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POLITIK

UmweltanwältInnen: Nutzung von Bioenergie ist nicht nachhaltig

02.05.2013
Umweltreferent LR Holub unterstützt Forderungen im Positionspapier der UmweltanwältInnen – Bundesregierung muss bei österreichischer Energiestrategie umdenken
Kärntens Umweltreferent LR Rolf Holub unterstützt die Forderungen im Positionspapier der österreichischen UmweltanwältInnen nach einer nachhaltigen Nutzung von Bioenergie in Österreich. „Ein sorgsamer Umgang mit unseren Ressourcen hat oberste Priorität. Aus diesem Grund müssen wir die Maßnahmen im Bereich der optimierten Energieeffizienz mit voller Kraft vorantreiben“, so Holub.

Die österreichische Energiestrategie sieht vor, die Bioenergienutzung auf landwirtschaftlichen Flächen sowie im Wald bis 2020 weiter zu erhöhen. Im entsprechenden Aktionsplan für erneuerbare Energien sind unrealistische Ausbaupotentiale für die Biomassenutzung ausgewiesen. Nachdem im Vorjahr europaweit eine kritische Diskussion über Biotreibstoffe geführt wurde, zeichnet sich auf EU-Ebene eine Trendwende bei den Regelungen zu Biotreibstoffen ab und es wird eine Obergrenze für die energetische Nutzung von Nahrungsmitteln diskutiert.

Die österreichischen UmweltanwältInnen haben die Bioenergieproduktion in Österreich jetzt genauer unter die Lupe genommen und sind sich in ihrem gemeinsamen Positionspapier einig: „Die land- und forstwirtschaftlichen Flächen Österreichs sind gerade in Zeiten eines globalen Klimawandels zentrale Eckpfeiler unserer Ernährungs- und Versorgungssicherheit und sollen nicht für ineffiziente Energieproduktion verwendet werden. Sinnvoll ist nur eine energetische Nutzung von Reststoffen aus der Landwirtschaft, die nicht für Nahrungs- und Futtermittel oder für die Bodenerhaltung verwendet werden. Nutzung von Holz muss nachhaltig bleiben.“

Um einen sorgsamen Umgang mit diesen wertvollen Ressourcen zu gewährleisten, stellen die UmweltanwältInnen fünf wesentliche Forderungen an die Bundesregierung:

- Biomasse sollte auch aus Sicht des Klima- und Naturschutzes nachhaltig produziert und vorrangig der Ernährung und stofflichen Verwertung (Holzbau, Möbel) zugeführt werden.

- Die heimischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sollten für diese wertvolle Arbeit so entlohnt werden, dass sie diese Aufgabe nachhaltig erfüllen und gegen ausländische Billigkonkurrenz gut bestehen können.

- In der Landwirtschaft sollten nur Zwischenfrüchte, Rest- und Abfallstoffe im Rahmen einer kaskadischen Nutzung zur Energiegewinnung herangezogen und am besten wieder in der Lebensmittelproduktion genutzt werden. Dabei ist aber gleichzeitig auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu achten, und der überwiegende Teil der Ernterückstände auf das Feld rückzuführen. In der Forstwirtschaft darf nicht mehr geerntet werden als dem jährlichen Zuwachs entspricht.

- Ackerflächen sollten vor Versiegelung stärker geschützt werden sowie vor weiteren Intensivierungsmaßnahmen, wie dem erhöhtem Einsatz von Dünger und Pestiziden. Die Ressource Boden ist nicht vermehrbar und fast nicht wieder herstellbar. Die vermehrte Bewirtschaftung von Brachen schadet häufig geschützten Tieren und Pflanzen und schmälert damit auch Ressourcen.

- Die österreichische Energiestrategie ist in Fragen der Biomassenutzung nicht nachhaltig und muss daher neu ausgerichtet werden. Österreich wird seinen internationalen bzw. EU-rechtlichen Verpflichtungen in punkto Klimaschutz nur dann nachkommen können, wenn wir unseren Energieverbrauch drastisch reduzieren. In den Sektoren Raumwärme und Verkehr liegt das größte und am einfachsten umsetzbare Potential für eine markante Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs.

INFO: Das neue Positionspapier der österreichischen Umweltanwaltschaften „Nachhaltige Nutzung von Bioenergie in Österreich“ untermauert diese Aussagen mit Zahlen und Fakten und zeigt mit einem umfassenden Forderungskatalog den Weg zur nachhaltigeren Nutzung der Ressourcen Biomasse und Boden auf. Download unter www.wua-wien.at


Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/Böhm