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Menschlichkeit und Miteinander müssen im Vordergrund stehen

11.01.2013
Eindrucksvoller Neujahrsempfang von LH Dörfler – Ehrung der Bürgermeister von Tarvis, Bled und Bad Kleinkirchheim
Dankbar und überwältigt zeigte sich Landeshauptmann Gerhard Dörfler, begleitet von Gattin Margreth, von den vielen Gästen bei seinem Neujahrsempfang am Donnerstagabend im Casineum Velden. Alle Gäste erhielten als Willkommens-Geschenk und Neujahrsgruß ein kleines Hufeisen, entworfen von Schülern der HTL Ferlach. An die 900 Personen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft waren der Einladung des Landeshauptmanns gefolgt. Für Dörflers Rede gab es überaus starken Applaus.

Er betonte das Miteinander und die Hilfsbereitschaft, wie sie sich zuletzt bei der Hochwasserkatastrophe in Lavamünd gezeigt haben. Das mache Kärnten aus, neben der prachtvollen Natur und Kultur. Auch die hohe Verantwortung für die Sicherheit sei ein Markenzeichen. Weiters ging der Landeshauptmann auf die neue Qualität des Miteinanders im Land und der guten Nachbarschaft mit Slowenien und Italien ein. Es gebe viele neue Kontakte und ein Näherkommen. Kärnten sei auch auf dem wirtschaftlichen Konsolidierungskurs gut unterwegs, wies der Landeshauptmann die oft stark überzogene mediale Kritik an Kärnten zurück. Er erwähnte die Spekulationsverluste von Salzburg (340 Mio.), Burgenland (61 Mio.), Niederösterreich (1 Milliarde Euro) und Wien (1,65 Mio.) sowie die negativen Entwicklungen bei vielen Banken, wie ÖVAG oder Bawag. Er wolle sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn es das Salzburg-Desaster in Kärnten gegeben hätte.

Insbesondere hob der Landeshauptmann die im Vorjahr offiziell gegründete Euregio „Senza Confini – Ohne Grenzen“ mit Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto hervor. Hier entstehe ein kleines vitales Europa zwischen Alpen und Adria, das enorme Chancen biete. Auch der slowenische Premierminister Janez Janša, den er kürzlich in Laibach besuchen konnte, habe ihm gegenüber das Interesse Sloweniens an der Teilnahme der Euregio bekundet. Gerade die Schaffung der europäisch bedeutsamen Baltisch-Adriatischen Verkehrsachse sei ein Riesenerfolg von Kärnten und der Euregio, so Dörfler.

Es brauche die Euregio als wichtige Zukunftsbrücke in andere Länder und neue Märkte. Es müsse für ein Europa der Regionen, der Menschen, der Freunde und Nachbarschaft gearbeitet werden. Dörfler sprach den Alpen-Adria-Trail an und ebenso die Notwendigkeit des zweiröhrigen Ausbaus des Karawankentunnels sowie die Einrichtung eines Schnellbusses von Klagenfurt nach Laibach. Er unterstütze die Nordische WM in Planica, bei der auch Villach ein Partner sei und ein wichtiges Ziel bilde die Alpine Dreiländer-Ski-WM (mit Tarvis, Kranjska Gora und Bad Kleinkirchheim).

Ein großes Anliegen sei auch die Partnerschaft mit dem Kanton Sarajevo, um Hilfestellung zu geben und neue wirtschaftliche Entwicklungen zu ermöglichen. Der Landeshauptmann blickte auf viele erfolgreiche Begegnungen und Projekte zurück, darunter der Besuch des Dalai Lama, die Eröffnung der Leopold Wagner-Leichtathletikarena, die Fertigstellung des Fußballstadions, die „Sonnenstadt“ St. Veit, das Kraftwerk Reißeck II, Bildungsinvestitionen, neue Bildungsangebote, usw. Kärnten habe auch ein gutes Tourismusjahr gehabt. Besonders erfolgreich sei auch die S-Bahn, hier habe es binnen fünf Jahren einen 44prozentigen Fahrgastzuwachs gegeben. Viele Radwege seien gebaut worden. In der Umweltmobilität sei Kärnten ein Vorreiter. Es sei seine Vision, die E-Mobilität und damit „mit der Sonne im Tank“ den Nahverkehr umweltfreundlich und leise gestalten zu können.

Bildung sei eine Kernaufgabe. Kärnten habe Vorzeigeschulen. Die neue Tourismusschule in Villach werde in Betrieb gehen, auch die geplante Internationale Schule werde demnächst präsentiert. Die Sprachräume im Alpen-Adria-Raum sollten künftig verstärkt genützt werden, appellierte Dörfler.

Der Landeshauptmann nannte künftige Großprojekte wie die Koralmbahn, wo demnächst neue Abschnitte mit Riesenbohrmaschinen in Angriff genommen werden. Im Zusammenhang mit der Koralmbahn seien auch der Bau der neuen Eisenbahnbrücke in Stein, der Europabahnhof St. Paul und das Logistikzentrum Villach-Fürnitz zu sehen.

Dörfler ging auch auf die Bundesheer-Debatte ein und meinte, dass Dienen positiv sei. Es sei wichtig, Zeit für die Allgemeinheit einzusetzen und für Verantwortung und Heimat zu stimmen. Auch Zivildiener würden sehr oft in der Sozialarbeit verbleiben, was unglaublich wichtig sei. Es sollte daher die Wahlmöglichkeit am 20. Jänner für eine kluge Entscheidung pro Kärnten genutzt werden.

Für ihn zähle Sachpolitik, er stehe für Menschlichkeit, Miteinander und Durchsetzen, sagte Dörfler und dankte allen Gästen für ihren Beitrag für das Land. Es gehe um Werte, um Fairness in der Wirtschaft und um die Eindämmung von Gier und Egoismus. Dörfler sagte, dass der Teuerungsausgleich den Einkommensschwächsten zugutekomme und mit diesem Solidarität und Wertschätzung zum Ausdruck gebracht würden.

Im Anschluss an die Ansprache wurden Ehrungen vorgenommen. Die Bürgermeister von Tarvis, Renato Carlantoni, und Bled, Janze Fajfar, erhielten das Ehrenzeichen des Landes Kärnten. Der Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim, Matthias Krenn, wurde mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet. Wie Dörfler betonte, würden Carlantoni und Fajfar seit Langem die Beziehungen zu Kärnten auf- und ausbauen. Krenn habe große Leistungen vollbracht, verwies Dörfler beispielhaft auf das Römerbad sowie die Franz Klammer Weltcupabfahrtsstrecke. Der Landeshauptmann überreichte Blumen an Billard-Queen Jasmin Ouschan, die Geburtstag feierte, sowie an seine Gattin Margreth.

Durch das Programm führte Protokollchef LAbg. Hannes Anton. Für Trommelwirbel sorgte das Trommelkorps Kärnten aus St. Veit. Videoeinspielungen auf Monitoren zeigten den Landeshauptmann bei zahlreichen Ereignissen und Veranstaltungen aus dem letzten Jahr. Saxophonist Werner Wurzer in Akkordeon-Begleitung unterhielt die Gäste.

Unter den vielen Gästen befanden sich: LHStv. Kurt Scheuch, die Landesräte Harald Dobernig und Christian Ragger, Assessore aus dem Veneto, Roberto Ciambetti, Sloweniens Generalkonsulin Dragica Urtelj, Botschafter Clemens Koja, Botschafter a. D. Erwin Kubesch, die Landtagspräsidenten Josef Lobnig und Johann Gallo, Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Superintendent Manfred Sauer, Stiftspfarrer Gerhard Kalidz, Bgm. Christian Scheider, Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Militärkommandant Walter Gitschthaler, Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik, Landesschulratspräsident Walter Ebner, ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard, die Volksgruppenvertreter Bernard Sadovnik und Vladimir Smrtnik, Kärnten Werbung-Chef Christian Kresse, Ministerin a. D. Elisabeth Sickl, Altlandtagspräsident Jörg Freunschlag, Landesradsportpräsident Paco Wrolich, Motorsportlegende Hermann Waldy und die Altbürgermeister Leopold Guggenberger und Harald Scheucher. Anwesend waren auch zahlreiche Bürgermeister aus Slowenien, wie jene aus Kranjska Gora, Bovec und Solcava.


Rückfragehinweis: Büro LH Dörfler
Redaktion: Karl Brunner
Fotonachweis: LPD/Josef Bodner