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Röntgenwagen des Landes Kärnten



Neue mobile Lungenröntgeneinheit des Landes Kärnten



Seit 1. April 2012 tourt der neue Röntgenwagen durch ganz Kärnten.
Dieser ist mit der neuesten Technik der digitalen Bildverarbeitung ausgestattet, sodass unter geringster Strahlenbelastung Lungenröntgen angefertigt werden können. Bei Bedarf ist auch unsere Lungenfachärztin vor Ort und kann die Röntgenbilder sofort befunden und weitere entsprechend notwendige Untersuchungen durchführen. Weiters bieten wir im Rahmen der Vorsorge eine Lungenfunktionsprüfung und eine Harnanalyse an.

Zielgruppen
• Personen, die ein erhöhtes Risiko haben, an Tuberkulose zu erkranken (Tbc-Risikogruppenscreening in Flüchtlings- und Asylanteneinrichtungen, Obdachlosenheimen und Haftanstalten, Prostituierte)
• Einrichtungen mit einer erhöhten Infektionsgefahr für deren Klient/innen und Mitarbeiter/innen (Pflege-, Alten- und Behindertenheime)
• öffentliche Veranstalter/innen (z. B. von Gesundheitsmessen)
• Betriebe und Institutionen (in Zusammenarbeit mit der/dem Betriebsärztin/-arzt)

Die Atmung
ist unsere elementarste Verbindung mit der Außenwelt. Sie hält uns am Leben, versorgt das Blut und alle Organe des Menschen mit lebensnotwendigem Sauerstoff.

Warum soll man sich untersuchen lassen?
Der wichtigste Zweck einer Vorsorgeuntersuchung liegt in der Früherkennung von Krankheiten.

Auf welche Krankheiten wird geachtet?
• Lungenerkrankungen wie z. B. Lungenentzündung und Tuberkulose u. a.
• Früherkennen von Krebs und anderen Lungenerkrankungen
• Früherkennen von Herz- und Kreislauferkrankungen

Tuberkulose
Die Tuberkulose (früher als Schwindsucht bekannt) begleitet die Menschheit seit frühester Zeit. Bis vor ca. 40 bis 50 Jahren bedeutete die Diagnose Tuberkulose für die/den Erkrankte/n immer eine lange Isolation mit stets ungewissem Ausgang. Erst durch die Entdeckung und weite Verbreitung von Streptomycin wurde die tödliche Gefahr gebannt.
Tuberkulose kann auch noch heute jeden Menschen treffen. Sie ist jedoch zu einer gut behandelbaren Krankheit geworden und es können fast alle Erkrankten geheilt werden.

Welche Erkrankung ist die Tuberkulose?
Die Tuberkulose (Tbc) wird durch Bakterien verursacht. Die Tbc ist meistens eine Erkrankung der Lunge: Die Bakterien (Mykobacterium tuberculosis) setzen sich in der Lunge fest, wobei nach und nach das Lungengewebe zerstört wird. In manchen Fällen können sich in der Lunge Höhlen bilden und das befallene Gewebe abgehustet werden. Die Bakterien können über den Blutweg auch in andere Organe (Knochen, Nieren usw.) gelangen und dort einen tuberkulösen Prozess entfachen.

Wie entsteht Tuberkulose?
Die Tbc ist eine ansteckende (infektiöse) Krankheit. Erkrankte Menschen geben die Bakterien direkt weiter, wobei die Infektion durch die in der Luft schwebenden Speicheltröpfchen übertragen werden kann. Bei der Lungentuberkulose unterscheidet man zwischen geschlossener Tuberkulose (nicht ansteckende Form) und offener Tuberkulose (ansteckende Form).
Bei geschlossener Tuberkulose besteht keine Verbindung zwischen dem erkrankten Lungengewebe und den Bronchien, d. h. die Tuberkelbakterien können nicht in die Atemwege gelangen und auf andere Menschen übertragen werden. Bei offener Tuberkulose werden die Tuberkelbakterien ausgehustet, da eine Verbindung zwischen dem erkrankten Lungengewebe und den Bronchien besteht. Eine rasche Diagnose und wirksame Behandlung sind daher sowohl für die/den Erkrankte/n als auch für die Umgebung äußerst wichtig

Wie groß ist das Risiko an Tbc zu erkranken?
Nicht alle Menschen die mit Tuberkel-Bakterien in Berührung kommen, erkranken auch.
In 95 % aller Fälle verläuft die Infektion glimpflich, d. h., infizierte Menschen bleiben gesund. Nur dann, wenn die Vermehrung der Bakterien nicht verhindert wird, das heißt, die körpereigene Abwehr nicht greift und es dadurch zu einer fortschreitenden Entzündung kommt, reagiert der Körper mit Beschwerden und es kann sich das Krankheitsbild der Tuberkulose entwickeln.

Das Erkrankungsrisiko steigt
• bei Menschen deren Immunsystem geschwächt ist
• je schlechter die Ernährung ist
• je mehr Menschen auf einen Raum gedrängt leben
• bei Kontakt mit Menschen die an Tuberkulose erkrankt sind und nicht behandelt wurden

Risikogruppen
• Angehörige medizinischer Berufe
• Obdachlose
• Drogenabhängige
• Personen aus Hochrisikoländern

Welche Symptome treten bei einer Tbc-Erkrankung auf?
Die Tuberkulose nimmt in der Regel einen schleichenden Verlauf mit zunächst unspezifischen, vieldeutigen Krankheitszeichen.
Es können auftreten:
- Müdigkeit und Leistungsabfall
- Gewichtsabnahme
- Nachtschweiß
- Krankheitsgefühl
- leicht erhöhte Temperatur
- Husten, Bluthusten
- Atemnot
- Stechen in der Brust
Alle genannten Symptome können auch andere Ursachen haben, daher ist eine genaue Diagnostik der Ärztin/des Arztes besonders wichtig.

Wie diagnostiziert die Ärztin/der Arzt eine Tuberkulose?
Zur Diagnose wird, je nach Fall, eine Kombination folgender Verfahren angewendet :
• Röntgenaufnahme
Eines der wichtigsten Verfahren zum Nachweis einer Lungentuberkulose
• Tuberkulintestung (Hauttest) oder Interferon-Gamma-Release-Assay (Bluttest)
Diese zeigen an, ob eine Infektion mit Tuberkuloseerregern erfolgt ist.
• Bakteriennachweis bzw. Gewebsuntersuchung
Durch Untersuchungen des Auswurfes, wenn vorhanden, oder des Magensaftes auf Bakterien können Tuberkulose-Bakterien nachgewiesen werden. Bei fehlendem Auswurf kann mit einer Bronchoskopie Sekret und Material aus der Lunge gewonnen werden.

Wie wird die Tuberkulose behandelt?
Die Tuberkulose ist zu einer gut heilbaren Krankheit geworden. Sie führt nur noch in Ausnahmefällen bei Schwerstkranken zum Tode.
Verordnet wird bei Beginn der Erkrankung in den meisten Fällen eine Kombination von vier Medikamenten mit unterschiedlichem Angriffspunkt auf die Bakterien. In der Folge werden die Medikamente reduziert.
Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass die von der Ärztin/dem Arzt verschriebenen Medikamente konsequent, regelmäßig, vollzählig und für die vorgeschriebene Dauer (mindestens sechs Monate) eingenommen werden.
Durch die korrekte Tuberkulosetherapie wird die Zeit der Ansteckungsfähigkeit verkürzt, eine länger dauernde Isolierung vermieden, das Auftreten resistenter Keime und Organschäden verhindert, die Arbeitsfähigkeit schneller wieder hergestellt und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Aufflackerns der Tuberkulose vermindert. Eine Ausnahme bilden die MDR-Tuberkulose und die XDR-Tuberkulose. Diese sprechen auf die gängigen Medikamente nicht an. Hier kommt es zu einem sehr langen stationären Krankenhausaufenthalt und es sind spezielle teure Medikamente notwendig.

Grundlagen und die Aufgaben des Gesundheitsamtes
Tuberkulose ist eine meldepflichtige Krankheit. Die Ärztin/der Arzt ist aufgrund des Tuberkulosegesetzes verpflichtet, eine festgestellte Tuberkuloseerkrankung dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.



Die Aufgaben des Gesundheitsamtes sind:
 Frischinfizierte erfassen und überwachen
 Ansteckungsquelle aufspüren
 Zusammenhangsfragen klären
 vorbeugende Maßnahmen veranlassen
 die Bevölkerung beraten und informieren
 Infektionsketten unterbrechen
 Folgefälle frühzeitig entdecken
 statistische Aufzeichnungen führen


Kontaktpersonen:
Dr.in Renate Schaal-Beier – Lungenfachärztin
renate.schaal@ktn.gv.at
0664 6202-992
Mag.a Margit Wieser – Radiologietechnologin
margit.wieser@ktn.gv.at
0664 80536-15082