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"Mauli 1": Neuer Star unter der Erde

29.01.2013
LH Dörfler und LH Voves in Leibenfeld – Erste von zwei Tunnelvortriebsmaschinen nahm offiziell Koralmtunnelbau in Richtung Kärnten auf – Tunnelpatin Margit Fischer gab Startsignal
Heute, Dienstag, gab es im steirischen Leibenfeld bei Deutschlandsberg den offiziellen Startschuss für die maschinellen Hauptvortriebsarbeiten bei der Errichtung des rund 33 Kilometer langen Koralmtunnels. Tunnelpatin und Bundespräsidentengattin Margit Fischer nahm im Beisein von Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler, des steirischen Landeshauptmannes Franz Voves, der Vorstände der ÖBB-Infrastruktur AG, Franz Bauer und Siegfried Stumpf, von ÖBB-Projektleiter Gerhard Harer sowie des Vorstandsvorsitzenden der STRABAG SE, Hans Peter Haselsteiner, den 2.000 Tonnen schweren und 10.900 PS starken Koloss „Mauli 1“ in Betrieb. In etwa zwei Monaten wird auch die zweite Tunnelvortriebsmaschine „Mauli 2“ ihre Arbeit aufnehmen.

Dörfler betonte gegenüber Moderator Franz Neger, dass er Baustellen liebe: „Baustellen bedeuten für mich Zukunft, Zuversicht, Arbeit aber auch Technik. Dieser Tunnel ist Zukunft und beide Bundesländer stehen zu diesem Baulos.“ Der Landeshauptmann dankte seinem steirischen Amtskollegen Voves für die gute Nachbarschaft: „Sie funktioniert bei uns im Süden bestens und wir konnten Wien, aber letztlich auch den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll davon überzeugen, dass der Koralm- und der Semmeringtunnel realisiert werden müssen.“ Dörfler hob auch die Bedeutung der Baltisch-Adriatischen Verkehrsachse hervor und richtete Grüße vom Präsidenten Friaul-Julisch Venetiens, Renzo Tondo, aus. Diese Achse und damit die Koralmbahn würden europäische Dimension haben. Für Dörfler ist das Projekt zudem Musterbeispiel für die länderübergreifende Zusammenarbeit. Seine positiven Auswirkungen würden letztendlich entlang der ganzen Achse von Danzig bis Ravenna spürbar werden.

Voves ließ mit einer Bemerkung in Richtung Dörfler aufhorchen: „Ich hoffe, dass wir den Tunneldurchstich 2016 gemeinsam feiern und uns dabei die Hände schütteln können.“ Die Menschen in Kärnten und in der Steiermark hätten tiefsten Respekt vor der großartigen Arbeit der Mineure untertags. Voves hob zudem die künftigen Vorteile durch die Koralmbahn für die Wirtschaftsstandorte Kärnten und Steiermark hervor.

Bauer betonte, dass mit dem heutigen Tag die Königsetappe des Tunnelbaus in Österreich in Angriff genommen werde. Gehe alles planmäßig voran, sofern keine geologischen Schwierigkeiten auftreten, könne 2016 mit den „etwas groß geratenen Maulwürfen“ der Tunneldurchschlag zwischen Kärnten und der Steiermark erfolgen.

Haselsteiner hob die Herausforderungen des Vortriebes hervor. Er solle pro Tag ca. 27 Meter betragen. DER SRABAG SE-Vorstandsvorsitzende meinte zudem, dass das größte Tunnelbaulos Österreichs Mineure brauche, die ihr Handwerk gelernt haben und absolute Spezialisten seien.

Fischer dankte nicht nur den Mineuren und Technikern für ihre Arbeit, sondern hob auch hervor, dass am Projekt unzählige Personen, darunter auch viele Frauen, hinter den Kulissen arbeiten würden. Als Patin freue sie sich über jede Information aber auch über jedes Gespräch mit den Mitarbeitern. Ehe sie die Maschine startete, wünschte sie allen einen unfallfreien Verlauf und ein herzliches Glückauf.

Der Koralmtunnel wird nach der neuen österreichischen Tunnelbaumethode, einer weltweit anerkannten Technologie, errichtet. Dabei wird das Gestein, im Tunnelbau Gebirge genannt, mittels Sprengungen oder von Tunnelbaggern ausgebrochen und an den Ausbruchsflächen sofort mit Spritzbeton und Tunnelbögen gesichert und anschließend verankert.

Die ökumenische Segnung der großen Baustelle erfolgte durch den katholischen Pfarrer Clemens Grill und den evangelischen Pfarrer Andreas Gerhold.


Rückfragehinweis: Büro LH Dörfler
Redaktion: Zeitlinger/Böhm
Fotonachweis: LPD/Josef Bodner