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Amtlicher Pflanzenschutzdienst und Wildbiologie




Buchsbaumzünsler

Mit den lauen Temperaturen des Frühjahres erwacht die Larve des 2009 aus Japan eingeschleppten Buchsbaumzünslers aus der Winterruhe. Die gefräßigen Raupen können in kurzer Zeit ganze Buchsbäume kahlfressen.


Maßnahmen:

  • laufende Kontrolle der Buchsbäume auf Raupenbefall.
    Wichtig: Das Innere des Strauches kontrollieren, da die Raupen den Strauch von innen nach außen kahlfressen.
  • Raupen absammeln und schadlos vernichten. Hilfreich dabei ist das Abklopfen älterer Raupen mit einem einfachen Holzstock.
  • Biologische Bekämpfung mit Mitteln auf der Basis Bacillus thuringiensis und des Wirkstoffes „Neem“ (im Fachhandel erhältlich).
    Wichtig: Spritzen Sie das Mittel mit einer Druckspritze auch ins Innere der Buchsbäume, da die Raupen sich vorwiegend dort aufhalten.


Citrusbockkäfer (=CLB) – Anoplophora chinensis

Der gefürchtete Käfer stammt aus dem asiatischen Raum und wird über den Handel mit bestimmten Zierpflanzen nach Kärnten eingeschleppt:

  • Zitruspflanzen
  • Bonsaipflanzen
  • Fächerahorn

Gefahr!

Der Zitrusbockkäfer befällt heimische Laubgehölze. Der Larvenfraß im Inneren des Baumes führt zum Absterben der Pflanzen. Die erwachsenen Käfer fressen am Laub.


CLB gilt in Kärnten als Quarantäneschadorganismus – ein Verdacht auf ein mögliches Vorkommen ist meldepflichtig!



Wie kann einem Befall entgegengewirkt werden?

  • Heimische Pflanzenarten wählen
  • Beim Kauf von Ausländischen Pflanzen, insbesondere aus dem Asiatischen Raum, auf untypische Erscheinungen achten:
  • Sägemehl in der Umgebung des Stammes
  • kreisrunde Ausbohrlöcher mit 1-1,5cm Durchmesser
  • Allgemeiner Zustand der Pflanze (Blattverlust, Welke und ähnliches)


Download: Infoblatt Citrusbockkäfer, Buchsbaumschädlinge



Feuerbrand

Die Pflanzenkrankheit Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht und ist gemäß der Richtlinie 2000/29/EG ein Quarantäneschadorganismus, dessen Einschleppung und Verbreitung in Gebiete der EU verboten ist (Richtlinie des Rates vom 8.Mai 2000 über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Organismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse).

Jene Organismen gelten als nicht heimisch, werden über den Handel mit Pflanzen und Pflanzenprodukten aus ihrem ursprünglichen Lebensraum verschleppt und stellen eine Gefahr für unsere heimische Flora und Fauna dar. Sie unterliegen deshalb der amtlichen Überwachung.

Bei geeigneten Witterungsbedingungen, wie hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 22 °C, ist die Krankheit sehr ansteckend und es kommt schnell zu massenhaftem Auftreten.

Infiziert werden ausschließlich Kernobstgewächse. Dazu zählen nicht nur Obstbäume, sondern auch eine Reihe von Zierpflanzen, wie zum Beispiel Zwergmispel (Bodendecker), Feuerdorn, Weiß-und Rotdorn.


Die wohl wichtigste Maßnahme gegen Feuerbrand ist Prävention. Diese wird durch Beobachtung und Kontrolle im Rahmen des Feuerbrand-Monitoring durch den Amtlichen Pflanzenschutzdienst umgesetzt. Dabei stehen nicht nur Erwerbsobstplantagen und Baumschulen im Mittelpunkt, sondern auch Streuobstwiesen und Bestände von Obstbäumen in Gebieten, welche als für Feuerbrand begünstigt gelten. Das Monitoring besteht aus visueller Kontrolle der Wirtspflanzen und der Entnahme von Latenz- und Verdachtsproben zum Zwecke der Gewinnung von Daten rund um die Biologie des Erregers. Die Proben werden im Feuerbrandlabor der AGES untersucht. Ziel des Monitoring ist neben der Gewinnung von Daten, das Feuerbrandauftreten so gering wie möglich zu halten, um Seuchen gänzlich zu verhindern. Dies ist nur durch ständige Beobachtung und Kontrolle umsetzbar.

Der Amtliche Pflanzenschutzdienst ordnet bei bereits infizierten Pflanzen je nach Infektionsgrad geeignete Sanierungsmaßnahmen an. Diese können von einem Ausschnitt bis zur Rodung der betroffenen Pflanzen reichen. Bei der Umsetzung solcher Maßnahmen sind genaue Auflagen zu erfüllen. Besonders wichtig ist die Desinfektion. Dabei muss alles, was mit der betroffenen Pflanze in Berührung gekommen ist, desinfiziert werden (Hände, Kleidung, Schnittwerkzeuge, Anhänger oder Ladeflächen zum Transport des Schnittgutes).


Eine weitere sehr wichtige Maßnahme besteht darin, die Bevölkerung über Feuerbrand zu informieren und über die Gefahren der Krankheit aufzuklären. Je schneller man eine Infektion erkennt, desto schneller kann gehandelt werden. Somit sinkt die Gefahr der Entstehung einer Seuche deutlich. Der Amtliche Pflanzenschutzdienst bietet deshalb laufend Informationsveranstaltungen in den Kärntner Gemeinden an.



Gespinstmotten im Freiland

Momentan herrscht große Aufregung in der Bevölkerung wegen kahlgefressenen Sträuchern im Freiland. Es besteht kein Grund zur Panik. Nähere Information entnehmen Sie bitte dem Infoblatt im pdf-Format.



NEOBIOTA – Wie der Mensch die Artenvielfalt beeinflusst

Die für Kärnten charakteristische Flora und Fauna wird zunehmend von fremden Pflanzen und Tierarten, sogenannten Neobiota, erobert. Das Wort Neobiota setzt sich aus dem griechischen Wort néos für „neu“ und bíos für „Leben“ zusammen. Das „Neue Leben“ von Organismen findet in einem für sie komplett fremden Gebiet statt. Doch woher kommen diese fremden Eindringlinge und welche Auswirkung haben sie auf unsere landwirtschaftliche Produktion?


Es gibt natürliche und durch den Menschen ausgelöste Prozesse der Verschleppung von Tier- und Pflanzenarten. Natürliche Wanderungen von Lebewesen dienen der Eroberung neuer Lebensräume. Durch Migrationen sichern sich Arten das Überleben indem sie sich ausbreiten, größere Flächen besiedeln und somit mehr Nahrung und Fortpflanzungsgelegenheiten finden. Dieser natürliche Prozess der Wanderung geht sehr langsam vor sich. Dadurch können sich beheimatete Arten auf die Einwanderer einstellen. Außerdem endet diese Art der Migration an natürlichen Barrieren, wie beispielsweise Berge oder Gewässer, welche für die jeweilige Art nicht zu überwinden sind.

Die Einschleppung durch den Menschen besitzt einen ganz anderen Charakter als die natürliche Migration von Arten. Der globale Handel ist der hauptsächliche Vektor für die Entstehung von Neobiota. Die Schnelligkeit und Regelmäßigkeit von Transporten um die ganze Welt sowie die steigende Mobilität des Menschen selbst führt unweigerlich zur Verschleppung von Organismen aus ihrem Ursprungsort in fremde Gebiete. Allerdings geschieht die Verschleppung auf diesem Wege viel zu schnell und über unnatürlich große Distanzen. Im Vergleich zur natürlichen Migration von Arten kann sich dadurch die neue Umgebung nicht schnell genug auf das „Neue Leben“ einstellen. Es folgt erhöhtes Aussterben heimischer Tiere und Pflanzen sowie die Gefahr für den Menschen gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden zu erleiden.


Neben der Luftfahrt zählen Frachtschiffe als Hauptgrund für die Verschleppung von Organismen aus ihrem Ursprungsort. In kürzester Zeit werden in Containern kurzlebige Waren, wie zum Beispiel Pflanzen, von einem Kontinent zum anderen verschifft. Es kommt immer wieder dazu, dass Tiere oder Samen von Pflanzen unbemerkt und unerwünscht in den Containern mitreisen. Die Transportzeit zwischen Asien und Europa ist mittlerweile so kurz, dass beispielsweise ein erwachsener Citrusbockkäfer problemlos überleben kann. Gehen die Türen des Containers in Europa auf, braucht der Käfer nur noch seine Flügel ausbreiten und die Eroberung des neuen Lebensraumes starten. Die neue Heimat des eingeschleppten Käfers ist kaum gegen den Eindringling gewappnet. Es gibt nahezu keine natürlichen Fressfeinde und niemand hindert ihn daran, gesunde Laubbäume zu befallen und diese zu zerstören.


Nicht alle verschleppten Organismen enden als Neobiot. Viele fremde Arten können sich in einem neuen Gebiet gar nicht oder nur schlecht etablieren. Tatsache ist jedoch, dass bereits eine einzige verschleppte Art zu großen Problemen in der neuen Heimat führen kann. Neben der Verdrängung heimischer Tiere und Pflanzen können erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen. Bestes Beispiel dafür ist der Westliche Maiswurzelbohrer. Ein Käfer, der mittlerweile auch schon Österreich erobert hat, richtet in den USA Schäden im Maisanbau in Milliardenhöhe an. Nicht um sonst trägt der Käfer in den USA den Beinamen „Eine-Milliarde-Dollar-Käfer".


Der Amtliche Pflanzenschutzdienst Kärnten kümmert sich um den Schutz unserer Kulturpflanzen und in Konsequenz somit um die Sicherheit unserer Lebensmittel. Dabei ist die Überwachung der Verschleppung von Tier– und Pflanzenarten ein entscheidender Faktor. Die Auswirkungen eingeschleppter Organismen können für unsere landwirtschaftliche Produktion fatal sein. Durch Überwachung kann ein Befall mit fremden Tieren oder Pflanzen möglichst schnell entdeckt und erforderlichenfalls bekämpft werden.



Was krabbelt da im Kompost?

Ringelwürmern, Tausendfüßern, Urinsekten, Asseln und Pseudoskorpionen auf der Spur waren am 7. November die Kinder des Kindergartens „Sonnenschein“ mit Naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in Klagenfurt. Der Amtliche Pflanzenschutzdienst Kärnten der Abteilung 10 - Land- und Forstwirtschaft des Landes Kärnten veranstaltete einen Workshop für Kinder über das Thema Kompost.

„Bewusstseinsbildung kann nicht früh genug im Leben beginnen, es macht durchaus Sinn, Kindern Themen aus dem biologischen Pflanzenschutz näher zu bringen. Das zeigt auch der Erfolg dieses Workshops“, sagt Mag. Elisabeth Plassnig vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst.

Spielerisch wurde den Jüngsten beigebracht wie Kompost gebildet wird, welche Kleintiere daran beteiligt sind und wie wichtig Kompost als natürlicher Dünger für unsere Kulturpflanzen ist.

Für einen gelungenen Abschluss des Workshops sorgte ein von Kindergartenpädagogin Frau Renate Rauter selbstkomponiertes Kompost-Lied, welches die Kinder mit großer Begeisterung präsentierten. Außerdem wurde gemeinsam ein Obstbaum gepflanzt, der von der Abteilung 10 - Land- und Forstwirtschaft des Landes Kärnten gesponsert wurde.




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