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St. Ruprechter "Gartenkinder" sind echte Handwerksprofis

26.06.2013
LH Kaiser: Vielfalt als Chance nutzen – Land Kärnten, Stadt Klagenfurt und AMS fördern mit Projekt Bewegung, Verständigung und Beschäftigung
Dieses Projekt ist buchstäblich fruchtbar, es verbindet und hat Mehrwert. „Gartenkinder“ läuft im Hort und Kindergarten St. Ruprecht in Klagenfurt, wo rund 170 Kinder aus 21 Nationen betreut werden. Es soll die Bewegung der Kinder fördern, ihnen Natur und Pflanzen näherbringen, aber auch gleichzeitig die vielen verschiedenen Sprachen und Kulturen. Dazu errichten die Kleinen selbst gemeinsam mit ihren Betreuerinnen Hochbeete sowie einzelne Stationen wie einen Wasserweg, einen Balancierstamm oder einen Weg der Sinne, auf dem man barfuß gehend verschiedene Untergründe fühlen wird können. „Gartenkinder“ ist aber gleichzeitig ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt, über das sechs Frauen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Betrieben wird es gemeinsam von Land Kärnten, Stadt Klagenfurt und AMS Kärnten.

„Ich wünsche mir, dass diesem positiven Beispiel noch viele folgen“, sagte heute, Mittwoch, Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser in einer Pressekonferenz im „Gartenkinder“-Garten. Das Projekt umfasse drei wichtige Bereiche. So würde man sechs Frauen mit Migrationshintergrund – alle haben einen hohen Bildungsstandard – in den Arbeitsmarkt helfen. Weiters sehe man hier die großartige Vielfalt der Kulturen als Chance und nutze diese aktiv. Bereich drei sei, dass man die Bewegung der Kinder im Freien fördere und ihre Sinne belebe. „Migration ist etwas Positives. Wir wollen in Kärnten nicht das Fremde, sondern die Vielfalt in den Mittelpunkt stellen“, betonte Kaiser.

Klagenfurts Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz sagte, dass man mit diesem Projekt auch den Standort aufwerten wolle. St. Ruprecht verfüge über wertvolle pädagogische Einrichtungen und ausgezeichnetes Personal. „Mit ‚Gartenkinder‘ wollten wir hier etwas schaffen, das es sonst nirgends gibt. Die Kinder werden über Sprache und Kulturen hinweg gefordert und eingebunden“, erklärte sie.

AMS-Regionalstellenleiter Wolfgang Orasch sagte, dass die sechs Mitarbeiterinnen des siebenmonatigen Projektes alle Wiedereinsteigerinnen seien. Bei der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt sei vor allem auch das Vorhandensein von Kinderbetreuungsangeboten bedeutend. Hier sei das gegeben und die Frauen würden sich im Projekt sehr wohlfühlen. Orasch zeigte sich sehr zuversichtlich, sie auf alternative Arbeitsplätze vermitteln zu können. Die sechs Frauen kommen aus Russland, Afghanistan, Serbien, Kroatien und Kamerun.

Projektleiterin Gertrud Pollak sagte, dass alle mit sehr viel Stolz und Freude am Projekt mitarbeiten würden. Ihr hätten die Kinder bereits den Spitznamen „Garten-Gerti“ gegeben. Pollak erklärte, dass die sechs Projektmitarbeiterinnen verschiedene Themen recherchieren, etwa Wissen über selbst gesetzten Pflanzen, und dann mit den Kindern gemeinsam aufarbeiten würden. Geschult würden aber auch die handwerklichen Fähigkeiten der Kleinen, die bei allen Bauarbeiten selbst mitwirken. „Selber machen – das haben wir von den Kindern immer wieder gehört. Es war eine tolle Erfahrung und hat sensationell funktioniert“, erzählte die Projektleiterin. Nach der Pressekonferenz konnten sich die Medienvertreter davon überzeugen, dass die Kinder wirklich wahre Meisterinnen und Meister im Sägen, Bohren und Schrauben sind.

Kindergartenleiterin Sigrid Haberl freute sich über die Ausdauer und Geduld der Kinder. Jede im Garten entstehende Station werde von den Betreuerinnen und Kindern gemeinsam geplant, vorbereitet und gebaut. Dabei beschäftige man sich vor allem auch mit Arbeitssicherheit, den verschiedenen Materialien und Werkzeugen. Haberl dankte besonders den Schülern der Neuen Mittelschule St. Ruprecht, die tatkräftig bei Grabungsarbeiten geholfen haben. „Es ist ein Projekt das verbindet und über die Kinder und Eltern weitergetragen wird. Es sind uns schon viele Menschen besuchen gekommen, die sich unseren Garten anschauen wollten“, so Haberl.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Wajand