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Kärnten zeigt, wie Inklusion geht

06.11.2019
LHStv.in Prettner: Kärnten wird als Best-Practice-Region anderen Bundesländern vorgestellt - Heute Treffen mit Tiroler Soziallandesrätin Fischer


Klagenfurt (LPD). Als zweites Bundesland nach der Steiermark hat sich Kärnten im November 2013 dazu bekannt, die "UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung" auf Landesebene bis zum Jahr 2020 umzusetzen. In der Folge wurden neun Leitlinien formuliert und diese mit mehr als 70 Einzelmaßnahmen "gefüllt". Seither werden diese Maßnahmen kontinuierlich umgesetzt - "und das vorbildlich, denn Kärnten bekommt immer wieder Anfragen aus anderen Bundesländern, die sich über unsere Best-Practice-Beispiele vor Ort ein Bild machen möchten", erklärt Sozialreferentin Beate Prettner.

Heute, Mittwoch, ist die Tiroler Soziallandesrätin Gabriele Fischer zu Gast in Kärnten. Sie zeigt sich vor allem interessiert an den Kärntner Modellen zur Beschäftigung für Menschen mit Behinderung sowie für Wohnkonzepte. "Im Bereich der Beschäftigung hat Kärnten etwa mit dem ‚Bistro Flitzer‘ ein vollkommen neues inklusives Projekt gestartet. Tatsächlich ist es das erste ‚Inklusive Kleinunternehmen‘, das ein Bundesland ins Leben gerufen hat. Bei diesem Projekt finden 18 Menschen mit Behinderung eine entgeltliche Beschäftigungsmöglichkeit. Sie beliefern die Mitarbeiter der Kärntner Landesregierung mit einem gesunden Jausenangebot", erklärt Prettner. Zudem unterstützt sie "Zero Project" - eine Initiative der Essl Foundation - seit drei Jahren intensiv: "Hierbei wird versucht, heimische Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu gewinnen", so Prettner.

Genauso, wie eine berufliche Tätigkeit eine große Rolle für ein selbstbestimmtes Leben spielt, tut dies auch die Wohnsituation. Daher hat Kärnten zur Leitlinie "Selbstbestimmt Wohnen" einen umfassenden Bedarf- und Entwicklungsplan erarbeitet: 20 Projekte sind bereits in Planung. Landesrätin Fischer stattet heute der bedarfsorientierten Wohnbegleitung "Am Mühlgang" sowie dem "Wohnverbund" in Villach einen Besuch ab.

"Besichtigungsanfragen aus anderen Bundesländern sind wohl ein vielsagender Beweis dafür, dass Kärnten in der Inklusion auf einem herzeigbaren Weg ist", sagt Prettner. Allerdings ist ihr auch bewusst: "Die mehr als erfreuliche Bilanz darf nicht über jene Herausforderungen hinwegtäuschen, die es noch zu bewältigen gilt." Mit 45 Prozent des Gesamtbudgets der Abteilung Soziales fließt der Löwenanteil in die Chancengleichheit bzw. Behindertenhilfe. Und das werde auch in Zukunft so bleiben.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Rauber