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Der Dohlenkrebs - ein besonderer Flusskrebs in Kärnten

26.02.2013
LHStv. Scheuch: Broschüre informiert über Natura 2000 Gebiet Möserner Moor
„Das Land Kärnten trägt eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der heimischen Flusskrebsarten und engagiert sich schon seit Jahren für deren Schutz. Zahlreiche Artenschutzprojekte wurden verwirklicht, wie beispielsweise Genpoolprojekte für den Edel- und Dohlenkrebs oder der derzeit laufende Aktionsplan ‚Steinkrebse‘. Ganz aktuell erschienen ist nun eine Broschüre über das Natura 2000 Gebiet Möserner Moor“, berichtet heute, Dienstag, Naturschutzreferent LHStv. Kurt Scheuch.

In den Gewässern Kärntens seien alle sieben in Österreich lebenden Flusskrebsarten, darunter auch die selten gewordenen heimischen Edelkrebse, Steinkrebse und Dohlenkrebse, zu finden. Ausländische Flusskrebsarten, wie beispielsweise der nordamerikanische Signalkrebs seien importiert worden und würden sich stark vermehren. „Leider sind sie oft Überträger der Krebspest und damit für unsere heimischen Arten sehr gefährlich“, so Scheuch.

Das Möserner Moor am Ende des Gitschtales stelle innerhalb der Natura 2000 Gebiete Österreichs eine Besonderheit dar und sei das Quellgebiet des Möserner Baches. „Hier lebt der seltene Dohlenkrebs, eine heimische Flusskrebsart, die innerhalb Österreichs in Kärnten ihr Hauptverbreitungsgebiet hat. Es handelt sich um das einzige natürliche Vorkommen im ganzen Donaueinzugsgebiet. Deshalb wurde das Moor im Jahr 2001 als Natura 2000 Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nominiert“, so Scheuch.

Zu diesem Zeitpunkt war das Moor in einem schlechten Zustand. Wie zahlreiche andere Moore ist auch das Möserner Moor in den 70er-Jahren Bodenverbesserungsmaßnahmen zum Opfer gefallen. Durch die Bearbeitung mit einem Moorpflug wurde der Naturraum stark geschädigt. Die Moorpfluggräben sollten damals die Fläche entwässern, um eine Aufforstung mit Fichten zu ermöglichen. Im Jahr 2001 setzte man Maßnahmen, um die wertvolle Kultur- und Naturlandschaft wieder herzustellen. Die Revitalisierungsmaßnahmen werden bis heute erfolgreich fortgesetzt. Stück für Stück werden die kümmerlichen Fichten entfernt und die Moorpfluggräben soweit möglich wieder „glatt“ gefräst. Ohne die Initiative der Naturschutzabteilung des Landes Kärnten, die fachliche Aufsicht der eb&p Umweltbüro GmbH und den Einsatz und die Begeisterung der Grundbesitzer wäre das nicht möglich gewesen. Inzwischen hat sich die Dohlenkrebspopulation wieder vergrößert.

(I N F O: Die Broschüre kann in der Abteilung 8 – UAbt. Naturschutz unter Tel.: 050 536 18247 bestellt werden)


Rückfragehinweis: Büro LHStv. Scheuch
Redaktion: Dinnebier/Sternig
Fotonachweis: Büro LHStv. Scheuch