Unterwegs in Kärnten

Premiere der Troerinnen im Klagenfurter Burghof

13.06.2019
H Kaiser und LHStv.in Schaunig wohnten Premiere des Stückes von Jean Paul Sartre bei


Klagenfurt (LPD). Gestern, Mittwoch, feierte „Die Troerinnen“ des großen klassischen griechischen Dramatikers Euripides in der Neubearbeitung von Jean Paul Sartre seine Premiere in Klagenfurt. Für die Inszenierung des Stücks zeichnet das Theater Wolkenflug unter der Leitung von Ute Liepold und Bernd Liepold-Mosser verantwortlich.


Landeshauptmann und Kulturreferent Peter Kaiser sagte im Vorfeld der Premiere, der Klagenfurter Burghof habe sich in der letzten Zeit mit verschiedensten Angeboten zu einem natürlichen Treffpunkt für Kärntner Kulturinteressierte entwickelt. Durch die Neubearbeitung des Stückes von Euripides habe Jean Paul Sartre seine Stimme gegen die Kriegsentwicklungen in Algerien und Vietnam erhoben. Dies gipfelte in seiner Ablehnung des ihm zuerkannten Literaturnobelpreises. „Maßnahmen gegen Krieg sind die einzig richtigen und wir sollten diese Kassandrarufe immer ernst nehmen“, so Kaiser.


„Die Troerinnen“ des Euripides wurde 1964 von Jean Paul Sartre szenisch neubearbeitet. Durch sein humanitäres Engagement gegen den Algerien- und Vietnam-Krieg wurde Sartre zu einem „öffentlichen Weltgewissen“, seine Interpretation des antiken Stoffes hat bis heute anhaltende Bedeutung. Sartre übertrug Stoff und Sprache in seine Gegenwart und übernahm ebenso die ursprüngliche Rollenverteilung, die Trojas Frauen die Schrecken des Krieges und des Kolonialismus anprangern und vergeblich Vernunft und Menschlichkeit einmahnen lässt. Sartres Verurteilung des Krieges im Allgemeinen und der Kolonialisierungsexpeditionen des Westens im Besonderen deckt sich mit dem ursprünglichen Text und der darin enthaltenen politischen Botschaft des Euripides.


Mehr Informationen zur Inszenierung und Spielterminen finden sich unter http://www.wolkenflug.at




Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Fabian Rauber
Fotohinweis: Theater Wolkenflug