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POLITIK

LH Kaiser auf Kosovo-Besuch

09.08.2013
Landeshauptmann und Militärkommandant Gitschthaler bei österreichischen KFOR-Soldatinnen und -Soldaten
Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser befindet sich derzeit gemeinsam mit Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler im Kosovo. Sie besuchen dort die österreichischen Friedenssoldatinnen und -soldaten der unter NATO-Leitung stehenden „Kosovo Force“ (KFOR). Insgesamt versehen hier rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten aus 30 Nationen ihren Dienst. Das österreichische Kontingent (AUTCON) ist das viertstärkste und umfasst derzeit rund 380 Personen, darunter sind rund 70 Kärntnerinnen und Kärntner. Geführt wird das Kontingent vom Oberst des Generalstabsdienstes Arnold Staudacher, der Kaiser und Gitschthaler gestern, Donnerstag, freundlich empfing.

Kaiser war es wichtig, persönlich mit den Soldatinnen und Soldaten zu sprechen und sich vor Ort ein Bild über ihren engagierten und erfolgreichen Einsatz sowie über die Situation im Kosovo zu machen. Die KFOR leistet Unterstützung beim Aufbau von Rahmenbedingungen im Bereich Infrastruktur und Demokratie, um Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Der Landeshauptmann wies darauf hin, dass viele Kosovaren und Serben in Kärnten leben und arbeiten. Der Kosovo hat zwar die jüngste Bevölkerung Europas, 60 Prozent sind unter 25, aber auch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit (65%) und einen geringen Durchschnittsverdienst von 300 bis 400 Euro. Wie Kaiser in den Gesprächen erfuhr, werde die Wahlbeteiligung bei den ersten kosovoweiten Gemeinderatswahlen am 3. November als Gradmesser gesehen – nämlich für die Akzeptanz des Übereinkommens zwischen Serbien und der EU über den Kosovo und auch für den KFOR-Einsatz.

Kaiser und Gitschthaler besuchten verschiedene Stützpunkte, an denen österreichische KFOR-Soldatinnen und -Soldaten im Einsatz stehen, u.a. in Prizren oder an der nördlichen Grenze. Bei einem Kärntnerabend im Hauptquartier in Pristina konnte der Landeshauptmann gestern, Donnerstag, vor allen Kärntner Soldatinnen und Soldaten sprechen: „Kärnten ist stolz auf Sie. Ich weiß, was Sie leisten und welchen Stellenwert Ihr Einsatz für die friedens- und demokratiesichernde Aufgabe hier hat. Namens des Landes Kärnten ein herzliches Danke. Ich hoffe, dass Sie bald gesund nach Hause kommen.“ Mit dabei hatte der Landeshauptmann ein Geschenk für Johann Klaffl, das er ihm im Auftrag von dessen Frau mit in den Kosovo gebracht hat. Beim Kärntnerabend dabei waren auch der Österreichische Botschafter Johann Brieger mit Gattin und Andreas Fritz von der Kelag, die im Kosovo ein Kraftwerk betreibt.

Militärkommandant Gitschthaler sprach von einem bewegenden Tag, weil er selbst vor genau elf Jahren hier seinen Auslandseinsatz absolviert habe. „In diesen elf Jahren hat sich vieles zum Positiven entwickelt, wie z.B. der Bau der neuen Autobahn zeigt. Die Politik kann auf die Soldaten und ihre Leistungen stolz sein“, so Gitschthaler. Oberst Staudacher drückte seine Freude über den Besuch Kaisers aus: „Es ist wichtig, dass wir politischen Rückhalt bekommen.“

Das Hauptquartier, wo der Kärntnerabend stattfand, nennt man übrigens „Film City“. Hier war nämlich früher ein großes Filmstudio, in dem u.a. der Hitchcock-Klassiker „Die Vögel“ gedreht wurde, weil das Amselfeld für seine vielen Vögel bekannt war. Das Amselfeld besuchte die Kärntner Delegation heute, Freitag, und auch das dort befindliche Denkmal, das an die „Schlacht auf dem Amselfeld“ zwischen christlichen Fürstentümern und dem Osmanischen Reich von 1389 erinnert.

Österreich engagiert sich mit einem Bundesheer-Kontingent seit 1999 im Kosovo. Die Aufgaben der KFOR liegen u.a. in der Energieversorgung, weil die ungelöste Stromanbietersituation immer wieder zu Stromabschaltungen führt. Zudem gewähren die Soldatinnen und Soldaten Schutz, Sicherheit und Unterstützung in Konfliktsituationen wie Wiederansiedlungsversuchen, Protesten radikaler Gruppen oder interethnischen Konflikten. Ein hohes Risiko birgt auch der Straßenverkehr im Kosovo.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Kurath/Böhm
Fotohinweis: Bundesheer/Schrott