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Dialogforum tagte wieder

29.07.2013
LH Kaiser, LHStv.in Prettner, LR Waldner und LR Holub nahmen seitens der Landesregierung teil - Themen: Glasbena sola, 10. Oktober und Leitbild "Kärnten/Koroska 2020"
Das "Dialogforum für die Entwicklung des gemischtsprachigen Gebietes" trat heute, Montag, im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung wieder unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Peter Kaiser zusammen. Die darin vertretenen Mitglieder der Landesregierung, Landtagsparteien, Organisationen der Kärntner Slowenen sowie Bürgermeister aus den Bezirken mit zweisprachigen topografischen Aufschriften sprachen über die Zukunft der slowenischen Musikschule Glasbena sola, über ein Konzept für die heurige 10. Oktober-Feier sowie über ein Leitbild "Kärnten/Koroska 2020".

Gernot Ogris von der für das Musikschulwesen zuständigen Unterabteilung des Landes stellte fünf mögliche Varianten für die zukünftige Entwicklung der Glasbena sola vor, die auch mit deren Vertretern akkordiert wurden. Von der Glasbena sola waren Direktor Roman Verdel und Obmann Bozo Hartmann anwesend. Bei den Varianten geht es im Wesentlichen um die Art der Finanzierung des Personal- bzw. auch Sachaufwandes in der Glasbena sola. Entscheidend ist die Frage, ob ihre Eigenständigkeit erhalten bleiben solle oder ob sie in das Musikschulwesen des Landes integriert werde.

Die Glasbena sola wird als 1984 geführter Verein geführt und hat 56 Musikschullehrer, von denen 13 hauptberuflich beim Verein angestellt sind. Ihre Finanzierungssäulen sind die Kultursubvention des Landes Kärnten, Beiträge von Bundeskanzleramt und Republik Slowenien sowie Schulgelder und etwaige einmalige Subventionen. Im Musikschulwesen des Landes gibt es 488 Lehrer.

Der Landeshauptmann verhehlte angesichts der budgetären Situation nicht, dass bei einer Lösungsfindung auch die Ziele Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit zu berücksichtigen seien. Wichtig sei es ihm auch, für die Glasbena sola Rechtssicherheit zu schaffen und Zukunftsorientierung zu forcieren. Als Bildungsreferent gab er zu bedenken, dass die Bildung der Zukunft in Richtung Ganztagsschulformen gehe. Sport und Kultur würden dann verstärkt in den Schulalltag zu integrieren sein, wobei auch die Musikschulen ihren Anteil haben würden. Kaiser regte an, für die Glasbena sola die Integration in das Musikschulwesen des Landes mit einem Autonomiestatus zu erreichen. Vorbildhaft sei hier das Minderheitenschulwesen Kärntens. In der entsprechenden Arbeitsgruppe wird nun zügig an der Lösungsfindung weitergearbeitet.

Vom Protokoll wurde ein Konzeptentwurf für die heurige offizielle 10.-Oktober-Feier des Landes im Landhaushof vorgestellt. Zu diesem Tagesordnungspunkt war auch Fritz Schretter vom Kärntner Abwehrkämpferbund in das Dialogforum eingeladen worden. Die Feier solle unter dem Motto "Zukunft gestalten, Vergangenheit verstehen" laufen. Der Konzeptentwurf sieht einen traditionellen Beginn mit Fahnenschwingern und Militärmusik vor, musikalische Beiträge solle es heuer auch von der Singgemeinschaft Oisternig und den Kindern der Klagenfurter Friedensschule St. Ruprecht geben. Vor allem sollen zwei Jugendliche in deutscher und slowenischer Sprache zu Wort kommen. Deren Reden sollen laut Kaiser die Zukunftsorientiertheit visualisieren. Mit der Feier wolle man ein Vorwärtsschauen entwickeln, es gehe um einen Erkenntnisprozess, um ein Lernen aus der Vergangenheit und aktives Mitgestalten der Zukunft, so der Landeshauptmann. Für die Weiterentwicklung des Konzeptes wurde eine Arbeitsgruppe mit Mitarbeitern des Landes, den Heimatverbänden und Slowenenorganisationen gegründet.

Im dritten Tagesordnungspunkt stellte Marjan Sturm vom Zentralverband slowenischer Organisationen in Kärnten erste Ideen für ein Leitbild "Kärnten/Koroska 2020" vor. Die drei Säulen seien dabei Erinnern, Versöhnen und Zukunft gestalten. Sturm will, dass sich der Alpen-Adria-Raum als Friedensregion positioniert und die jeweiligen Stärken gemeinsam genutzt werden.

Seitens der Landesregierung nahmen neben Kaiser auch LHStv.in Beate Prettner sowie die Landesräte Wolfgang Waldner und Rolf Holub am heutigen Dialogforum teil.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm