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POLITIK

In Villach entsteht neue zwischenbetriebliche Lehrwerkstätte

05.06.2013
LH Kaiser bei Präsentation des österreichweit einzigartigen Projektes: „Mit positivem Kontrapunkt zu Kassasturz, Weichen für positive Zukunft stellen. Ziel: Kein Jugendlicher ohne Berufsausbildung“
Mit der Errichtung einer modernen Ausbildungsstätte wird im Technologiepark Villach ein österreichweit einzigartiges und innovatives Projekt umgesetzt. Heute, Mittwoch, wurde es von Landeshauptmann Peter Kaiser, Bürgermeister Helmut Manzenreiter, AK-Präsident Günther Goach, WK-Präsident Franz Pacher, ÖGB-Landesvorsitzendem Hermann Lippitsch und AMS-Landesgeschäftsführer Franz Zewell im Villacher Rathaus präsentiert. Neben der zwischenbetrieblichen Ausbildung von Lehrlingen und der überbetrieblichen Ausbildung von Jugendlichen auf höchstem Niveau wird in Kooperation mit den Bildungsträgern BFI und WIFI auch eine Aus- und Weiterbildung für Erwachsene angeboten.

„Nach dem gestrigen Kassasturz ist diese Präsentation heute ein positiver Kontrapunkt“, sagte der Landeshauptmann. Mit der Errichtung der zwischenbetrieblichen Lehrwerkstätte durch Kooperation der Kärntner Sozialpartner wird Gemeinsamkeit in den Vordergrund gerückt. Bildung und Ausbildung würden immer wichtiger und seien auch bedeutsame Bestandteile des Regierungsprogramms. „Kein Kärntner Jugendlicher soll ohne abgeschlossene Berufsausbildung sein“, betonte Kaiser. Lehrwerkstätten in entsprechenden Fächern seien ungemein wichtig, mit Weiterqualifizierung würden Bedürfnisse abgedeckt.

„Es gilt, Hauptmaßnahmen gegen das negative Triple A – Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Armut – zu setzen“, so der Landeshauptmann. Mit der Lehrwerkstätte würden Handlungen gegen Arbeitslosigkeit gesetzt und durch gute Ausbildung werde der Abwanderung wirkungsvoll entgegengetreten. „Trotz sehr schlechter Umstände und geringer Mittel versuchen wir, langfristige Akzente zu setzen, das halte ich für die richtige Politik“, betonte Kaiser. Die Vergangenheit sei geschehen, jetzt gelte es, Weichen für die Zukunft zu stellen. „Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement“, sagte der Landeshauptmann.

„Mit diesem Traumprojekt für den Wirtschaftsstandort Villach, errichtet durch die Sozialpartner Kärntens, ist unser Ausbildungskonzept abgeschlossen“, sagte Manzenreiter. Dies sei die intelligenteste Form der Wirtschaftsförderung und Villach werde sich auch daran beteiligen. „Nicht nur für Villach, sondern auch für uns ist dies ein zukunftsweisendes Projekt und ich bin sehr stolz, dass uns diese gemeinsame Verwirklichung gelungen ist“, betonte Goach. Es sei ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft und den Kärntner Arbeitsmarkt. „Die Kärntner Wirtschaft bildet jährlich rund 9.000 Lehrlinge aus“, so Pacher. Diese ideologiefreie Zusammenarbeit ohne Barrieren sei ein Modellfall und sehr wichtig für den gesamten Kärntner Wirtschaftsraum. „Wir wollen alle gemeinsam das Land wieder auf Vordermann bringen“, sagte Lippitsch und bezeichnete die zwischenbetriebliche Lehrwerkstätte „als Vorzeigeprojekt für ganz Österreich“. „Der Wirtschaftsmotor läuft, aber noch nicht schnell genug“, berichtete Zewell. Dieses neue Projekt in Villach sei ein weiterer Baustein zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und habe für das AMS Kärnten Priorität.

Auf dem von der Stadt Villach kostenlos zur Verfügung gestellten Areal wird im Herbst mit dem Bau begonnen, die Nutzfläche wird rund 2.300 Quadratmetern umfassen. Die neue Lehrwerkstätte bietet Ausbildungsmöglichkeiten für die Berufe Metalltechnik, Maschinenbautechnik, Zerspanungstechnik, Fertigungstechnik, Elektrotechnik (inkl. Reinraumtechnik) Mechatronik sowie Kunststofftechnik bieten. Ziel ist es, in Kooperation mit Kärntner Unternehmen möglichst viele Facharbeiter auszubilden und dabei auf die Bedürfnisse der Wirtschaft einzugehen. Weiters werden Zusatzqualifikationen angeboten, die durch die Unternehmen nicht abgedeckt werden können. Eine Umfrage unter Firmen im Oberkärntner Raum ergab, dass ein großes Interesse an der Lehrwerkstätte besteht.

Insgesamt werden 5,7 Millionen Euro investiert, dabei betragen die Kosten für den Bau rund 4,5 Millionen, 1,2 Millionen Euro werden in die Ausstattung mit modernsten Maschinen investiert. Die Inbetriebnahme ist im Herbst 2014 geplant. Errichtung und Betrieb sowie die Bereitstellung von Personal für BFI und WIFI erfolgen durch die Gemeinnütziges Personalservice Kärnten GmbH (GPS).


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/Monika Zore