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Euregio "senza confini": Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut

26.06.2013
LH Kaiser führte in Triest mit Präsidentin Debora Serracchiani erstes offizielles Arbeitsgespräch – Nicht der Wettbewerb, die stärkere Zusammenarbeit zählt
Im Regierungsgebäude der Hafenstadt Triest fand gestern, Dienstag, der erste offizielle Besuch von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser bei der neuen Präsidentin der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien, Debora Serracchiani, statt. Im Mittelpunkt des eineinhalbstündigen Arbeitsgespräches, an ihm nahm auch Landtagspräsident Reinhart Rohr teil, stand die Weiterentwicklung der Euregio „senza confini". Ebenso thematisiert wurden aktuelle EU-Projekte in der Euregio, zur Sprache kamen der Baltisch Adriatische Korridor (BATCO) das trilaterale Bildungsnetzwerk „dreitretri“ und das trilaterale Gesundheitsabkommen, grenzüberschreitende Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit, die Forschungsvernetzung, die neuen Regionalleitlinien der Europäischen Kommission, und die grenzüberschreitende Bewirtschaftung von Almflächen.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz hoben der Landeshauptmann und seine italienische Amtskollegin das konstruktive Gesprächsklima hervor. „Ich habe das Gefühl, das ist der Beginn einer langjährigen, freundschaftlichen Zusammenarbeit. Für uns zählt nicht der Wettbewerb, sondern die stärkere Zusammenarbeit", betonte Kaiser. In Bezug auf die Euregio „senza confini" sei man sich handelseins und dacor. Jetzt gelte es, gemeinsam mit Venetos Präsident Luca Zaia, rasch eine Geschäftsordnung für den ordnungsgemäßen Betrieb der Euregio „senza confini“ zu beschließen, damit alle drei Regionen mit der grenzüberschreitenden Arbeit beginnen können.

Der Landeshauptmann thematisierte auch eine mögliche Erweiterung, ist sich jedoch bewusst, dass die Regionalisierung in Slowenien noch einige Zeit dauern werde. „Für einzelne Projekte sollte man Slowenien und die beiden kroatischen Komitate Istrien und Primorsko-Goranska Zupanjia ins Boot holen". Eine größere Ausweitung mit der Emilia Romagna, der Lombardei, des Piemont, Salzburg und Bayern sei eine konkrete Utopie für die Zukunft.

Im Bildungsbereich schlug Kaiser eine Forschungsvernetzung- und Kooperation der Universitäten, Fachhochschulen und eine Intensivierung des Lehrlings- und Schüleraustausches durch Auslandspraktika vor. Im Gesundheitsbereich sollte die beispielgebende Zusammenarbeit, Kaiser nannte dabei die Sanicademia die internationale Fortbildungsakademie für Gesundheitsberufe, weiter intensiviert werden. „Sie wird von Brüssel äußerst positiv bewertet". Beide Regierungschefs wollen künftig auch Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit grenzüberschreitend in Angriff nehmen. Zur Sprache kam auch der grenzüberschreitende Almflächenbewirtschaftungs-Vertrag durch sechs Kärntner Agrargemeinschaften mit 330 Landwirten. Er läuft nach 15 Jahren heuer aus und soll verlängert werden. Serracchiani sagt ihre Unterstützung zu.

Klare Position bezog der Kärntner Landeshauptmann auf die Frage, eines Journalisten bei der Pressekonferenz, ob sich in Kärnten bereits 700 Betriebe aus Friaul-Julisch Venetien angesiedelt hätten und dabei 13.000 Arbeitsplätze geschaffen worden seien. „Eine solche Binnenwanderung habe ich noch nicht erlebt. Die 13.000 Arbeitsplätze wären sieben Prozent der Gesamtbeschäftigungssumme in Kärnten“, fand er klare Worte.

Landtagspräsident Reinhart Rohr regte an, die bilateralen Landtagsitzungen wieder ins Leben zu rufen. „Die erste könnte 2014 über die Bühne gehen", so Rohr. Sein Amtskollege Franco Iacop schlug vor, die Zusammenarbeit der Landtage auf verschiedenen Ebenen auszubauen.

Eine kulturelle Einladung sprach der Landeshauptmann gegenüber Serracchiani aus. Er lud die Präsidentin zur Eröffnung des Carinthischen Sommers am 11. Juli nach Kärnten ein.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/fritzpress/Höher