Chronik

Chronik des Bezirkes Hermagor

Chronik des Bezirkes Hermagor


Um 1000 v Chr.

Erste Funde einer Besiedlung im Gailtal


Um 500 v. Chr.

Die Siedlung auf der Gurina im oberen Gailtal bei Dellach liegt auf einem sanft nach Süden abfallenden, auf drei Seiten von Steilhängen begrenzten Plateau, das im Norden zum Jauken ansteigt. Eine Hangstufe unteilt das Plateau in die Ober -und Untergurina. Die Hochfläche zeichnet sich durch siedlunsgünstige Lage, ausgezeichntete Sichtverbindung und eine verkehrsgeographisch wichtige Position aus.


Mit einer wahrscheinlichen Besiedlungsdauer von über 1000 Jahren ist die Gurina eines der herausragendsten Zeugnisse von urgeschichtlicher Siedlungskontinuität in Österreich. In dieser langen Zeit war die Siedlung verschiedenen mannigfaltigen Einflüssen ausgesetzt. Die bemerkenswerten Kontakte besonders zum eisenzeitlichen Oberitalien sind aus der geographischen Lage erklärbar. Als Handelsplatz, Heiligtum und Vorort eines Stammes oder einer Tallandschaft hatte die Siedlung auf der Gurina innerhalb des Südostalpenraumes eine bedeutende Stellung inne.


Im 3. Jh. V. Chr.

Die La Tène Zeit (Zeit der Kelten) – die abenteuerlustigen volksstarken Kelten gaben der Gail den Namen: Gailias oder Gilias – die „Überschäumende“.

Die neue Bevölkerungsgruppe lässt sich anhand der Tracht, der Bewaffnung und der Keramikformen deutlich von der autochthonen Bevölkerung unterscheiden. Anhand der Keramik lässt sich für den Mittelkärntner Raum eine eigene Gruppe aus den umliegenden Kelten herausarbeiten, die mit den historisch überlieferten Norikern parallelisiert wird.


Ab 100 v. Chr.

Die Römer pflegen mit den Einheimischen intensive Handelsbeziehungen


16 und 15 v. Chr.

wird der gesamte Alpenraum dem römischen Imperium einverleibt und unser Tal wird Regio Gillia oder nach ihren damaligen Kaiser Valle Julia. Die Straße über den Plöckenpaß wird ausgebaut, in Mauthen (Loncium) eine Zollstation errichtet.

Auf der Gurina ließen sich an mehreren Stellen römische Bauspuren nachwiesen, die sich mit der Zeit unmittelbar nach der römischen Inbesitznahme Noricums verbinden lassen. Unterhalb der Tempelkuppe finden sich Überreste eines Hauses, das zumindest in Teilen gemauerte Wände und einen Boden aus grätenartig verlegten Ziegelsteinen hatte. Die verputzten Wände des Gebäudes waren teilweise rot bemalt.


Um 165 n. Chr.

Einfall der Germanen, beginnend mit den Markomannen ins Römerreich. Die Kelten und Römer schützen ihre Orte, v.a. Gurina von Osten her durch eine Sperrmauer (sog. "Heidenmauer") westlich von Jenig - Rattendorf quer über das Tal (Reste sind noch zu erkennnen).


Es folgen die West- und Ostgoten (König Alarich und Theoderich), Rugier, Langobarden und Sachsen und der Römersöldner Odoaker.


Ab dem 3. Jh. n. Chr.

wird unser Land christlich und von den Bischöfen aus Aquileja (Nähe Grado) bis 1751 betreut.


Um 590 n. Chr.

siedeln sich Awaren u. Slawen in Kärnten an, zerstören fast alle befestigten Orte und christlichen Heiligtümer und geraten aber zunehmend in Konflikte mit den Bayern. Mit dem Eindringen der Slawen entsteht ein staatl. Gebilde: Karantanien. Der Name leitet sich von car = Fels oder carant = Freund, beide keltisch, ab. Bedrängt von den Awaren wenden sich die Slawen um Hilfe an die Bayern und geraten dadurch in deren Abhängigkeit.


788

nach Unterwerfung des Bayernherzogs Tassilo unter Kaiser Karl dem Großen gehört unser Tal zum "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation". Die 2. Missionierung Karantaniens beginnt (Bischof Modestus in Maria Saal), wobei die Zuständigkeitsgrenze zwischen Salzburg und Aquileja die Drau bildet. Die ersten Urpfarren entstehen: St. Daniel, Hermagor, St. Stefan/G.


811

begründet Karl der Große die Ostmark zum Schutz gegen die Awaren. Das Gailtal westlich vom heutigen Hermagor gehört dazu. In der Karolingerzeit wird das Land in Grafschaften aufgeteilt.


976

Kärnten wird selbstständiges Herzogtum, das erste auf österreichischem Boden.


1000-1200

amtieren hier die "Grafen von Lurn"


ab 1333 -1460

folgen die "Görzer Grafen". Ihre Landgerichte liegen auf der "Feste Grünburg" - 13. Jahrhundert und auf Burg Freudenstein (Malenthein) - 14. Jahrhundert, weiters Pitterberg, Goldenstein und Aichelburg.


1169

die Pfarre Hermagor wurde erstmals urkundlich erwähnt, ihr Titelheiliger Hermagoras weist auf eine Gründung durch Aquileja hin. Verkehrsgünstig an der Wegkreuzung vom Gitschtal zum Kreuzbergsattel gelegen, entstand der Ort als planmäßiger Markt.


1288

erhielt Hermagor das Marktrecht und entwickelte sich zum Hauptort des Gailtals.


1299

erste urkundliche Erwähnung des Lesachtales; ältester datierter Hof in Kärnten: "Marosch" in Treßdorf 1


1335

übernehmen die Habsburger die Verwaltung, enteignen 1460 - Frieden von Pusarnitz - die Görzer Grafen, Hermagor kommt unter die "Grafschaft Ortenburg"


1348

Dobratschabsturz - Erdbeben – Überschemmung


1417

Marktrecht für Mauthen


1476 – 1483

dreimaliger Türkeneinfall "Renner und Brenner" im Gailtal (Siehe Axthiebe im Kirchenportal Radnig aus 1478). es entstehen Wehrkirchen.


1485

Paolo Santonino bereist als Sekretär des Bischofs von Caorle das Gailtal. Im Zuge dieser Reisen sollen Kirchen, Kapellen und Friedhöfe, die bei den Türkeneinfällen geschändet wurden, wieder eingeweiht werden. Santonino beschreibt diese Reisen, die in den Jahren 1485-87 stattfanden, die Landschaft und die Leute in den kleinsten Details und führt u.a. zu jedem Mahl, das serviert wurde, die Namen der Speisenden sowie die einzelnen Gänge an.

Seine Erzählungen schmückt er durchwegs mit intelligenten Beobachtungen und mit launischen Kommentaren aus. Insgesamt sind diese Berichte wertvolle, weil weitgehend wertfreie Quellen, die nicht nur die festlichen Speisen beschreiben, sondern diese auch in einen expliziten geografischen und zeitlichen Kontext stellen: So beschreibt Santonino den Aufenthalt der Reisegruppe am 5.10.1485 auf Burg Goldenstein (bei Dellach im Gailtal) und beklagt sich dabei zum wiederholten Male, dass bei jedem Festessen Kraut mit Speck serviert wird.


1524

verkauft Ferdinand I den Ortenburger Besitz, somit auch unser Tal an den spanischen Grafen Salamanca


1525

Bauern- und Knappenaufstand, Reformation beginnt


1600

bricht die Gegenreformation an: Bischof Martin Brenner von Seckau zieht mit 300 Söldnern durchs Tal, um es mit Gewalt zu bekehren, wobei ihm die Grafen von Salamanca volle Freiheit gewähren.


1640

sterben die "Salamanca" aus. Ihren "Ortenburger Besitz" kauft die Kaufmannsfamilie Wiedmann um 300.000 fl (Kaufkraftparität des Gulden zum Euro = 4.020.000 EURO)


1662

taucht in Kärnten ein neues Grafengeschlecht mit Fürst Porcia aus Pordenone auf; dieser ist Minister Leopolds I und kauft mit dem größten Teil des Ortenburger - Wiedmannischen Besitzes auch das Obere Gailtal, es bleibt bis 1918 in Besitz der Grafen von Porcia.


1751

geht die kirchliche Zugehörigkeit von Aquileja auf Görz über. Unter Kaiserin Maria Theresia finden die letzten Zwangsausweisungen evangelischer Bürger statt


1781

gewährt Kaiser Joseph II. auch den "A - Catholiken" die Religionsfreiheit (Toleranzpatent); Aufhebung der Leibeigenschaft. 1 Jahr später entstehen die ersten evangelischen Gemeinden (Watschig, Weißbriach, Treßdorf)


1793

Marktrecht für Kötschach


1809

Napoleons Truppen marschieren ein, Hermagor wird unter General Ruska besetzt (bis Mitte September 1813). Es wird eine Verwaltungsgliederung in Gemeinden ("Mairien"), Kantonen und Kreisen geschaffen. Amtssprache ist Französisch


1813

18. September Gefecht zwischen Österreichern und Franzosen im Raum Kreuzberg - Presseggersee, bei dem die Franzosen vernichtend geschlagen werden (siehe Honditschkreuz im Bürgermoos u. Kaiserjägerdenkmal am Hauptplatz in Hermagor)


1844

Marktfreiung für Reisach unter Kaiser Ferdinand I.


1849

Kärnten wird wieder Kronland mit 7 Bezirken. Siehe Geschichte der BH - Hermagor! Grundentlastung der Bauern und Aufhebung der Abgabepflicht


1851

Hochwasser (große "Gieß") - Gailkreuz bei Dellach/Gail


1856

Kaiser Franz Josef I. reist mit Kaiserin Elisabeth ("Sissy") durchs Tal und wird jubelnd begrüßt. Das Herrscherpaar nächtigt in Hermagor im heutigen Gasthof Frenzl, dieser trägt seither den Namen "Kaiser von Österreich"


1868

Beginn der formellen Tätigkeit der Bezirkshauptmannschaft Hermagor im wesentlichen im Rahmen ihrer heutigen Kompetenz.


1875

Beginn der Gailregulierung


1894

Eisenbahn von Arnoldstein bis Hermagor mit amtlich vorgeschriebener Mindestlänge v. 30 km eröffnet


1904

Großbrand in Hermagor – ein Blitz schlug in eines der Häuser ein und entwickelte sich zu einem Großbrand, der die Feuerwehr Hermagor, die bereits 1869 gegründet worden war an ihre Grenzen. Binnen weniger Stunden wurden 76 Häuser und die Pfarrkirche ein Raub der Flammen. Der obere Teil von Hermagor ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Schaden wurde damals auf 850.000 Kronen (Kaufkraftparität der Krone zum Euro = 4.250.000 EURO) geschätzt.


1909

Lawinenkatastrophe in Maria Luggau (8 Tote)


1914

28. Juli Ausbruch des Ersten Weltkrieges


1915

Am 23. Mai erklärt Italien der Österr.-Ung.-Monarchie den Krieg. Die Gailtaler reagieren mit einer raschen provisorischen Grenzsicherung an der Karnischen Front.

15. August: Der kriegsnotwendige Bau der Eisenbahn ab Hermagor beginnt und sie ist im Dezember bis Kötschach fertiggestelllt


1917

4. Juni, Kaiser Karl I. mit Gattin (Zita) besucht das Gailtal


1918

Zusammenbruch der Fronten, Ende der Monarchie


1919

Friedensvertrag von St. Germain; das Kanaltal kommt zu Italien, 1. Republik; Jugoslawen (SHS) dringen in Kärnten ein, Arnoldstein wird besetzt. Die Kärntner u. a. zahlreiche Gailtaler organisieren sich zum Abwehrkampf. Die SHS - Truppen werden aus Arnoldstein vertrieben. In der Schule sind noch die Einschüsse zu sehen


1920

10. Oktober: Kärntner Volksabstimmung: ca. 60% votieren für Kärnten. In der Zwischenkriegszeit: Nachkriegsnot - Geldentwertung, Wirtschaftlicher Zusammenbruch, Ständestaat


1930

10. Okt. Stadterhebung Hermagors


1938

13. März: Einmarsch der Truppen Hitlers in Österreich und Einverleibung des Landes als Ostmark ins III. Reich


1939

1. Sept. bricht der II. Weltkrieg aus


1945

8. Mai: Ende des II. Weltkrieges, britische Truppen besetzen v. Plöckenpass kommend das Gailtal. Unser Land wird englische Besatzungszone bis 1955


1955

15. Mai Staatsvertrag von Wien


1955

26. Okt. Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs


1960

Beginn der Wintererschließung des Naßfelds


1965/66

Hochwasserkatastrophen - Anfang September 1965 wurden die Gailbrücken in Kirchbach und Vorderberg zerstört, die Ortschaft Latschach überflutet, und in Stranig, Goderschach, Rattendorf und Jenig musste der Notstand ausgerufen werden. Das Lesachtal war von der Aussenwelt abgeschnitten. Das bisher größte Hochwasser-Ereignis aller Zeiten im Gailtal fand Anfang November 1966 statt. Damals gab es zunächst starke Schneefälle – dann Regengüsse. Dieser gefährliche Mix war die Ursache für zahlreiche Dämmbrüche, die in der Folge ein unkontrolliertes Parallelfließen des Gailflusses auslösten. Alle Brücken, Straßen und Bahnstrecken waren stark beschädigt; in Hermagor und Kötschach-Mauthen wurde der Notstand ausgerufen, und in’s Lesachtal musste eine Luftbrücke eingerichtet werden.


1973

1. Jänner Gemeindezusammenlegung

Die Gemeinden Liesing im Lesachtal, Maria Luggau, Birnbaum und Sankt Lorenzen wurden zur Gemeinde Lesachtal zusammengelegt.

Die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen, die Gemeinden Sankt Jakob im Lesachtal und Würmlach wurden zur Marktgemeinde Kötschach-Mauthen vereinigt.

Die Gemeinde Reisach sowie Teile der Gemeinde Rattendorf (Katastralgemeinde Waidegg) wurden in die Gemeinde Kirchbach eingemeindet.

Die Gemeinden Görtschach, Egg, Mitschig und Rattendorf (ohne die Katastralgemeinde Waidegg) wurden mit der Stadtgemeinde Hermagor zusammengelegt.

Aus den Gemeinden Weißbriach und Sankt Lorenzen im Gitschtal wurde die Gemeinde Gitschtal gebildet.

Der Gemeinde Sankt Stefan im Gailtal wurde die Gemeinde Vorderberg angeschlossen. Ausgemeindungsbestrebungen von Vorderberg Anfang der 1990er Jahre scheiterten.


1975

erhebliche Lawinenschäden im Bezirk


1976

Erdbeben in Friaul, auch Kärnten war betroffen, besonders das Gailtal wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Erdstöße waren bis Wien und weit nach Bayern hinein spürbar. Ursache war eine Verschiebung der afrikanischen Platte unter die europäische in einer Tiefe von etwa 15 Kilometern.


1977

1. Jänner: Bezirksgericht Kötschach wird mit dem Bezirksgericht Hermagor zusammengelegt


1978

Fa. Eco in Kötschach errichtet, IWF größter Industriebetrieb im Bezirk


1981

Partnerschaft Bezirk Hermagor mit Kreis - Minden Lübbecke, BRD

Begonnen hat es 1976 bei einer Begegnung zwischen Landrat a.D. Hermann Struckmeier und dem damaligen stellvertretenen Landeshauptmann von Kärnten, Dr. Walther Weißmann, am Wörthersee. Durch Vermittlung von Dr. Weißmann lernte Hermann Struckmeier bei einem weiteren Besuch in Österreich, diesmal in Hermagor, den Bezirkshauptmann des Bezirks Hermagor, Dr. Siegfried Trattner († 2001), kennen. Dieser zeigte sich den Plänen einer Partnerschaft gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Partnerschaftsurkunde wurde schließlich am 17. Juli 1981 im Kreishaus in Minden unterzeichnet.


1983

11. Sept: Unwetterkatastrophe

Im Gailtal tobt schweres Unwetter; am schwersten betroffen die Häuser von Luschau bei Hermagor. Hier wurde durch den hochwasserführenden Garnitzenbach die Brücke beinahe weggerissen; ist unbefahrbar. Die Auffahrt zur Eggeralm war durch Murenabgänge verlegtDie schweren Regenfälle ließen auch den Oselitzenbach südlich von Tröpolach gefährlich anschwellen. Der vom Nassfeld zur Gail stürzende Wildbach richtete an der Nassfeldstraße Millionenschäden an. Die Nassfeldstraße musste für den Verkehr gesperrt werden. Die reißenden Wassermassen unterspülten den talseitigen Brückenkopf der neuen Nikolobrücke. Weit höher wird der Schaden im Bereich Pfarrer-Ruck geschätzt. Hier wurde vom Hangfuß der Nassfeldstraße 10.000 m³ Material weggeschwemmt. Erst kürzlich mit Millionenaufwand durchgeführte armierte Betoninjektionen, die der Hangsicherung dienen sollten, wurden wie Zündhölzer zerstört. Die darüber liegende Fahrbahn der Nassfeldstraße hat sich bis zu 20 cm abgesenkt.


1997

1. April: Kirchbach wird Marktgemeinde


1998

1. April: Entfall der Grenzkontrolle zu Italien


1999

Dez: Millenniumsbahn - Eröffnung

Der Millennium-Express ist eine kuppelbare Kabinenseilbahn, die seit dem Winter 1999/2000 das Gailtal mit dem Nassfeld verbindet und in drei Sektionen von Tröpolach in 17 Minuten mitten in das Skigebiet Nassfeld führt. Mit einer Gesamtlänge von 6.001 m ist sie die längste Seilbahn in Österreich und die zweitlängste Seilbahn der Alpen. Vor dem Bau der Bahn konnte das Schigebiet nur mit dem Auto über die Passstraße erreicht werden.


2001

14. Feb. Ableben des Bezirkshauptmannes Dr. Siegfried Trattner


15. Juli: Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi tritt seinen Dienst an


2002

Ende Nov. Unwetterkatastrophe besonders im oberen Gailtal

Westkärnten kommt nicht zur Ruhe. Seit Tagen sorgen die heftigen Regenfälle für katastrophale Zustände. Am schlimmsten betroffen ist das Gebiet um Kötschach-Mauthen. Hier schüttet es seit Allerheiligen fünf Mal soviel wie es im November normalerweise üblich ist. Die Gail hat die Hochwassermarke erreicht, an einigen Stellen tritt sie schon über die Ufer. Bei Kirchbach mussten Brücken gesperrt werden. Das Lesachtal von Kärntner Seite nicht mehr erreichbar, auch die Würmlacher Landesstraße musste gesperrt werden. Allein im Gailtal regnete es gestern so viel wie sonst in einem Monat.


Hochwasser an der Gail am 26. 11. 2002; Bereich Mauthen – (Stranig) – Reisach-Hermagor Höchstwasserstand beim Pegel Rattendorf: um 21.00 Uhr - 481 cm. Kritische Situation: Dammbruch linksufrig eingetreten; rechtsufrig in Richtung der Ortschaft Stranig war ein Bruch zu befürchten, nachdem der Damm auf einer Länge von 150 – 250 m stundenlang überströmt wurde. Der Damm hielt stand. Mit entscheidend war, dass am Abend die Niederschläge deutlich geringer wurden und die Gail den Höchstwasserstand knapp über Dammkrone nicht mehr überschritt.


2003

29. Aug. Hochwasserkatastrophe in Vorderberg

Nicht das erste Mal gab es in Vorderberg Hochwasser. Zwischen 1810 und 2003 verwüstete der sonst so harmlose Vorderberger Bach sechsmal den 450- Einwohnerort. Der Niederschlag begann in etwa um 12 Uhr. Um 18 Uhr war der Bach bereits bis zum Rand gefüllt. Es kam zu einer Verklausung beim oberen Steg. Der Steg wurde weggerissen und verklauste wiederum die Brücke unterhalb. Ab ca. 18 Uhr trat der reißende Bach beidseitig im Bereich der Sohlstufe aus den Ufern und überschwemmte weite Teile der Ortschaft. Die umliegenden Häuser wurden meterhoch mit Wasser und Schlamm gefüllt. Ein enormer Sachschaden entstand an den Gebäuden. Verwüstung auch in der Kirche – die Geröllmassen standen dort bis zu 1,5 Meter hoch. Gegen 21 Uhr beruhigte sich die Hochwassersituation. Die ersten Aufräumungsarbeiten unter Mithilfe zahlreicher Einsatzkräfte begannen.

Das Kanaltal wurde völlig verwüstet. Besonders arg betroffen die Ortschaft Uggovizza nahe der Kärntner Grenze. Es fielen in kürzester zeit pro Quadratmeter 320 Liter Wasser. Mehr als 80.000 Menschen waren auf der Italien-Österreich-Strecke im Kanaltal in ihren Autos gefangen.


2004

Die Verbindung Kötschach-Mauthen – Obertilliach in Osttirol (B 111) war nach Schneerutschungen für mehrere Stunden gesperrt.


Schaffung des Leitbildes der Bezirkshauptmannschaft Hermagor

Mit der Schaffung des Leitbildes der Bezirkshauptmannschaft Hermagor zeigen sämtliche Mitarbeiter, dass für sie „Verwaltung“ nicht eine simple Notwendigkeit ist, sondern dass Verwaltung gelebt werden muss und damit zur „Kultur“ wird. Da zudem Verwaltung für den Bürger verständlich sein muss, ist unser Leitmotiv die „Verwaltung mit Hand und Fuß“. Dieser tragende Gedanke, sowie unsere Kulturvorstellungen ziehen sich durch das gesamte Leitbild.


2005

Einheitliche Bundespolizei Die Zusammenführung der Bundesgendarmerie, der Sicherheitswache und des Kriminaldienstes zur neuen „Bundespolizei“ mit 1. Juli 2005 war das größte Verwaltungsinnovationsprojekt seit 1945.

Im Bezirk Hermagor sind die Posten in Kirchbach, Nötsch und Weißbriach betroffen.


Bankomat-Bande hat bei einer Sparkasse in Hermagor zugeschlagen. Es wurde Gas zur Sprengung verwendet, das Fluchtfahrzeug konnte sichergestellt werden.


Bankomat in Sparkasse in Kötschach gesprengt


Immer nach demselben Schema

Alles deutet darauf hin, dass es wieder die berüchtigte Bankomatbande war, die in Kötschach (Bezirk Hermagor) zugeschlagen hat. Gegen 2.06 Uhr flog der Geldautomat in die Luft. Es war dies der siebente Sprenganschlag in Österreich und der vierte in Kärnten.


2006

Vogelgrippe Verdachtsfälle im Burger Moos/Hermagor, im Stadtgebiet von Hermagor wie auch in der Gössering (Gösseringbrücke-Hermagor), sowie am Görtschacher Berg. Gemeinsam mit Amtstierarzt Dr. Ladstätter wurden die Vögel nach Gattung bestimmt, von der FF-Hermagor geborgen und bei der TKE Hermagor, wie vorgeschrieben entsorgt. Ebenfalls wurde eine sorgfältige Registrierung der Fundorte durchgeführt. In einem Fall wurde das tote Gefieder ins Labor nach Mödling geschickt. In keinen dieser Fälle wurde ein Vogelgrippe Verdacht bestätigt.


2007

Nassschneefälle verursachen 70.000 Erntefestmeter Schneebruchschäden

Mehr als ein Meter Neuschnee wurde an manchen Stellen im Gailtal gemessen. Zahlreiche Bergstraßen waren blockiert, vor allem umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr. Im Gailtal und im Drautal sorgte der Schneebruch für große Probleme mit der Elektrizitätsversorgung, 12.000 Haushalte hatten keinen Strom. Während der Nachtstunden wurde nicht repariert - es sei "zu gefährlich", hieß es bei der Kelag. Ab den Morgenstunden waren dann mehr als 200 Monteure im Dauereinsatz, um die gerissenen Leitungen zu flicken. Die Reparaturen werden aber länger dauern, 10.000 Häuser blieben weiter ohne Strom. Am schlimmsten betroffen waren der Raum Weißensee und das Lesachtal.


2008

140 Jahre Bezirkshauptmannschaft

Im Jahr 2008 feierte die Bezirkshauptmannschaft ihr 140-jähriges Bestehen. Im gleichen Jahr wurde die BH mit dem Speedy Officiales der Wirtschaftskammer ausgezeichnet, welche ihr die rasche und vorbildliche Erledigung von Gewerbe- und Betriebsanlagenverfahren bescheinigte.


Sturm Paula verursacht Schäden am Gailberg und im Valentintal (ca. 45.000 Erntefestmeter Windwurfholz)

Dabei kam es zu Spitzengeschwindigkeiten, die in Südösterreich nur alle 20 bis 30 Jahre vorkommen. So selten, dass auch viele Betroffene sich an nichts Vergleichbares erinnern.


2008/2009

besonders schneereicher Winter (6 – 8 Meter gefallener Schnee in den Karnischen Alpen)

Der Winter begann dieses Jahr sehr früh (Ende November) mit Schnee. Mitte Dezember wurden in Maria Luggau 2 m und in Kötschach-Mauthen Schneehöhen bis zu 1,6 m gemessen (7 Uhr Früh Werte). Im Jänner und Feber 2009 folgten dann nochmals intensive Schneefälle im Gailtal und besonders am Nassfeld mit Schneehöhen bis 4, 2 m (7 Uhr Werte). Die Neuschneehöhen lagen noch viel höher.


2011

Nochmalige Auszeichnung der Bezirkshauptmannschaft Hermagor mit dem Speedy Officiales der Wirtschaftskammer.


2012

Sommergewittersturm von der Jauken über Grafendorf bis Kirchbach


2013

Waldbrand auf der Windischen Höhe

Am Vormittag des 03.08.2013 brach auf der Windischen Höhe in der Gemeinde St. Stefan im Gailtal ein Waldbrand aus. Die Löscharbeiten auf rund 1.200 Meter Seehöhe gestalten sich aufgrund des unwegsamen Geländes und der Hitze sehr schwierig.


Klima- und Energie-Modellregion

Karnische Energie

Aufbauend auf bisherige Aktivitäten sollen die Maßnahmen zu mittelfristigen Zielerreichung einer Selbstversorgung des Bezirkes mit Erneuerbaren Energien (Steigerung der Produktion und Energieeffizienz) weiter vorangetrieben werden.


Besonderheiten:

Der Bezirk Hermagor wird vorwiegend durch seine starke touristische Ausrichtung, einen guten Branchenmix im Bereich Gewerbe, Handwerk und seinem naturräumlichen Potenzial (Natura 2000-Gebiete, Geopark Karnische Alpen) geprägt.


Beteiligte Gemeinden:

Dellach, Gitschtal, Hermagor-Pressegger See, Kirchbach, Kötschach-Mauthen, Lesachtal, St. Stefan im Gailtal


2014

Februar - Schneekatastrophe im Gail-, Gitsch- und Lesachtal


2016

Am 14.01.2015 um 00.03 Uhr gab es Großalarm für die Feuerwehren im unteren Gailtal. Das Hauptgebäude eines Feriendorfes am Pressegger See stand in Vollbrand. Verletzt wurde jedoch niemand.


2017

10. August - massive Windwurfschäden im Gail- und Gitschtal (ca. 300.000 Erntefestmeter Windwurfholz)

Am Guggenberg bei Hermagor ist die Schneise der Verwüstung, die der Sturm Mitte August mit Spitzen von bis zu 170 Kilometern pro Stunde anrichtete, noch immer zu sehen. Nach dem Sturm lagen die Bäume kreuz und quer, auch über Wanderwegen, vor dem Betreten der Wälder wurde gewarnt

Im Bezirk Hermagor fielen rund 300.000 Festmeter Schadholz an. Betroffen sind auch große Teile des Gitschtals. Alleine sechs Wochen dauerte es, den Forstweg von St. Lorenzen im Gitschtal auf die Naggler Alm wieder freizuschneiden. Die betroffenen Waldeigentümer versuchen, das Holz so gut es geht zu verwerten.


2018

Oktober - Sturm- und Wasserschäden. Das Lesachtal ist von der Außenwelt abgeschnitten. Am 30.10.2018, gegen 02:30 Uhr, musste in der Ortschaft Rattendorf in der Gemeinde Hermagor Zivilschutzalarm ausgelöst werden. Der tiefergelegene westliche und nördliche Bereich des Dorfes wurde mit Wasser überflutet. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.


Am Plöckenpass orkanartige Böen mit Windspitzen von bis zu 160 Stundenkilometer. Rund 200.000 Festmeter Holz liegen durch Windwurf in den Wäldern - im Lesachtal, in Kals, im Lienzer Talboden, aber auch in anderen Seitentälern.

Laut Ubimet hat es am Plöckenpass in 72 Stunden 627 Liter pro Quadratmeter geregnet - das ist ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von Wien!


Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor hat eine Sturmwarnung ausgegeben: "Es wird dringend angeraten, alle unnötigen Fahrten und den Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden. Überdies führt der Gailfluss extremes Hochwasser und wird daher ersucht, den Aufenthalt auf beziehungsweise im Bereich der Dämme entlang des Gailflusses zu meiden".

Das Lesachtal ist über den Landweg nicht erreichbar, im Oberen Gailtal kam es zu einem Dammbruch. Besonders schlimm und unvorbereitet hat es die Ortschaft Rattendorf im Bezirk Hermagor getroffen, die fast vollständig überflutet wurde.


Dammbruch bei der Waidegger Gailbrücke

Besonders im Bezirk Hermagor führt die Gail Hochwasser. Hier kämpfen die Einsatzkräfte unermüdlich gegen die Fluten.

Schwere Probleme in Rattendorf: Die Baggerarbeiten zur rascheren Entwässerung sind im überfluteten nordöstlichen gailnahen Ortsbereich nicht möglich, da am tiefsten Punkt zahlreiche Versorgungsleitungen (Pistenbeschneiung Nassfeld) unterirdisch geführt werden. Werden diese beschädigt, entsteht ein gewaltiger Schaden. Darüber hinaus macht der beschädigte Damm in Waidegg Probleme, da ein Teil der Gail aus dem Flussbett tritt und Richtung Rattendorf fließt.


Stromautobahn im Lesachtal zerstört

Massive Schäden an der "Stromautobahn", die auch durch das Lesachtal führt, werden vom Besichtigungstrupp gemeldet. Mehrere Riesen-Gittermasten der Überlandleitung sind unterschwemmt, einige sind bereits umgestürzt.


150 Jahre Bezirkshauptmannschaft (Hermagor)

Es war Kaiser Franz Josef, der 1868 das Reichsgesetz über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden ratifizierte. Am 31. August 1868 haben daraufhin die Bezirkshauptmannschaften und damit auch die BH Hermagor ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Feier wurde natürlich auch zum Anlass genommen, allen herzlich zu danken, die an der Bewältigung und Aufarbeitung der aktuellen Unwetterkatastrophe beteiligt sind. Der Bezirkskrisenstab trat ja in der BH zusammen - das ist auch eine der vielfältigen Aufgaben der Bezirksbehörde.


Adaptierung des letzten Leitbildes aus 2004

Für mich als zuständigen Bezirkshauptmann ist es eine große Freude, feststellen zu können, dass der in der Vergangenheit auch im Rahmen des letzten Leitbildes zum Ausdruck gekommene Weg, dass Verwaltung für uns alle nicht nur eine simple Notwendigkeit ist, sondern dass Verwaltung gelebt werden muss und damit zur Kultur wird, in Permanenz mit Leben erfüllt wird und wurde dieser Weg weiter gegangen!

In bewährter Manier haben wir im Zuge der Erstellung des Leitbildes nicht nur nach innen geblickt, sondern auch unsere Außenwirksamkeit abgefragt. Unverändert sieht die Bezirkshauptmannschaft und ihre MitarbeiterInnen unser Leitbild nicht als Selbstzweck, sondern al eine von Menschen für Menschen geschaffene Orientierungshilfe. Dementsprechend ist unser Leitbild auch die Basis unseres Verhaltenskodex und die Basis für eine starke gemeinsame Zukunft.

Ganz im Sinne der Rolle der Bezirkshauptmannschaft – als dezentrale Verwaltungseinheit im Staate – sehen wir unser Leitbild als wichtige Ergänzung zum Leitbild der Kärntner Landesverwaltung.


2019

Der Neuschnee verursachte einen Brand und eine Straßensperre im Gailtal. Auch Häuser wurden evakuiert.


Auf der B 111 stürzte in der Gemeinde Kötschach-Mauthen eine Baumkrone aufgrund des Schnees auf die Straße, weitere Bäume drohten dort auf die Fahrbahn zu stürzen – und auch auf Häuser. Daher wurde die B 111 gesperrt, die Feuerwehr Kötschach-Mauthen wurde gerufen. Auch die Bewohner zweier bedrohter Wohnhäuser wurden aus ihren Heimen gebracht bzw. aufgefordert, sich im südlichen Teil ihrer Häuser aufzuhalten.

Die Besitzerin der betroffenen Waldparzelle ließ die Problem-Bäume entfernen. Dann konnte die B 111 wieder für den Verkehr freigegeben werden.


Nach starken Regenfällen wurde die Gailtal Bundesstraße (B 111) Abzweigung Tröpolach auf einer Länge von ca. 200 m verlegt. Sie konnte nach den Aufräumungsarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben werden.


STARKE LEISTUNG – GANZ PERSÖNLICH.

Wir verbinden.

Ihre Bezirkshauptmannschaft Hermagor im Dienste der Bevölkerung!



Heimat ererbt von deinen Vätern - Erwirb sie, um sie zu besitzen!



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