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KULTUR

Friederike Roth und Klaus Händl teilen sich zweiten Gert Jonke-Literaturpreis

08.03.2013
LR Waldner versichert Weiterführung des Preises von Seiten des Landes – Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro wird geteilt
Friederike Roth und Klaus Händl sind die Preisträger des diesjährigen Gert Jonke-Preises, der diesmal in der Sparte „Dramatik“ vergeben wurde. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis werden sich die renommierten Schriftsteller teilen. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer internationalen Fachjury. Das gab gestern, Donnerstag, Kulturreferent LR Wolfgang Waldner in einer Pressekonferenz im Robert Musil-Museum bekannt.

Neben den Preisträgern waren auch die Kulturamtsleiterin der Stadt Klagenfurt, Michaela Tertschnig, Gert Jonkes Lebensgefährtin und Nachlassverwalterin Ingrid Ahrer, Stadttheaterintendant Florian Scholz und Marie Rötzer vom Thalia Theater Hamburg anwesend.

„Für Kärnten ist es sehr wichtig, die literarischen Werke von Gert Jonke vor den Vorhang zu holen und somit weiter leben zu lassen. Dies trägt auch dazu bei, dass man Kärnten auch außerhalb der Grenzen mit Literatur verbindet“, so der Kulturreferent, der die Weiterführung dieses Preises versicherte. Er sei vor allem Josef Winkler für dessen Anregung auf diesen Preis sehr dankbar. Waldner gratulierte den Preisträgern und Ahrer für ihre fördernde Arbeit. Die außerordentliche Form der Gestaltung des Tagesprogramms zur Preisverleihung gemeinsam mit dem Stadttheater Klagenfurt und der Kulturabteilung der Stadt, bezeichnete Waldner als sehr gelungen und dankte für die gemeinsame Zusammenarbeit.

Roth und Händl, die sich vorher nicht persönlich kannten, drückten ihre Freude über den Preis aus. „Jonke hat die Werke von Roth sehr geschätzt und Händl, den er bei einer Lesereise 1995 kennen gelernt hat, sehr ins Herz geschlossen“, erzählte Ahrer, die sich einen wissenschaftlichen Beirat und Gremien wünsche, um die Basisstücke Jonkes am Leben zu erhalten und weiterführen zu können.
Stadttheaterintendant Scholz sei stolz darauf, mit der Kärntner Erstaufführung „Die versunkene Kathedrale“ ein Schauspiel von einem der ganz großen deutschsprachigen Dichter auf der Bühne zu haben und meinte: „Die Stadt verfällt in Jonke-Fieber“.

„Die Werke von Roth und Händel befassen sich mit einer besonderen Art des Umganges mit Sprache und Kunst und liegen nicht im Trend“, erklärt Rötzer die Begründung der Jury zur Preisvergabe. Die international zusammengesetzte Jury, die jedes Mal neu zusammengestellt wird, bestand diesmal aus Joachim Lux (Intendant des Thalia Theaters Hamburg), Torsten Fischer (Regisseur) und Peter Kümmel (Redakteur der Wochenzeitung Die Zeit).

Roth, geboren 1948, in Sindelfingen, promovierte 1975 in den Fächern Philosophie und Linguistik und war über dreißig Jahre Hörspieldramaturgin beim Süddeutschen Rundfunk, heute Südwestrundfunk, in Stuttgart. Sie verfasst Lyrik, Prosa, Theaterstücke sowie Hörspiele. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter 1983 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Roth lebt in Stuttgart.

Händl Klaus, geb. 1969 in Rum/Tirol, lebt in Wien, Berlin und Port am Bielersee /Schweiz. Nach der Schauspielausbildung in Wien folgte ein Engagement am dortigen Schauspielhaus. Außerdem spielte er in mehreren Filmen mit. Sein Hörspiel Kleine Vogelkunde (ORF) wurde als Hörspiel des Jahres 1996 ausgezeichnet. Händl Klaus unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst Wien in der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung. Er lebt heute in Wien, Berlin und Port am Bielersee.

Nach der feierlichen Preisverleihung im Stadttheater am Nachmittag, erfolgte um 18 Uhr im Musil-Museum die Ausstellungseröffnung von Wolfgang Seierl mit Bildern und Texten von Jonke. Mit dem Shuttle-Bus ging es zurück zum Stadttheater, wo ca. 80 Schüler des St. Ursula-Gymnasium Klagenfurt, die HTL Villach und das Gymnasium Tanzenberg einen 50 Meter langen Spruchband mit dem Prosatext des Sprachkünstlers tanzend präsentierten. Um 19.30 Uhr erfolgte die Kärntner Erstaufführung „Die versunkene Kathedrale“.


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Redaktion: Röttig/LPD
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