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"Glocknerlady" zieht wieder ihre Kreise

06.05.2013
Nationalparkreferent LR Ragger: Bartgeier nach Bleivergiftung wieder freigelassen - Umstellung auf bleifreie Munition als Ziel
Seit gestern, Sonntag, zieht Bartgeierdame „Glocknerlady", welche an einer schweren Bleivergiftung durch bleihaltige Jagdmunition erkrankt war, wieder ihre Kreise im Nationalpark Hohe Tauern. Innerhalb weniger Sekunden ließ sie sich durch den starken Südwind vom Gipfel des Scharecks in die Höhe treiben und zog sogleich eine erste Kontrollrunde durch ihr altes Revier. „Es freut uns besonders, dass dieses wunderbare Tier nach sechsmonatiger Pflege in der Bartgeierzuchtstation Haringsee wieder genesen ist und seine Kreise im Nationalpark zieht", betonte heute, Montag, Nationalparkreferent LR Christian Ragger.

Im Juni 2012 war „Glocknerlady" zusammen mit „Inge" im Zuge des internationalen Projektes zur Wiederansiedelung des Bartgeiers in den Alpen im Fleißtal bei Heiligenblut freigelassen worden. Bei einem ihrer ersten größeren Ausflüge zog sich „Glocknerlady“ diese schwere Bleivergiftung zu. Dank ihres Senders wurde sie zeitgerecht gefunden. „Blei gelangt über feine Splitter bleihaltiger Jagdmunition in die Natur und wird von Geiern über Aufbrüche und angeschossene Wildtiere aufgenommen. Die Folge sind schwere Schädigungen des zentralen Nervensystems, der inneren Organe und des Nährstofftransportes im Blut", informierte Nationalparkdirektor Peter Rupitsch.

Bei einer Diskussionsrunde gestern, Sonntag, erklärten Ragger und Landesjägermeister Ferdinand Gorton, dass sie sich in puncto Umstellung auf bleifreie Munition weiter einsetzen werden. „Es ist unser erklärtes Ziel, in absehbarer Zeit das Verbot von bleihaltiger Munition durchzusetzen und somit Kärnten als Vorreiterbundesland zu etablieren. Als zuständiger Referent habe ich die Prüfung der dazu notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen in Auftrag geben", erklärte Ragger.

Auch der Nationalpark Hohe Tauern geht hier mit gutem Vorbild voran: In allen Kärntner Nationalpark-Revieren wird bei der Durchführung von Regulierungsabschüssen, sofern solche erforderlich sind, bleifreie Munition verwendet. „Eine ganze Reihe von Nachbarrevieren ist diesem Beispiel schon gefolgt und garantiert damit bleifreies Wildbret", so Rupitsch.

Der gestrigen Freilassung wohnten Bürgermeister Josef Schachner, Hans Frey (Leiter Bartgeierzuchtprogramm) sowie lokale Jagd- und Nationalparkvertreter bei.

I N F O: Weitere Ausflüge können online http://www.hohetauern.at/de/online-service) live mitverfolgt werden


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Ragger