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LH Dörfler: "Ich werde immer ein Freund der Stadt Tarvis sein"

03.02.2013
Cittá di Tarvisio verlieh LH Dörfler die Ehrenbürgerschaft – Als Dank für grenzüberschreitenden Einsatz, für Kooperation im Geist von „Senza Confini“ und für Freundschaft
Landeshauptmann Gerhard Dörfler wurde am Samstag eine ganz außergewöhnliche hohe Auszeichnung und Ehrung zuteil: er erhielt die Ehrenbürgerschaft der Stadt Tarvis/Tarvisio verliehen. Der Gemeinderat mit Bürgermeister Renato Carlantoni an der Spitze würdigten im Gemeinderatssaal von Tarvis die vielen Verdienste Dörflers um Festigung und den Ausbau der gutnachbarschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen sowie der Umsetzung gemeinsamer Projekte und Initiativen. Dörfler wurde von Gattin Margreth und Familie begleitet.

Die Ehrung sei ein Dankeschön für die Freundschaft zu Tarvis, für die Förderung der grenzüberschreitenden Beziehungen, betonte Carlantoni: „Landeshauptmann Gerhard Dörfler ist der erste Österreicher, der diese Ehrung erhält“. Es sei jedenfalls keine politische Veranstaltung, sondern Ausdruck der guten Kooperation auf vielen Ebenen, ob sozial, wirtschaftlich oder institutionell, der persönlichen Freundschaften und des Wunsches, dass das gemeinsame Engagement so erfolgreich weitergeführt werde.

Carlantoni verwies auf viele gemeinsame Projekte und Initiativen, erwähnte die Euregio „Senza confini – Ohne Grenzen“, den Alpen-Adria-Radweg, die Kärntner Christbaumspenden, die Kärntner Mitwirkung bei zahlreichen Festen sowie auch das grenzüberschreitende Zugprojekt Micotra (Villach-Udine) und als großes gemeinsames Zukunftsanliegen die Dreiländer-Ski-WM mit Bad Kleinkirchheim, Tarvis und Kranjska Gora. Diese positive, friedliche Nachbarschaftspolitik möge weiter entwickelt werden, so der Gemeindechef.

Der Landeshauptmann wurde auch seitens der Region Friaul-Julisch Venetien und des Staates bedankt. Glückwünsche von Regionspräsident Renzo Tondo, auch er ein persönlicher Freund des Landeshauptmanns, wurden verlesen, da er selbst nicht anwesend sein konnte. Einzelne Gemeinderäte bekräftigten die Wichtigkeit dieser Ehrung und dankten Dörfler für sein grenzüberschreitendes Engagement. Gemeinderat Christian Moschitz wies auf die slowenischsprachige Bevölkerung in Tarvis und im Kanaltal hin und sprach Dörfler auch für die Lösung der Kärntner Ortstafelfrage als wichtigen Schritt in die Zukunft seine Anerkennung aus.

Hingewiesen wurde zudem, dass es gelte, die Alpen-Adria-Region touristisch voranzubringen und die hohe Umwelt- und Lebensqualität zu erhalten und zu sichern. Herausgestrichen wurde Maria Luschari als besonderer Kristallisationspunkt dreier Kulturen und als Symbol des friedlichen Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen.

Dörfler wurde beglückwünscht vom Landtagspräsidenten Pietro Fontanini, vom Präfekten und Vertreter des Staates Italien, Ivo Salemme, vom Landtagsabgeordneten und früheren Bürgermeister von Tarvis, Franco Baritussio, sowie vom Bürgermeister von Malborgeth, Alessandro Oman, der die Glückwünsche von allen Bürgermeistern des Kanal- und Eisentals überbrachte. Oman erinnerte voll Dankbarkeit an die Hilfe aus Kärnten anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Uggowitz vor rund zehn Jahren. Der Präfekt hob den europäischen Geist hervor, der mit dieser Ehrung verbunden sei, somit sei Dörfler gleichsam der erste Europäer, der diese Ehrenbürgerschaft von Tarvis erhalte, so Salemme.

Der Landeshauptmann zeigte sich gerührt und sehr dankbar für diese Ehrung. „Das ist ein besonderer Tag in meinem Leben“, dankte er für die hohe Ehre und meinte: „Ich werde immer ein Freund der Stadt Tarvis sein“. Die Ehrenbürgerschaft sei auch ein Auftrag. Man müsse den gemeinsamen Weg im Rahmen der Euregio und im Geist von „Senza Confini – ohne Grenzen“ weitergehen und zusammenrücken. Die Euregio werde vielfältigste Chancen eröffnen. Die Identitäten in Europa müssten erhalten bleiben, sie machen den Reichtum und Vielfalt Europas aus.

Insgesamt müsse wieder mehr der Mensch in den Mittelpunkt rücken und nicht reine Kapitalinteressen, so Dörfler. Er wies auf die europäische Bedeutung der Baltisch-Adriatischen Achse mit ihrer Verbindung zu den Adriahäfen hin und betonte auch die Wichtigkeit der Mehrsprachigkeit und die vielen Ausbildungschancen innerhalb des Alpen-Adria-Raumes.

„Tarvis war von Kindheit an schon immer faszinierend. Es war die erste Adresse, wenn es um oder nach Italien ging“, erinnerte Dörfler an seine frühe Beziehung zu Tarvis. Tarvis sei sehr vital. „Für mich ist diese Stadt ein Zuhause“, sagte er. Während der Feierstunde gab es heftigen Schneefall. Beim Blick nach draußen meinte Dörfler, die Schneeflocken seien wie Friedenstauben und sollten Friedensprojekte versinnbildlichen, für die man gemeinsam in Europa arbeiten müsse.

Für den neuen Ehrenbürger von Tarvis gab es viel Applaus. Im Gemeindesitzungssaal waren die Flaggen von Italien, Friaul-Julisch Venetien, Europa und Kärnten aufgestellt. Unter den Gästen sah man viele Vertreter der Exekutive, der Gemeinde und der Nachbargemeinden sowie des Kanaltaler Kulturvereins, weiters waren Honorarkonsul Horst Schumi, Bgm. Florian Tschinderle (Hohenthurn) und Alpen-Adria-Consulterin Petra Oberrauner anwesend. Als Dolmetscherin fungierte Barbara Lagger.


Rückfragehinweis: Büro LH Dörfler
Redaktion: Karl Brunner
Fotonachweis: LPD/fritzpress