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KULTUR

Gedenkstätte für Opfer der NS-Unrechtsjustiz wird bei Landesgericht aufgestellt

27.02.2013
LR Waldner genehmigt 9.000 Euro Subvention für Verein MKK – Wiederherstellung der Ehre und Unbescholtenheit von 47 Kärntnerinnen und Kärntner
„Mit der Errichtung der zweisprachigen Gedenkstätte für Opfer der NS-Unrechtsjustiz vor dem Landesgericht Klagenfurt übernimmt Kärnten eine Vorreiterrolle in Österreich“, sagte heute, Mittwoch, Kulturlandesrat Wolfgang Waldner, der für dieses Vorhaben 9.000 Euro bereitstellt. Damit geht für den Initiator und Obmann des Vereins „Memorial Kärnten-Koroska/Plattform gegen das Wiederaufleben von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus“ (MKK), Horst Ogris, ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Die feierliche Enthüllung des Denkmales erfolgt am 26. April 2013, dem 70. Jahrestag des Todesurteils gegen die NS-Opfer aus Zell-Pfarre und Ebriach.

„Mit der dauerhaften Nennung der 47 zum Tode verurteilten Personen, die durch ihren Widerstand gegen das NS-Regime wesentlich zur demokratischen Freiheit Österreichs beigetragen haben, entsteht ein offizielles und öffentliches Bekenntnis des Rechtsstaates mit dem moralischen Anspruch, der die Ehre und Unbescholtenheit dieser Menschen wiederherstellt und bekannt macht“, erklärte Waldner. Der Paradigmenwechsel in der heutigen Gedenkkultur mache es laut Waldner möglich und unabdingbar, weitere wichtige zukunftsweisende Schritte in Bezug auf die Bewältigung der NS-Vergangenheit zu setzen. „Diese neu errichtete Gedenkstätte soll ein Anstoß für weitere Projekte in Kärnten, Österreich und auf EU-Ebene sein“, regte der Kulturlandesrat an.

Ogris dankt Waldner für seine Bemühungen: „Durch sein Verständnis und sein Engagement in dieser Sache leistet Landesrat Waldner einen wesentlichen Beitrag zu unserer Erinnerungsarbeit.“

Die ca. 2,30 m hohe und 1,20 m breite freistehende Erinnerungstafel aus Naturstein wird beim Haupteingang des Landesgerichtes Klagenfurt, Josef-Wolfgang-Dobernig-Straße 2, aufgestellt. Die diesbezüglichen Genehmigungen von Seiten der Bundesimmobiliengesellschaft sowie die umfassenden Vorbereitungen durch den Verein MKK sind bereits abgeschlossen.

Der Verein MKK hat sich zum Ziel gesetzt, in Kärnten weitere Initiativen für eine würdige und angemessene Gedenkarbeit für jene Frauen, Männer und Kinder zu setzen, die entweder als Antifaschisten gegen den Nationalsozialismus aufgetreten sind bzw. als Opfer der politischen und rassischen Verfolgung in Konzentrationslagern, Zwangsarbeitslagern, Krankenanstalten und Sonderanstalten gestorben sind. Ebenso tritt der Verein dafür ein, dass diese Erinnerungsarbeit auf den Bereich der Kärntner Gemeinden ausgedehnt wird.


Rückfragehinweis: Büro LR Waldner
Redaktion: Röttig/Böhm