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Tierrettung zeigt rechtliche Lücken

05.06.2013
LR Ragger: Transport von Kleintieren ohne ausreichende Schutzbestimmungen
Das glückliche Ende des Dramas rund um die 1.700 Kleintiere, die nach einem Lkw-Unfall ins Klagenfurter Tierschutzzentrum kamen, offenbart massive rechtliche Mängel. „Während die Transportbedingungen für Nutztiere einigermaßen tierfreundlich gestaltet sind, fehlen Schutzbestimmungen im EU-Recht“, teilt Tierschutzreferent LR Christian Ragger heute, Mittwoch, mit. Von Kärnten aus sollten Initiativen gestartet werden, diese Lücken in den EU-Richtlinien zu beseitigen.

Es sei den Protesten von Tierfreunden zu verdanken, dass heute der Rücktransport der Tiere gescheitert ist. Die holländischen Fahrer haben selbst eingesehen, dass ihr Transporter nicht geeignet ist. Mäuse, Hamster etc. wollte man zuhauf zusammengepfercht in kleinen Boxen stundenlang ohne Wasserversorgung transportieren. Mangels rechtlicher Festlegungen für Transportdichte etc., hatte der beigezogene Amtstierarzt keine Handhabe, die Rückführung der Tiere zu verbieten. Letztlich haben die Proteste von Tierfreunden und die fachliche Stellungnahme von Marina Zuzzi-Krebitz dazu geführt, dass der Eigentümer der Tiere einer Übertragung der Besitzrechte auf das Tierheim zugestimmt hat.

Das Tierschutzkompetenzzentrum will nun versuchen, für die Tiere ein neues Zuhause zu finden. Ragger appelliert an interessierte Tierfreunde, einzelne Tiere in ihre Obhut zu nehmen. Der Tierschutzreferent nahm auch Stellung zu in Medien verbreiteten Aussagen, dass eine Tötung von Tieren in Frage käme. „Selbstverständlich würde die Behörde dem nie zustimmen - mit einer Ausnahme, beim Auftreten einer gefährlichen ansteckender Krankheit eines Tieres. Dann wären die Veterinärbehörden aufgrund des Tierseuchengesetzes verpflichtet, eine sogenannte diagnostische Tötung anzuordnen und von einem Tierarzt vornehmen zu lassen. Im Fokus steht dabei vor allem die Tollwut. Ein infiziertes Tier würde eine Gefahr für Mensch und Tier bedeuten. Derzeit gibt es aber zum Glück keine Hinweise darauf, dass eines der eingefangenen Kleintiere den gefährlichen Erreger trägt“, so Ragger.

Im Tierseuchengesetz heiße es dazu ausdrücklich: „Tiere, bei welchen die Wutkrankheit ausgebrochen ist, sind zu töten.“ Gerade wegen der Seuchengefahr sei ein illegaler Tiertransport, bei dem die Tiere am Herkunftsort nicht gesundheitlich überprüft werden, unverantwortlich. Der Verantwortliche holländische Tierhändler hat laut Ragger einen guten Teil der Bergungs- und der bisher im TIKO entstandenen Betreuungskosten bezahlt. Strafverfahren der BH Spittal und des Magistrates Klagenfurt würden im Zuge eines bestehenden Rechtshilfeabkommens weitergeführt.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/ Böhm