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Slowakischer Botschafter zollt Kärntens Aufholjagd Respekt

06.11.2019
LH Kaiser begrüßte slowakischen Botschafter Peter Misik in Kärnten - Kaiser und Misik einig: Klimafrage muss mehr gesamteuropäische, weniger nationale Frage sein - Wirtschaftswachstum und Klimaziele sind vereinbar


Klagenfurt (LPD). Zum ersten Mal war heute, Mittwoch, Peter Misik, der slowakische Botschafter, in Kärnten, obwohl schon sehr viele Gäste aus der Slowakei die Betten in Kärnten im Sommer und Winter füllen und zahlreiche Investoren aus der Slowakei in Kärnten tätig sind. Misik betonte bei seinem Antrittsbesuch dem Landeshauptmann gegenüber nicht nur die guten Beziehungen der Slowakei mit Österreich, sondern auch den beachtenswerten Aufholprozess, den Kärnten nach der Hypo/Heta-Krise starten konnte. So würden in der Slowakei alleine über 2.000 Investoren aus Österreich gezählt, die für über 40.000 Arbeitsplätze gesorgt haben.

"Es ist beeindruckend, wie sich Kärnten vor dem Hintergrund des Hypo-Debakels entwickelt hat. Die gute wirtschaftliche Entwicklung ist auch Grundlage für die Zusammenarbeit unserer Länder auf der wirtschaftlichen Ebene", sagte Peter Misik.

Landeshauptmann Peter Kaiser sieht die Aufholjagt Kärntens und die Chancen für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Kärnten vor allem in den Bereichen Forschung & Entwicklung, der Hochtechnologie und Halbleiterindustrie und Betrieben wie beispielsweise Infineon oder Flex. "Kärnten hat nicht nur als einzige Region Europas die Sozialpartner an den Regierungstisch geholt. Kärnten hat auch eine klare Strategie und setzt auf Triple "I", also auf Innovation, Internationalität und Investition. Damit ist es uns auch gelungen, den Investitionsstau zu beseitigen und Kärnten auf die Überholspur zu bringen", beschrieb Kaiser.

Einig waren sich der Botschafter und Kaiser, was die Zukunftsthemen betrifft. Es sei eine absolute Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz schon von Kindesbeinen an in der Elementarpädagogik zu forcieren. Damit die Kinder jedoch eine Zukunft haben müsse sich Europa laut Kaiser und Misik der großen Herausforderung der Klimaveränderung stellen. "Klimawandel und Wirtschaftswachstum schließen einander nicht aus. Europa hat die große Chance, in diesem Bereich mit neuen Technologien leading Kontinent zu werden. Die Vorgaben des Pariser Abkommens sind zu wenig, die Einhaltung der Ziele dauert zu lang. Wir müssen massiver als bisher auf allen Ebenen der Klimaveränderung entgegensteuern, sei es mit einer Steuerpolitik, mit eindeutigen Regierungsprogrammen und mit dem klaren Verständnis, das wir mehr gesamteuropäischen und weniger nationalen Zugang zu diesem Thema brauchen", erklärte Kaiser.

Auch Misik erklärte, dass gesetzliche Rahmenbedingungen von Nöten sein werden, um Klimafragen beantworten zu können, beispielsweise um Emissionen zu senken und zugleich alternative Energien zu forcieren. "Wenn wir als Europa überleben wollen, müssen wir gesamteuropäisch denken. Neben der Beibehaltung der Kohäsionspolitik muss sich die EU auch auf Investitionen in Klimaforschung, künstliche Intelligenz und Connecting Europe fokussieren", so Misik, der sich am Ende seines Besuchs in das große Ehrenbuch des Landes Kärnten eintrug.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD Kärnten/Peter Just