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POLITIK

Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz

19.02.2013
LH Dörfler: Sonderbedarfszuweisungen für 26 Projekte in allen Regionen Kärntens sind kein Füllhorn – LR Dobernig: Unterstützung sichert 700 Arbeitsplätze – Kritik an ungustiösem Vorgehen bei Pago-Standortschließung
Zur Unterstützung von 26 Projekten in allen Regionen Kärntens wurden heute, Dienstag, vom Kollegium der Kärntner Landesregierung 1,8 Mio. Euro an Sonderbedarfszuweisungen (SBZ) mehrheitlich beschlossen. Im Pressefoyer wies Landeshauptmann Gerhard Dörfler vehement die Kritik zurück, dass es sich dabei um ein Füllhorn vor den Landtagswahlen handle. „Das sind wichtige Unterstützungen für Projekte, die alle schon lange entwickelt, beschlossen und zugesagt wurden. Es sind Verpflichtungen, die wir haben, das hat nichts mit den Wahlen zu tun“, so Dörfler. Es sei nicht nur wichtig, die Großen zu fördern, sondern vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen in den Regionen. „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“, betonte der Landeshauptmann.

Dörfler strich hervor, dass man mit diesen Mitteln auch heimische Unternehmen unterstütze, die seit Jahrzehnten erfolgreich seien. Die Förderungen würden dann über die jeweiligen Gemeinden abgewickelt. Als Beispiele nannte er Betriebserweiterungen bei Haslinger Stahlbau oder der Richard Bittner AG in Feldkirchen sowie Projekte beim Autohaus Patterer in Hermagor, bei Sto in Villach oder im WAHAHA Paradise in Feistritz im Rosental. „Das sind alles verlässliche Kärntner Unternehmen“, so Dörfler. Haslinger sei ein international renommierter Hersteller von Stahlbauten, die Richard Bittner AG habe 2011 die Pharmaproduktion seines Mutterkonzerns von Rotterdam nach Kärnten gezogen und nun gelinge es noch mit einer weiteren Produktion, führte er aus. Als Volksgruppen- und Sportreferent freue er sich auch über die Unterstützung der „intelligenten Lösung“ für den SAK, der in Welzenegg eine moderne Heimstätte bekomme.

„Gerade in der jetzigen Situation, wo bedauerlicherweise auch Betriebe aus Kärnten abwandern, ist es entscheidend, dass wir um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. Gerade die Politik muss im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles unternehmen, um Standorte von Unternehmen und Arbeitsplätze abzusichern“, betonte auch Finanz- und Wirtschaftslandesrat Harald Dobernig. Allein durch die Unterstützung der 26 Projekte könnten rund 700 Arbeitsplätze in den Kärntner Regionen abgesichert und viele neue geschaffen werden.

Der Landeshauptmann äußerte sich im Pressefoyer außerdem zur seiner Meinung nach „ungustiösen“ Vorgehensweise rund um die Schließung des Pago-Standortes in Klagenfurt. Gestern habe er einen Termin mit dem Management des Pago-Käufers gehabt. Für diesen habe er eigentlich positive Erwartungen gehabt, letztlich habe der Termin wie eine Provokation auf ihn gewirkt. „Niemand hat von diesen Schließungsplänen gewusst. Man hat dem Land keine Möglichkeit gegeben, zuvor über Lösungen zu verhandeln“, kritisierte Dörfler. Er verwies auch darauf, dass noch vom Vorbesitzer eine 6 Mio. Euro-Investition in den Klagenfurter Pago-Standort umgesetzt worden sei, für die es 500.000 Euro an Landesförderungen hätte geben sollen. Diese seien jedoch nicht abgeholt worden. Mit der maximal zulässigen Förderung wollte das Land einen Beitrag zur Absicherung des Standortes und der Arbeitsplätze leisten. Der Landeshauptmann appelliert an die Konsumenten, verstärkt heimische Lebensmittel zu kaufen und damit auch die Arbeitsplätze in unseren Regionen zu sichern.


Rückfragehinweis: Büro LH Dörfler
Redaktion: Markus Böhm