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Umstiegsprämie für Bio-Betriebe

27.02.2013
LR Waldner: Prämie erstmals eingeführt - Bio-Lebensmittel boomen – Landwirtschaft soll diesen Trend vermehrt nutzen
Über 1.400 Bio-Betriebe gibt es in Kärnten, die eine Fläche von rund 30.000 Hektar bewirtschaften. Dem gegenüber stehen die Konsumenten, die so stark wie noch nie nach biologischen Lebensmitteln greifen. Lebensmittelskandale, Allergien oder einfach nur die Überzeugung sind der Grund für die verstärkte Nachfrage nach biologischen Produkten. „Die naturschonende Produktionsmethode, der Verzicht auf bestimmte Pflanzenschutzmittel sowie die strengen Auflagen in der tierischen Produktion sind für die Konsumenten stichhaltige Argumente, Bio-Lebensmittel zu kaufen“, so Agrarlandesrat Wolfgang Waldner. Hauptanliegen der Konsumenten ist die Gesundheit (33 %), gefolgt vom Umweltaspekt (15 %) sowie der besseren Qualität (11 %) und der Kontrolle (10 %).

Die Produktion von Bio-Produkten erfolgt jedoch unter erhöhtem Aufwand, der über den Marktpreis nicht ausgeglichen werden kann. „Trotz allem ist die Nachfrage gegeben und sollte die Kärntner Landwirtschaft verstärkt diesen Bio-Boom nutzen und die Nachfrage abdecken können“, sagt Waldner. Ein Drittel der landwirtschaftlichen Unternehmer wäre bereit, auf Biolandwirtschaft umzusatteln, doch ist das unter den derzeitigen Bedingungen nur mit Einbußen möglich.

Daher hat Waldner nun eine Umstiegsprämie für Biobetriebe ins Leben gerufen, dotiert mit derzeit 50.000 Euro. Damit sollen allen Landwirten, die 2013 sämtliche mit der biologischen Wirtschaftsweise verbundenen Bedingungen einhalten, Beiträge, mit denen die Differenz zwischen der bestehenden ÖPUL-Förderung und einer Förderung als Bio-Bauer mit Landesmitteln abgegolten werden.

Um die Landesförderung erhalten zu können, ist der Abschluss einer Kontrollvereinbarung mit einer in Kärnten anerkannten Bio-Kontrollstelle die zentrale Voraussetzung. Wichtig ist, dass die neuen Umstellungsbetriebe auf ihrem Mehrfachantrag 2013 die bisherigen Maßnahmen beibehalten, um bestehende Fördervereinbarungen zu erfüllen.

Das überdurchschnittliche Plus von 21,5 % für Bio-Frischwaren im Jahr 2011 wurde 2012 etwas gebremst, nichts desto trotz kann man weiterhin von einem Boom der Biolebensmittel sprechen. Rund 7 % macht der Anteil der Bio-Produkte im Lebensmittelhandel derzeit aus. Die größten Wachstumsraten liegen im Milchsegment vor.

Rechenbeispiel:

Betrieb, mindestens 0,5 RGVE, der beispielsweise derzeit an der Maßnahme Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel auf Ackerfutter- und Grünlandflächen teilnimmt und rechtzeitig einen Bio-Kontrollvertrag abschließt, ergeben sich für 2013 folgende Leistungsabgeltungen:
1. Umweltgerechte Bewirtschaftung von Acker- und Grünlandflächen (UBAG) – 100 Euro/ha förderbares Grünland einschließlich Ackerfutter
2. Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel auf Ackerfutter und Grünlandfläche – 50 Euro/ha
3. Landesbeitrag zur biologischen Wirtschaftsweise – 90 Euro/ha

Die ersten beiden Teilbeträge der UBAG und „Verzicht“ mit in Summe von 150 Euro /ha werden weiterhin im Rahmen des ÖPUL von der AMA ausbezahlt und setzen sich aus EU-, Bundes- und Landesmitteln zusammen. Die neu hinzukommenden 90 Euro/ha werden vom Land direkt ausbezahlt und ergeben mit den AMA-Zahlungen insgesamt 240 Euro/ha, also jenen Betrag, den bestehende Bio-Betriebe mit entsprechendem Viehbesatz für vergleichbare Flächen erhalten.


Rückfragehinweis: Büro LR Waldner
Redaktion: Robitsch/Brunner