Monarchieende und Abwehrkampf

Das Ende der Monarchie und der Kärntner Abwehrkampf

Bei der Konstituierung der provisorischen Landesversammlung für Kärnten am 26. Oktober 1918 sprachen sich die Vertreter aller "deutschen" politischen Parteien für die Bildung eines "freien, unabhängigen Staates (Ostmark)" aus. Zuvor hatte der slowenische Nationalrat in Laibach Gebietsforderungen erhoben, die zunächst das ganze Kärntner Landesgebiet umfassten, später auf etwa ein Drittel der Landesfläche mit rund der Hälfte der Einwohnerschaft reduziert wurden. Die Besetzung des südlichen Kärntens durch südslawische Truppen setzte im November 1918 ein.

Am 11. November 1918 wurde die vorläufige Landesversammlung durch Landesverweser Arthur Lemisch eröffnet, es erfolgten die Konstituierung des Landes Kärnten und die Bildung einer Landesregierung. Die Abgeordneten beschlossen, dem neuen Staat Deutsch-Österreich beizutreten. Am 13. November wurde in einer Vorlage der Kärntner Landesregierung die Karawankengrenze gefordert, am 5. Dezember beschloss die vorläufige Landesversammlung in einer geheimen Sitzung den militärischen Widerstand gegen die jugoslawischen Truppen.
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Arthur Lemisch

Vom 28. Jänner bis 5. Feber 1919 hielt die amerikanische "Miles-Kommission" in den umstrittenen Kärntner Gebieten einen Lokalaugenschein ab. Sie erstellte schließlich einen österreichfreundlichen Bericht, in dem u.a. das Klagenfurter Becken als unteilbare geographische und wirtschaftliche Einheit dargestellt wurde.


Die blutigen Zusammenstöße zwischen Österreichern und südslawischen Truppen dauerten vom Dezember 1918 bis zum Ende der Abwehrkämpfe mit der südslawischen Besetzung Klagenfurts am 6. Juni 1919 an. Am 26. Juni 1919 beschloss der Oberste Rat der Alliierten in Paris die Grundsätze für eine Volksabstimmung im Klagenfurter Becken.

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Am 10. Oktober 1920 stimmten schließlich 22.025 Menschen (59,04 Prozent) für den Verbleib Kärntens bei Österreich. Annähernd jede zweite Stimme davon stammte von einem Kärntner mit slowenischer Umgangssprache. Am 18./19. November 1920 übergab die interalliierte Plebiszitkommission die bisher von ihr verwaltete südliche Zone A den österreichischen Vertretern, womit dort die österreichischen Gesetze wieder in Kraft traten.

Abstimmungsberechtigte vor dem

Wahllokal in Diex


Gebietsverluste hatte Kärnten jedoch mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages von St. Germain-en-Laye am 10. September 1919 hinnehmen müssen. Das Kanaltal und die Gemeinde Weißenfels gingen an Italien, die Gemeinde Seeland, das Mießtal und das Gebiet um Unterdrauburg an Jugoslawien.