News

LOKAL

Erfolgreiches Pilotprojekt "Risiko-Guide gegen Komatrinken"

14.06.2013
LHStv.in Prettner: Land Kärnten und KGKK leisten wichtige Präventionsarbeit für Kärntens SchülerInnen
Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner hielt heute, Freitag, im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit ProjektpartnerInnen Rückschau über das erfolgreiche Pilotprojekt „Risiko-Guide gegen Komatrinken“. Dieses wurde in den vergangenen zehn Monaten erstmals von der Landestelle Suchtprävention Kärnten und der KGKK mit SchülerInnen der 9. Schulstufe des BG/BRG Lerchenfeld durchgeführt.

„Das Ziel, einen reflektierten Umgang mit Alkohol zu vermitteln, konnte nachweislich erreicht werden, denn sowohl das Wissen der teilnehmenden Jugendlichen über die Gefahren des Alkoholkonsums, als auch über das richtige Verhalten in Krisensituationen ist während der Projektlaufzeit gestiegen“, zog Prettner ein positives Resümee.
Das steigende Risikoverhalten von Jugendlichen in Bezug auf suchterzeugende Substanzen war ausschlaggebend, dass sich in Land Kärnten und KGKK zwei starke Partner mit diesem Pilotprojekt an die Schule wandten, um präventiv tätig werden zu können.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Jugendliche hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol zu sensibilisieren. Diese sollen dann im Freundeskreis eine Vorbildfunktion einnehmen, eine Alkoholgefährdung bei Freundinnen und Freunden erkennen können und wissen, was in einem Notfall zu tun ist“, erklärte KGKK-Bereichsdirektorin Helgard Kerschbaumer.

Für Landeschulratspräsident Rudolf Altersberger ist dieses Projekt eine wesentliche Bereicherung für den Schulalltag im Sinne des Lernens für das Leben. „Mein Dank gilt vor allem auch den Pädagoginnen und Pädagogen, die ihre Unterrichtszeit diesem wichtigen Präventionsprojekt gewidmet haben“, so Altersberger.

Zu Projektbeginn und nach Projektende wurde mittels Fragebogen die Einstellung der jungen Menschen zum Thema Alkohol und ihr Wissen über die Auswirkungen bzw. über das Handeln im Notfall abgefragt. Während der Projektphase erhielten die rund 60 Schülerinnen und Schüler in Workshops von Fachleuten fundierte Informationen zu Themen wie Stoffwechsel und Physiologie der Hirnentwicklung, Suchtentstehung, Konsumverhalten, Rauschstadien, Risikoeinschätzung aber auch zum Jugendschutz und zur Ersten Hilfe im Notfall.

Die Evaluation zeigte eine Steigerung um 15 Prozent betreffend das Wissen um die Gefahren des Alkoholkonsums und die gesetzlichen Rahmenbedingungen und eine Verbesserung um 30 Prozent beim Wissen um das richtige Verhalten im Krisenfall. Meinten vor Projektbeginn 37 Prozent der SchülerInnen, eine Party ohne Alkohol mache keinen Spaß, waren zu Projektende nur noch 30 Prozent dieser Meinung. 55 Prozent der SchülerInnen gaben an, sie hätten in den letzten fünf Monaten keinen Alkohol mehr getrunken. Darunter waren auch etliche SchülerInnen, die vor Projektstart bereits Alkohol getrunken hatten.

„Ein wichtiges Ziel des Projektes war es, den Jugendlichen einen reflektierten Umgang mit Alkohol zu vermitteln. Die Evaluation zeigt, dass das gelungen ist“, freut sich Projektleiterin Barbara Drobesch-Binter, Leiterin der Landesstelle Suchtprävention Kärnten.

Auch wenn das Jugendschutzgesetz den Alkoholkonsum von Jugendlichen vor dem vollendeten 16. Lebensjahr eigentlich verbietet, so gehört der Konsum alkoholischer Getränke zum Freizeitverhalten am Wochenende offenbar dazu. Laut aktuellen Untersuchungen (HBSC Studie) geben 31,9 Prozent der 15jährigen Burschen und 26,9 Prozent der gleichaltrigen Mädchen an, wöchentlich mindestens einmal Alkohol zu trinken. „Bei unserem Projekt bekommen SchülerInnen die Chance, sich auf Augenhöhe mit ExpertInnen der Landesstelle Suchtprävention und der Kärntner Gebietskrankenkasse über die tatsächlichen Auswirkungen von Alkohol auszutauschen, was gerne angenommen wurde und mit Mythen und Halbwahrheiten aufräumte – und das ohne mahnenden Zeigefinger, dafür in freundschaftlicher Atmosphäre“, betont Prettner. Als kleines Zeichen der Anerkennung erhielten die teilnehmenden SchülerInnen bunte „Risiko-Guide“ Armbänder, die sie als kompetente AnsprechpartnerInnen betreffend die Risiken von Alkoholkonsum kennzeichnen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Brunner
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner