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Klares Bekenntnis zur Zukunft des Carinthischen Sommers

12.07.2013
Festakt zur Eröffnung mit Bundespräsident Fischer und Kärntner Landesregierung - LH Kaiser: Festspiele sind Inspiration für Menschlichkeit
Der Carinthische Sommer ist Kärntens bedeutendstes Musik- und Kulturfestival. Gestern, Donnerstagabend, wurde es in Villach feierlich eröffnet. Am Programm stand das Eröffnungskonzert mit Camerata Salzburg unter Dirigent Manfred Honeck und Pianist Till Fellner am Klavier auf dem Programm.
Zum Festakt im Gottfried von Einem-Saal im Congress Center Villach kamen zahlreiche Ehrengäste, die von Intendant Thomas Daniel Schlee herzlich begrüßt wurden, an der Spitze Bundespräsident Heinz Fischer, Landeshauptmann Peter Kaiser, LHStv. Gaby Schaunig und die Landesräte Wolfgang Waldner und Rolf Holub. Weitere Gäste waren die Bürgermeister von Villach und Ossiach, Helmut Manzenreiter und Johann Huber, Landtagspräsident Reinhart Rohr, Musikwissenschafterin Walburga Litschauer, ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard und Ehrenintendantin Gerda Fröhlich. Die Festrede hielt Professor Rainer Bischof zum Thema „Das Überflüssige ist das Notwendige – das Festspiel". Für den musikalischen Auftakt beim Festakt sorgte die Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Sigismund Seidl.

Alle Redner bekannten sich zur Zukunft des Carinthischen Sommers, der Budgetkürzungen hinnehmen musste, und sie forderten Solidarität zu seiner Absicherung ein. Bundespräsident Heinz Fischer, er kam in Begleitung seiner Gattin Margit, gab sich zuversichtlich. Wenn alle mit vereinten Kräften zusammenarbeiten werden, dann sollte die Zukunft abgesichert sein. Der Carinthische Sommer mit seinem breiten Programm habe einen unverwechselbaren Charakter, dankte er dem Intendanten. Kulturpolitik sei für ihn auch Bildungspolitik. Er wünschte auch den künftigen Auflagen des Carinthischen Sommers alles Gute.
Landeshauptmann Peter Kaiser zeigte sich auch über den Besuch des slowenischen Staatssekretärs Boris Jesih und der slowenischen Generalkonsulin Dragica Urtelj erfreut und hieß alle Gäste aus Slowenien und Italien willkommen. Festspiele gehörten zum Notwendigen, nicht zum Überflüssen, betonte Kaiser. Sie seien eine Inspiration für das Menschliche und Gemeinsame. Der Carinthische Sommer habe einen ganz besonderen Stellenwert. Es brauche Solidarität und auch so etwas wie einen diskreten Heroismus, um in Zeiten der leeren und geleerten Kassen solche Festspiele für die Zukunft zu bewahren. Der Landeshauptmann wies darauf hin, dass er mit Kulturministerin Claudia Schmied Gespräche führen werde. Denn wie beim Bachmannpreis sollte auch für den Carinthischen Sommer und seine Zukunft eine gute Lösung gefunden werden.

Kulturlandesrat Waldner sprach von den Aufgaben der Kulturpolitik, die Hilfestellung leisten und die nötigen Rahmenbedingungen schaffen sollte. Es gehe darum, nachhaltige Projekte zu fördern. Kultur bedeute auch Wertschöpfung, vor allem aber sei die Wertschätzung gegenüber den Kunst- und Kulturschaffenden gefragt bzw. zu erhöhen. Er trete dafür ein, das Kulturbudget in der gleichen Höhe wie bislang zu erhalten. Auch er gab sich zuversichtlich für den Carinthischen Sommer, der eine enorme Strahlkraft besitze.

Villachs Bürgermeister Manzenreiter sagte, die Stadt sei auch finanziell zur Mithilfe bereit, um das Festival fortzuführen. Es brauche Solidarität von allen Beteiligten. Er bekenne sich zum weltweit bekannten Festival, dem eine Chance auf Entwicklung gegeben werden sollte. Ossiachs Bürgermeister Huber hob die einmalige Atmosphäre Ossiachs für den Carinthischen Sommer sowie die Carinthische Musikakademie als Ganzjahresbetrieb hervor.

Intendant Schlee meinte, dass nun der Moment sei, Türen zu öffnen und große Schritte zu tun. Man sollte Kunst als Tugend begreifen, durch die der Mensch verwandelt und erhöht werde.

Professor Rainer Bischof untermauerte mit vielen Beispielen den Festspielgedanken als Weg des Denkens, der Freude und der Lebensbejahung. Man brauche Musik, dem Kunstwerk müsse man sich in Demut hingeben, so Bischof. Von ihm wurde auch die Komposition „Tu felix“ von der Militärmusik Kärnten aufgeführt.

Das Festival Carinthischer Sommer 2013 erstreckt sich vom 11. Juli bis zum 24. August und umfasst insgesamt 45 Veranstaltungen (37 im Verkauf, 4 bei freiem Eintritt sowie 4 musikalisch gestaltete Sonntagsmessen in der Stiftskirche Ossiach). Zwei neue Spielstätten bereichern die ohnehin schon sehr vielfältige Verankerung des traditionsreichen Festivals in „seiner“ Landschaft: das OMYA-Werk in Gummern bei Villach (16.7.) sowie die Kantine am Infineon-Gelände (10.8.). Weitere Spielorte neben Villach und Ossiach sind die Bergkirche Tiffen, das Tauernkirchlein und Schloss Damtschach.

Info: www.carinthischersommer.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweiso: LPD/fritzpress/Höher