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POLITIK

Gedenktafel für Kärntens Polit-Opfer der Nazi-Zeit

18.05.2013
LH Kaiser: Opfer haben Recht auf Erinnerung und Gedenken-Arbeitsgruppe wird Möglichkeiten zur Errichtung von Gedenk- und Mahntafeln erarbeiten
Um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und als Mahnung an uns und die künftigen Generationen, dass Menschenwürde und Menschenrechte stets zu achten sind, lässt Landeshauptmann Peter Kaiser die Möglichkeit zur Errichtung einer Gedenktafel im Eingangsbereich des Amtsgebäudes der Kärntner Landesregierung für alle Kärntner Landtags- und Nationalratsabgeordneten, die während des NS-Regimes ermordet wurden, prüfen. „Die Opfer haben ein Recht auf Erinnerung und Gedenken, Erinnerung an das barbarische Unrecht, das ihnen angetan worden ist, und sie haben ein Recht, dass ihre Namen in Erinnerung bleiben“, sagt Kaiser heute, Samstag.

Der Landeshauptmann habe die Einrichtung einer Arbeitsgruppe veranlasst, die sich der Realisierung dieses Projektes widmen werde. Eingebunden seien u.a. Landesarchivdirektor Wilhelm Wadl, das Landeskonservatorat, der Klagenfurter Hobby-Historiker und Ideengeber Reinhold Gasper und die Amtsgebäudeverwaltung.

Wie Kaiser betont, soll niemals vergessen werden, was die Nazi-Diktatur an Verbrechen und Untaten zu verantworten habe. Es habe aber auch damals viele Menschen gegeben, die der NS-Diktatur, aus verschiedenen Gründen Widerstand geleistet hätten. „Es waren mutige Menschen, die anderen geholfen haben, die anders gehandelt haben als die schweigende Mehrheit. Es gibt neben der persönlichen Schuld auch die moralische und politische Schuld. Daher ist es wichtig und notwendig, Tatsachen und Verbrechen von einst aufzuzeigen und sie aufzuarbeiten“, stellt Kaiser fest.

Der Landeshauptmann zitiert Bundespräsident Heinz Fischer, dessen Aussage er unterstreiche: „Schlussstriche unter Verbrechen dieser Dimension können weder von einzelnen Menschen, noch von Regierungen oder Parlamenten dekretiert werden. Aber ich darf an ein Motto erinnern, das eine große Österreicherin, die jahrelang die Qualen der Haft in einem Konzentrationslager erleiden musste, nämlich Rosa Jochmann, an ihrem Lebensabend formuliert hat. Dieses lautet: Vergessen nein, verzeihen ja.“ Das „Niemals vergessen“ und „Wehret den Anfängen“ gehöre somit ganz zentral zum bewussten Umgang mit der Geschichte unseres Landes, so Kaiser.

Es sei entscheidend, dass aus der tragischen Geschichte die richtigen Lehren gezogen würden. Jeder Form von Rassismus und Antisemitismus sei mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Hetze, Rassenwahn und Hass hätten in die Katastrophe geführt. Europa habe aufbauend auf dem gemeinsamen Bekenntnis des „Nie wieder“ aus der Tragödie des Nazi-Regimes und des Zweiten Weltkriegs gelernt, sagt Kaiser. „Heute dürfen wir uns über Demokratie, Wohlstand, Chancengerechtigkeit, Solidarität und Freiheit erfreuen. Wir schätzen und fördern das Friedensprojekt der EU mit all seinen Bemühungen um Wohlstand, Frieden, soziale Sicherheit und den Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut“, betont der Landeshauptmann.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Sternig