag, die Sonderausstellung "Die Bosniaken kommen" feierlich eröffnet. Dem Festakt wohnten seitens des Landes auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser bei. Eröffnet wurde die Sonderausstellung vom Hohen Repräsentanten der EU in Bosnien-Herzegowina, Botschafter Valentin Inzko. In ihren Grußworten gingen Dörfler und Kaiser auf Geschichtliches ebenso ein, wie auf die Gegenwart und die Rolle Inzkos in Bosnien-Herzegowina.
Der Landeshauptmann thematisierte die einst heiß umkämpfte Grenze am Plöckenpass, die in weiterer Folge durch ihre Friedenswege bekannt wurde. "Der Friede mit unserem benachbarten Italienern funktioniert, wie die guten Beziehungen zu den Nachbarregionen beweisen“, sagte er. Dörfler dankte auch den Dolomitenfreunden für ihre zahlreichen Ausstellungen am Plöckenpass und im Museum 1915-1918 in Kötschach-Mauthen. "Es ist gut, dass die Dolomitenfreunde auch Rückschau mit solchen Sonderausstellungen halten. Aus vielen Blättern der Geschichte entstand eine Ausstellung, die auch ein wichtiger Beitrag für die Zukunft ist“, betonte er. Valentin Inzko dankte er für seinen Friedensbeitrag in Bosnien-Herzegowina, und richtete gleichzeitig einen Appell an alle politischen Verantwortungsträger: "Trotz mancher Differenzen, die da und dort auftreten, sollten wir im Europa von heute Friedensbauherren sein."
"Man muss die Geschichte kennen um in der Gegenwart Lehren für die Zukunft zu ziehen. Viele Völker Europas haben ihre Lektion aus der Geschichte gelernt. Diese Sonderausstellung eignet sich dafür", stellte Kaiser fest. Der Landeshauptmannstellvertreter erinnerte auch an den Österreichischen Staatsvertrag, der vor 55 Jahren am 15. Mai unterzeichnet wurde. "Er brachte Österreich Frieden und Freiheit. Auch in der Gegenwart gibt es das Bemühen vieler Europäer in ihrer Region für Frieden zu sorgen“ dankte er Inzko für sein Engagement in Bosnien-Herzegowina. Es mache ihn stolz, dass Inzko diese Aufgabe im Namen der internationalen Gemeinschaft übernommen habe, damit Recht und Frieden wieder eine Chance haben.
Inzko beleuchtete die Lage Bosniens von seiner Annexion bis zum ersten Weltkrieg ebenso wie die der Gegenwart, und brachte einige Beispiele. Die Bosniaken seien besonders tapfere Soldaten gewesen, der ehemalige Bundespräsident Adolf Schärf hätte einst in einem Bosniaken-Regiment gedient und Bosnien hatte bereits zur Zeit der Monarchie ein Grundbuch und eine Straßenbahn, blickte er in die Vergangenheit zurück.
Im Bezug auf die Gegenwart nannte er das Eintreten des ehemaligen österreichischen Außenministers Alois Mock für die Unabhängigkeit Bosniens, erinnerte daran, das Bosnien zwei Nobelpreisträger habe, und das 300 österreichische Soldaten ab Juli 2010 als Friedenstruppe im Land stationiert sein werden. Zu einer EU-Erweiterung meinte der Diplomat, dass sie für die Bosnier eine "Vollendung" wäre.
In dreifacher Funktion trat Kärntens Militärkommandant Brigadier Gunther Spath auf. Mit launigen und pointierten Worten beschrieb er seine Funktion als Vertreter von Verteidigungsminister Norbert Darabos, als Militärkommandant Kärntens und als Präsident des Vereins der Dolomitenfreunde. Mit der Ausstellung werde die europäische und österreichische Geschichte ins Gedächtnis gerufen. Gleichzeitig richte sich die Botschaft der Ausstellung auch an die Balkanvölker, unter denen es heute noch Zwist und Hader gäbe. "Vielleicht gelingt es auch dort in absehbarer Zeit Friedenswege, wie am Plöckenpass, zu errichten“, sagte Spath.
Bürgermeister Walter Hartlieb dankte dem Verein der Dolomitenfreunde für die Aufarbeitung der Geschichte im Freilichtmuseum Plöckenpass und im Rathausmuseum mit ihren regelmäßigen Sonderausstellungen.
Über die Ausstellung informierten die Kuratoren Erwin A. Schmidl und Christoph Neumayer. Sie gibt auf rund 300 Quadratmetern einen Überblick über die Bosniaken in der österreichisch-ungarischen Armee und ihre militärhistorische Vergangenheit. Der thematische Bogen reicht von den politischen und militärischen Hintergründen der Okkupation 1878 über die Annexion bis zum Ende des 1. Weltkrieges und das "Nachleben".
An der Eröffnung nahm unter anderem auch der Bosnische Botschafter in Österreich, Haris Hrle, LAbg. Sigmund Astner, Bezirkshauptmann Heinz Pansi, Dolomitenfreunde Obfrau Gabi Schaumann, Museumskustodin Karin Schmid und die Militärmusik Kärnten teil.
I N FO: Die Ausstellung läuft bis 15. Oktober 2010; www.dolomitenfreunde.at; museum@dolomitenfreunde.at
Rückfragehinweis: Büro LH Dörfler, LHStv. Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Schwarzinger
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