News

POLITIK

"Frühlingsempfang" in Neuer Burg Völkermarkt

15.05.2013
LH Kaiser, LR Waldner, LR Holub und LR Ragger beantworteten Fragen zu den Perspektiven der Region
Mit dem „Frühlingsempfang“ in der Neuen Burg wollen die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Völkermarkt und die Stadtgemeinde Völkermarkt den Unternehmen, Vereinen, Organisationen und Behörden des Bezirks für die gute Zusammenarbeit danken. Gestern, Dienstag, am Abend beantworteten in diesem Rahmen Landeshauptmann Peter Kaiser sowie die Landesräte Christian Ragger, Wolfgang Waldner und Rolf Holub Fragen zum Thema „Perspektiven der Region – Entwicklung bis 2020“. Moderator Thomas Cik stellte sie in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und Bildung.

Der Landeshauptmann betonte, dass man die Stärken des Bezirks Völkermarkt konsequent weiterentwickeln wolle. Diese würden in der Grenznähe und in der Historie liegen, aber auch in den kulturellen Akzenten, die man zum Beispiel in Bleiburg setze. Kaiser verwies auf Magnetwirkungen durch Bosch-Mahle oder Betriebsansiedlungen im benachbarten Wolfsberg, es gebe also nicht nur Abwanderung. Wichtig sei es, jeden Steuereuro effektiv einzusetzen. Unterstützen will Kaiser Projekte, die aus der Region kommen, nachhaltig sind, Perspektiven und Arbeitsplätze schaffen. „Wir wollen nicht mehr Geld verbrennen, man muss auch zu Ideen nein sagen können“, betonte er.

Auf die Fragen zum Skigebiet Petzen oder zum Thermenprojekt in St. Kanzian antwortete der Landeshauptmann, dass man darüber gemeinsam und aus der Region heraus entscheiden müsse. Alle müssten sich bei beiden Projekten klar sein, in welche Richtung man gehe und wo man Schwerpunkte setze. Zur Frage der dezentralen Schulstandorte sagte Kaiser, dass Einrichtungen erhalten bleiben müssten, wo sie für die Vitalität des Raumes unverzichtbar seien. Bei Ganztagsschulformen müssten auch neue Lernkulturen, soziales Lernen und das Gemeinsame berücksichtigt werden.

Waldner sieht es als seine Aufgabe als Kulturreferent, die „kulturellen Perlen überall in den Regionen auf eine Kette aufzureihen“. Die von Bürgermeister Valentin Blaschitz angesprochene Idee einer Landesausstellung zu 100 Jahre Volksabstimmung sei ein ideales Thema. Künstler könnten sich damit kritisch auseinandersetzen, Volkskultur und Bevölkerung könnten eingebunden werden. Landesausstellungen schaffen für Waldner Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Beschäftigung und eine Bewusstseinsänderung der Menschen hin zu verschiedenen Formen der Kultur. Er will ein fundiertes Konzept für Landesausstellungen auf Jahre voraus entwickeln und längerfristig planen. Als Tourismusreferent forderte er ein ganzheitliches Denken bei allen Projekten im Land, man werde Prioritäten setzen müssen. In diesem Sinne nehme die Kärntner Tourismusholding auch die Petzen und das Thermenprojekt in St. Kanzian genau unter die Lupe.

Holub sprach sich klar gegen eine dritte Autobahnabfahrt bei Völkermarkt aus, die Koralmbahn braucht für ihn mehr Haltestellen. Zur allgemeinen Entwicklung des Landes meinte er, dass man es sich nicht mehr leisten könne, Geld ohne Plan auszugeben. Man brauche einen Masterplan, der auch befolgt werde. Im Energiebereich sei ein Masterplan auf dem Weg und solle Ende Mai 2014 fertiggestellt sein. Öffentliche Gebäude auf erneuerbare Energien umzustellen und entsprechend zu sanieren würde Handwerksbetriebe unterstützen und Energieeinsparungen bringen. Holub will weg von fossilen Energien und Energiequellen aus Kärnten nutzen. Geben solle es neue Fördermaßnahmen für die Gebäudesanierung, speziell im Lavanttal solle im Sinne der Feinstaubreduzierung die Heizungsumstellung unterstützt werden.

Ragger verwies auf die Investitionen der letzten Jahre in den Bezirk Völkermarkt. Als Erfolgsbeispiel nannte er die gemeinsamen Projekte der HAK Völkermarkt mit der Wirtschaft. Als zuständiger Referent will er, dass sich Kärnten durch eine schnelle Verfahrensabwicklung auszeichnet. Das würde vor allem die Ansiedlung italienischer Unternehmen fördern. Verfahren sollten dem Prinzip eines One-Stop-Shops folgen. Eine dritte Autobahnabfahrt für Völkermarkt wäre für Ragger eine gute Investition für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Man könne nämlich damit auch das Görtschitztal und wichtige Betriebe anbinden.

Völkermarkts Bürgermeister Valentin Blaschitz dankte allen für die gute Zusammenarbeit, „um unsere Region flott zu machen“. Es gebe im Bezirk viele große Probleme, aber auch viele Ideen, die man verwirklichen wolle. Blaschitz will an einer Standortmarke Völkermarkt arbeiten und dabei alle Bürgerinnen und Bürger miteinbinden, zudem appellierte er für ein überregionales Denken über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinaus.

Werner Kruschitz von der Wirtschaftskammer erwähnte den Konkurs von GriffnerHaus und mehrere weitere Konkurse. „Wir haben im Bezirk ein negatives Triple-A plus“, sagte er und verwies auf die „schlimme Abwanderung“, steigende Arbeitslosigkeit und fehlende Kaufkraft. Betriebsansiedlungen sollten Völkermarkt stärken und mit Arbeit füllen.

Beim „Frühlingsempfang begrüßt wurden außerdem die Landtagspräsidenten Rudolf Schober und Josef Lobnig, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, die Landtagsabgeordneten Jakob Strauß, Franz Wieser und Zalka Kuchling, Bezirkshauptmann Gert-André Klösch sowie Bürgermeister und Unternehmer des Bezirks. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bläserensemble Völkermarkt.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Waldner/LR Holub/LR Ragger
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser