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Kärnten: Beschäftigungsoffensive für 330 Personen

28.05.2013
LH Kaiser, LHStv. Schaunig, AMS-Chef Zewell und Gemeindebundpräsident Vouk informierten – Gesundheitlich beeinträchtigte Personen und Langzeitarbeitslose als Zielgruppe
Das Land Kärnten startet gemeinsam mit AMS und Gemeindebund eine Beschäftigungsoffensive. Insgesamt sollen 330 Arbeitsplätze geschaffen werden, davon werden 200 zusätzliche Jobs bei Gemeinden und gemeinnützigen Trägern im Rahmen dieser Offensive neu geschaffen, die finanziellen Mittel dafür stammen aus dem Territorialen Beschäftigungspakt (TEP). Weitere 130 sollen im Bereich der kommerziellen Wirtschaft entstehen.

Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Arbeitsmarkt- und Gemeindereferentin LHStv. Gaby Schaunig sowie AMS-Landesgeschäftsführer Franz Zewell und Gemeindebundpräsident Bgm. Ferdinand Vouk informierten heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz in Klagenfurt über Details und Projekte.

Es sei dies angesichts des unerfreulichen Arbeitsmarktes ein sehr positives Signal, das gemeinsam mit dem AMS und den Gemeinden gesetzt werde, sagte der Landeshauptmann. Es sei notwendig, der negativen Entwicklung aktiv entgegenzusteuern. Beschäftigung zu schaffen sei der wesentlichste Faktor in unserer Arbeitsgesellschaft, so Kaiser.

Vor allem zwei Zielgruppen würden angesprochen: einmal gesundheitlich beeinträchtigte Personen sowie Langzeitarbeitslose. Künftig werde man eine weitere Verschränkung von Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätzen zwischen Land, AMS und Gemeinden forcieren, um vermehrt Beschäftigung zu erreichen. Bildung sei die Eintrittskarte ins Berufsleben, sagte Kaiser. Daher sei es umso wichtiger, den fehlenden Abschluss bei Schülern bzw. Jugendlichen sowie Lehr-Abbrechern nachzuholen. Hier sei es gelungen, im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz die Unterstützungsaktion für diese Abbrecher um drei Jahre zu verlängern.

Was die älteren ArbeitnehmerInnen betrifft, so sei es auch erklärtes Ziel der Bundespolitik, unter 50jährige im Arbeitsprozess zu behalten oder zu reintegrieren. Österreich und Kärnten würden im gesamteuropäischen Kontext dennoch sehr gut dastehen, man sei Europameister, doch seien angesichts von Betriebsschließungen, wobei es sich oft um verlängerte Werkbänke handle, neue Beschäftigungschancen notwendig, unterstrich Kaiser.

LHStv. Schaunig sagte, dass die Politik hier nicht alle Erwartungen erfüllen, jedoch wichtige Impulse setzen könne. Dies sei auch mit dem mit LR Wolfgang Waldner initiierten Kärntner Bauoffensive im Ausmaß von 50 Mio. Euro gelungen, das den Gemeinden für Bauprojekte zur Verfügung stehe. Insgesamt sei es damit möglich, 1.200 Arbeitsplätze zu sichern. Schaunig betonte die verlässliche Partnerschaft mit dem AMS und den Gemeinden und betonte ebenfalls die Notwendigkeit, fehlende Bildungsabschlüsse und Qualifizierungen nachzuholen. Da viele am ersten Arbeitsmarkt keine Chance hätten, sei es notwendig, gemeinnützige Projekte anzubieten, wie dies nunmehr mit der neuen Offensive für 200 Personen geschehe, so Schaunig.

AMS-Landesgeschäftsführer Zewell skizzierte die Kärntner Arbeitsmarktentwicklung. Die Arbeitslosenquote betrage 10,1 Prozent. 6.200 Arbeitsplätze seien verloren gegangen, der Wirtschaftsmotor laufe jedoch. Insgesamt rechne er für heuer mit einem Arbeitslosenstand von 69.000 Personen. Die körperlichen und psychischen Belastungen würden zunehmen, es sei umso wichtiger, Menschen zu qualifizieren sowie ältere ArbeitnehmerInnen im Arbeitsprozess zu behalten oder zu reintegrieren. Insgesamt könnte aus der gemeinsamen Beschäftigungsoffensive zwischen Land, AMS und Gemeinden eine nachhaltige Beschäftigung von über 40 Prozent bewirkt werden, so Zewell.

Gemeindebundpräsident Bgm. Vouk begrüßte diese Beschäftigungsoffensive. Sie stärke den ländlichen Raum und das soziale Umfeld. Vom Bauhof über Grünpflege sowie im Büro könnten nun Menschen Beschäftigung finden, man wolle seitens der Gemeinden offensiv vorgehen, um Arbeitslosen zu helfen. Als ein wichtiges Beispiel wurde auch die Betreuung des Radwegenetzes, etwa beim Drauradweg, erwähnt. Wie Schaunig sagte, sei dies auch von touristischer Bedeutung sowie Ausdruck guter interkommunaler Kooperation.

Der TEP wird um 2,3 Mio. Euro auf 38,3 Mio. Euro aufgestockt, davon
trägt das AMS Kärnten mit 22,46 Mio. Euro den Hauptteil der Kosten, das Land investiert 8,8 Mio Euro. Gemeinden und Betriebe bringen rund 4,9 Mio. Euro auf und 2,1 Mio. Euro werden als Eigenerlöse in den sozialökonomischen Betrieben erwirtschaftet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/
Büro LHStv. Schaunig
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/ Hofmeister