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Professor Dr. Ernest Petrič mit Julius-Kugy-Preis geehrt

12.06.2013
LH Kaiser würdigt Petrič als europäischen Vordenker – Arbeitsgespräch mit Ministerin Tina Komel in Eisenkappel
Die Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen (SKS) verlieh heuer ein weiteres Mal den Julius-Kugy-Preis, der nach dem Alpinisten und Pionier der Julischen Alpen sowie multikulturell wirkenden Buchautor Julius Kugy (1858 - 1944) benannt ist. Diesjähriger Preisträger ist der Jurist und Diplomat Professor Dr. Ernest Petrič . Die hohe Auszeichnung erhielt Petrič, von seiner Frau Ana Polak Petrič begleitet, gestern, Dienstagabend, in Bad Eisenkappel.

An der Spitze der Gratulanten befanden sich Landeshauptmann Peter Kaiser, die Ministerin für Auslandsslowenen, Tina Komel, Boris Jesih, Staatssekretär im Amt für Auslandsslowenen, Generalkonsulin Dragica Urtelj, und der Bürgermeister von Bad Eisenkappel, Franz-Josef Smrtnik. Viele Ehrengäste aus dem Inland und aus Slowenien, aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft nahmen teil. SKS-Obmann Bernard Sadvonik hob das völkerverbindende Wirken und Schaffen des international anerkannten Preisträgers hervor, der ermutige, am Friedensprojekt Europa weiterzuarbeiten. Sadovnik überbrachte auch die Glückwünsche von Bundespräsident Heinz Fischer.

Der Landeshauptmann gratulierte Petrič ebenfalls und sprach seine Glückwünsche in slowenischer Sprache, wofür er viel Applaus erhielt. Petrič sei eine überaus verdienstvolle Persönlichkeit mit herausragenden Leistungen. Er sei frühzeitig schon ein grenzüberschreitender Vordenker gewesen, lobte Kaiser und wies auch auf dessen Aktivitäten im Geist der „senza confini“-Bemühungen um die Durchführung von Olympischen Spielen zwischen Kärnten, Slowenien und Italien hin.

Kaiser wies auf seinen kürzlich erfolgten Staatsbesuch in Slowenien und die neue Qualität der Beziehungen zwischen den beiden neuen Regierungen in Kärnten und in Slowenien hin. Beide seien massiv daran interessiert, die Verständigung zu vertiefen und auch den guten wertschätzenden Umgang mit der Volksgruppe voranzutreiben. Kaiser hieß die Ministerin Tina Komel herzlich willkommen, mit der er auch im Rahmen seines ersten Besuches in Slowenien zusammentraf und Gespräche führte. Man ist sich einig darin, die Zusammenarbeit mit gegenseitigem Respekt auszubauen und gemeinsame Projekte positiv voranzutreiben. Ein Thema beim vorausgehenden Arbeitsgespräch bildeten offene Fragen um die Glasbena sola (Musikschule).

Kaiser betonte, man wolle den offenen Austausch von Informationen und Meinungen, auch wenn sie kontrovers seien, erörtern. Österreich und Slowenien sollten in Gemeinsamkeit auch mit dem nächsten EU-Land, Kroatien, die mitteleuropäischen Interessen bzw. die Interessen der Alpen-Adria-Region vertreten und damit bilde man einen wichtigen Stützpfeiler innerhalb Europas.

Der frühere Minister für Auslandsslowenen, Boštjan Žekš, hielt eine sehr persönlich gehaltene Laudatio. Preisträger Ernest Petrič war Botschafter der Republik Slowenien in den Vereinigten Staaten (1991-1997) und in Österreich (2002-2008). Seit November 2010 ist er Präsident des Verfassungsgerichtshofes der Republik Slowenien. Der Geehrte lehrte als Professor an der Fakultät für Soziologie und Politologie an der Universität Ljubljana und absolvierte viele Gastprofessuren. Er war Mitarbeiter und Funktionär in wissenschaftlichen Institutionen und hat zahlreiche Beiträge zur Volksgruppenproblematik sowie internationale Beziehungen in der Außenpolitik verfasst. Von 1997 bis 2000 war er auch Staatssekretär im Außenministerium.

Die hohe Reputation des Geehrten zeigt sich auch darin, dass Petrič Mitglied des Beratungsgremiums für die Nominierungen von Richtern des Internationalen Strafgerichtshofes wurde. Petrič ist ein großer Kärnten-Kenner und Kärnten-Freund.

Mit dem Julius-Kugy-Preis werden Persönlichkeiten aus dem Alpen-Adria-Raum bedacht, die durch ihr Wirken die Idee der Mehrsprachigkeit und kulturellen Mannigfaltigkeit gelebt haben und leben und die durch ihr Vorbild das verständnisvolle Zusammenwachsen verschiedener Völker und Volksgruppen im Alpen-Adria-Raum fördern.

Unter den vielen Ehrengästen, die auch Bgm. Franz-Josef Smrtnik willkommen hieß und die mit Liedern der Smrtnik-Brüder begrüßt wurden, sah man auch: Botschafter Clemens Koja, Generalsekretär Johannes Kyrle, Landtagspräsident Rudolf Schober, LAbg. Zalka Kuchling, Oberlandesgerichtspräsident Manfred Scaria, Staatsanwaltschafts-Leiter Friedrich Borotschnik, Landesgerichtspräsident Bernd Lutschounig, Militärkommandant Walter Gitschthaler, Eishockeyverbandspräsident Dieter Kalt, Journalist Dieter Janz, Altlandesrat Georg Wurmitzer, Bgm. Janez Fajfar (Bled), Richterin Martha Klampfer aus Slowenien und die beiden früheren Kugy-Preisträger Willi Liberda und Herta Maurer-Lausegger sowie Slowenenvertreter Marjan Sturm und Filip Ogris-Martič (in Vertretung von Bundesrätin Ana Blatnik) u.a.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/Varh