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POLITIK

Beziehungen zwischen Kärnten und Israel sollen verstärkt werden

23.07.2013
Botschafter Aviv Shir-On zu Gast bei LH Kaiser – Tourismus und Kärntner Umwelt-Know-how bieten viel Potential
Sehr herzlich gestaltete sich heute, Dienstag, der Besuch des Botschafter Israels in Österreich, Aviv Shir-On, bei Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. „Es ist eine Freude und Ehre, dass Sie uns besuchen“, freute sich Kaiser auf den ersten Besuch des israelischen Botschafters in der Kärntner Landesregierung. Auch die Israel-Flagge als Willkommensgeste war vor der Landesregierung gehisst worden. Kaiser sagte, dass er vor allem in seiner Funktion als Vorstand des Österreichischen und Präsident des Europäischen Jugendherbergsverbandes schon viele Male in Israel war und auch Freunde in Israel habe, ebenso pflege er den Kontakt zur österreichisch-israelischen Gesellschaft, deren Kärntner Arbeitsgruppe besonders aktiv sei.

Der Botschafter beglückwünschte Kaiser zu seiner Funktion als Landeshauptmann und sagte, dass er, mit Freunden aus Israel, schon öfters in Kärnten war und die Schönheit des Landes schätze. Der Landeshauptmann wies auf die Bemühungen zur Be- und Gedenkkultur im Zusammenhang mit den Holocaust hin, nannte Veranstaltungen an der KZ-Gedenkstätte Loiblpass sowie auch den jüngst gefassten Beschluss der Landesregierung, eine Gedenktafel in Erinnerung an die Kärntner parlamentarischen Opfer der Nazi-Zeit im Kärntner Landhaus zu errichten, um damit einer würdigen Gedenkkultur Rechnung zu tragen.

Der Botschafter dankte für diese wichtigen und notwendigen Bekenntnisse zur Vergangenheit und ihrer Aufarbeitung, hier seien neben Ländern auch Kommunen sehr aktiv. Er betonte die Wichtigkeit des Jugendaustausches und gemeinsamer Austauschprogramme zwischen Österreich und Israel, die auch sehr gerne angenommen würden. Insbesondere sollten die wirtschaftlichen und touristischen Beziehungen zwischen Israel und Österreich bzw. Kärnten ausgebaut werden. Die gegenseitigen Besuche seien wichtig und sollten verstärkt werden, empfahl der Botschafter.

Der über Israel überaus gut informierte Landeshauptmann wies auf das große Know-how von Kärntner Firmen insbesondere im Umwelt- und Holzbereich hin. Der Botschafter berichtete auch davon, dass es große Fortschritte bei der Aufforstung sowie beim Wassermanagement auch dank österreichischem Know-how gebe. Solche Fortschritte seien immer wichtig und sollten die Friedensgespräche positiv begleiten.

Besonders interessiert zeigte sich der Landeshauptmann an der politisch-komplexen Situation des Sinai sowie an den großen Problemen im Zusammenhang mit Israels Nachbarstaaten. Einig waren sich der Botschafter und der Landeshauptmann in der Hoffnung, dass durch demokratische Entwicklungen in der arabischen Welt die Chance auf friedliche Entwicklung in der gesamten Region wachsen sollte und dass Demokratie immer neu errungen und bewahrt werden müsse.

Der Botschafter trug sich auch in das Gästebuch des Landes ein, worin er in hebräischer Sprache den Wunsch nach Erweiterung der Beziehungen und nach Frieden (Schalom) zum Ausdruck brachte.

Der Botschafter sagte, dass er nur mehr wenige Monate in Österreich bleiben werde, danach werde er wieder eine neue Funktion in Israel einnehmen. Wer ihm in Österreich nachfolge, sei noch nicht bekannt.
Aviv Shir-On wurde 1952 als Sohn einer deutschen Holocaust-Überlebenden geboren. Von 1971 bis 1974 leistete er seinen Militärdienst und kämpfte 1973 im Jom-Kippur-Krieg als Panzeroffizier auf den Golanhöhen, wo er verwundet wurde. Danach studierte er von 1974 bis 1978 Internationale Politik an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Im Jahr 1978 trat Shir-On in den diplomatischen Dienst ein. Als Diplomat diente er in Washington D.C. und Deutschland, wo er unter anderem von 1981 bis 1985 Erster Sekretär der Informationsabteilung an der israelische Botschaft in Bonn war.

Von 2003 bis 2006 war Shir-On Botschafter der Schweiz und Liechtenstein. Zuletzt arbeitete er als Stellvertretender Generaldirektor des Außenministeriums in Jerusalem im Bereich Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Im Oktober 2009 löste Shir-On Dan Ashbel als israelischen Botschafter in Österreich ab. Zugleich ist er für Slowenien akkreditiert. Shir-On ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Neben Englisch und Deutsch spricht er auch Französisch.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/ Marion Lobitzer