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In Stein geschriebene Geheimnisse

06.02.2013
LHStv. Scheuch: Geopark Karawanken ist Musterbeispiel für regionale Eigenverantwortung und grenzüberschreitende Kooperation
Der Geopark Karawanken ist aus einer jahrelangen Tradition der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden der südöstlichen Karawanken entstanden. Aufgrund der herausragenden Geologie, welche in diesem Gebiet in diversen Naturschauspielen, wie etwa der Obir Tropfsteinhöhle, veranschaulicht werden kann, haben sich acht österreichische (Zell, Gallizien, Eisenkappel, Sittersdorf, Globasnitz, Feistritz ob Bleiburg, Bleiburg, Neuhaus) und fünf slowenische Gemeinden (Črna, Mežica, Prevalje, Ravne, Dravograd) dazu entschlossen, ihre Zusammenarbeit unter das Dach eines Geoparks zu stellen.

„Der Startschuss für die Geoparkentwicklung wurde bereits 2010 gelegt. Nachdem Geoparke in einem globalen Netz unter dem Dach der UNESCO vereint sind, bemüht sich auch die Geoparkinitiative aus den Karawanken um Aufnahme in dieses Netzwerk. Somit wäre der Geopark international und global vertreten“, erklärt Raumplanungsreferent LHStv. Kurt Scheuch.

Der Geopark Karawanken hat sich vier Zielsetzungen auferlegt: Die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Bewusstmachung/Bildung/Positionierung des Geoparks, die wirtschaftliche Inwertsetzung des Geoparks und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Regionalentwicklung/Regionalpolitik.

„Aufgrund der Zielsetzungen, welche sich die Mitgliedsgemeinden selbst auferlegt haben, ist schon erkennbar, dass es sich beim Geopark Karawanken nicht nur um in Stein geschriebene Geheimnisse handelt, sondern unter anderem auch um ein modernes Instrument der grenzüberschreitenden Regionalpolitik“, ist Scheuch überzeugt. Nach jahrelanger Zusammenarbeitskultur soll nun im Geopark der Schritt gelingen, diese Partnerschaft zu professionalisieren und zu einem verbindlichen territorialen Entwicklungsinstrument zu formieren.

Im touristischen Bereich ist man bemüht, die vielzähligen Initiativen rund um das „grüne Angebot“, den Alpinismus, zu bündeln, qualitativ aufzuwerten und in enger Kooperation mit der Tourismusregion Klopeinersee-Südkärnten und dem Sonnenwinkel Kärntens (Lavanttal, Klopeinersee-Südkärnten, Rosental) professionell am Markt zu positionieren. Dabei werden sich ergänzende Produkte beiderseits der Grenze in buchbare Pakete zusammengeführt. Jede touristische Entwicklung entspricht aber dem wichtigen Aspekt der Sensibilität dieses Natur- und Kulturraums, der Forst- und Jagdwirtschaft.

Ein großer „Schatz“ des Geoparks ist sein Lernprogramm „Spaß und Lernen ohne Mühe“, welches unter Einbindung von regionalen Kindergärten und Volksschulen entwickelt wurde. Dieses Programm vermittelt unseren Kindern spielerisch die Naturschönheiten, kulturellen Besonderheiten des Geoparks und somit die Besonderheiten ihrer Heimat. Dank dieses Programmes lassen sich praktische Lehreinheiten in der Natur nachhaltig mit dem Schuljahr kombinieren. In weiterer Folge wird dazu ein eigenständiges Schul- und Kindergartennetzwerk etabliert werden.

Bereits im Frühjahr (April/Mai) sollen die ersten Infrastrukturmaßnahmen, wie das Geoparkinformationszentrum in Eisenkappel und das Alpinzentrum Zell, ihrer Bestimmung übergeben werden.

„Der Geopark Karawanken zeigt eindrucksvoll, wie man wichtige Fragen des Schutzgedankens, des Erhalts von natürlichem und kulturellem Erbe, von wirtschaftlicher Nutzbarmachung unter Bedacht der Sensibilität des Raumes, die Bildung unserer Kinder, Sichtbarmachung der Potentiale unserer Heimat, territoriale Entwicklung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in einer Initiative zusammenführen kann“, so der Raumplanungsreferent.


Rückfragehinweis: Büro LHStv. Scheuch
Redaktion: Dinnebier/Böhm