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Dialogforum: Konsensfähigkeit und Dialogbereitschaft einen Kärnten

05.11.2019
LH Kaiser lud zum Dialogforum - Gemeinsames und Dialog im Vordergrund bei Carinthija 2020 - Kulturwoche erstmals als Veranstaltungsreihe - Konsens über Erhalt der zweisprachigen Gerichtsstandorte


Klagenfurt (LPD). Ganz im Zeichen eines gemeinsamen Vorgehens und im wahrsten Sinne des Wortes, des Dialoges, stand heute, Dienstag, das Dialogforum, zu dem Landeshauptmann Peter Kaiser lud. Im Vordergrund der Sitzung standen die Feierlichkeiten anlässlich der 100jährigen Volksabstimmung im nächsten Jahr. Der Landeshauptmann betonte im Zuge eines Statusberichtes zu Carinthija 2020, dass dieses Gedenken nur im gemeinsamen Dialog und als geeintes Kärnten, das in die Zukunft blickt, gefeiert werden könne. Die Vorbereitungen laufen laut Kaiser auf Hochtouren, erst jüngst wurden 16 innovative Schulprojekte in der Landesregierung mit einem Budget von 70.000 Euro beschlossen.

"Wir wollen nicht nur unserer Geschichte und der Menschen, die sie für unsere Heimat geschrieben haben, gedenken. Wir wollen die Gegenwart und vor allem die Zukunft unseres Landes Teil sämtlicher Veranstaltungsreihen sein lassen. Wir wollen der jungen Generation ebenso Plattform und Öffentlichkeit bieten wie der Volksgruppe, den Traditionsvereinen oder den zweisprachigen Vereinen, sich zu gesellschaftspolitischen Themen, zur Heimatgeschichte, zur Zukunft, wie sie sie sehen, zu äußern", betonte Kaiser im heurigen Dialogforum.

Als klares Bekenntnis zur Zweisprachigkeit in Kärnten und zur Volksgruppe sei nicht nur die Verankerung in der Landesverfassung zu sehen. Auch der Bericht der Landesregierung zur Lage der slowenischen Volksgruppe in Kärnten werde seit dem Vorjahr in deutscher und slowenischer Sprache verfasst. Der Bericht zur Lage der slowenischen Volksgruppe in Kärnten ist unter www.ktn.gv.at/volksgruppen abrufbar. "Wir haben es über die Jahre geschafft: Wir haben das Gemeinsame vor das Trennende gestellt. Der Bericht befasst sich u. a. mit der Umsetzung von nationalem und internationalem Volksgruppenrecht, liefert statistische Daten aus den Bereichen Kinderbetreuung, Bildung, slowenische Musikschule/Glasbena šola, Kultur- und Sportförderung und beschreibt die Aufgaben, Angebote und Veranstaltungen des Volksgruppenbüros. Eindrucksvoll wird mit diesem Bericht die Vielfalt bewusst", fasste Kaiser zusammen.

Aber nicht nur der aktuelle Status zu den Vorbereitungen für die Veranstaltungsreihe anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Volksabstimmung waren heute Thema. Es ging auch um den 30. Europäischen Volksgruppenkongress, der heuer von 13. bis 15. November unter dem Motto "Perspektiven-Wandel: Vom Konflikt über den Dialog zum Konsens" stattfindet.

Kaiser verwies darauf, dass er wohl als einziges Gründungsmitglied des Volksgruppenbüros, das vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, noch im "aktiven Dienst" an der gemeinsamen Sache arbeite. LH Kaiser knüpfte seine "Geburtstagswünsche" umgehend an das Versprechen, die gute und erfolgreiche Arbeit auch weiterhin kooperierend zu begleiten.
Inhaltlich verwies Kaiser auf eine grundsätzliche Verbesserung des Arbeitsklimas, das in den letzten Jahren auch die Anerkennung der Volksgruppenvertreter gewonnen habe: Die im Dialogforum aufgeworfenen Problemfelder werden konsensual aufgearbeitet.

Der Europäische Volksgruppenkongress des Landes Kärnten wird seit 1990 vom Volksgruppenbüro organisiert und zählt wie die Kulturwoche/Kulturni teden zu einer der renommiertesten Veranstaltungen des Landes Kärnten. "Ziel des Kongresses ist es, aktuelle europäische Volksgruppenthemen mit Fachbeiträgen nationaler und internationaler Referenten zu beleuchten. Bis heute haben rund 450 nationale und internationale Expertinnen und Experten bei dieser Veranstaltungsreihe aus dem In- und Ausland teilgenommen", berichtete Kaiser.

Aber auch die Ausrichtung der Kulturwoche 2020 wurde im heutigen Dialogforum beleuchtet. "Diese wird erstmals als Veranstaltungsreihe gemeinsam mit den beiden slowenischen Kulturverbänden in Anlehnung an die Carinthija abgehalten werden", so Kaiser.

Einigkeit herrschte im Dialogforum auch, als es um das Thema zweisprachige Gerichtsstandorte ging. Ein kürzlich aufgetauchtes Reformpapier des Bundes stellt Standorte von Bezirksgerichten in Frage. Dem Wunsch des Globasnitzer Bürgermeisters Bernard Sadovnik, das Dialogforum möge bei der Bundesregierung eine deutliche Ablehnung der angedachten Aufhebung der drei zweisprachigen Bezirksgerichte Kärntens deponieren, stimmte Kaiser zu. Er selbst habe sowohl der Bundeskanzlerin als auch dem Justizminister und der Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz, Johanna Mikl-Leitner seine Bedenken und Einwände dagegen schriftlich dargelegt.

"Wir sind uns in diesem Gremium einig: die Standorte sind zu erhalten, wenn man die Zweisprachigkeit eines Landes ernst nimmt, wenn man die Belange der Volksgruppe ernst nimmt und wenn man die Thematik rund um den ländlichen Raum ernst nimmt", betonte Kaiser.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD Kärnten/Peter Just