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„Frau Bürgermeister“ bleibt Mangelware

14.08.2013
LHStv.in Prettner und LHStv.in Schaunig bei Treffen der österreichischen Bürgermeisterinnen
Gestern, Dienstag, fand in Dellach im Gailtal die Abschlussveranstaltung des diesjährigen Treffens der österreichischen Bürgermeisterinnen statt. Neben Bürgermeisterinnen aus ganz Österreich konnte die Gastgeberin Bgm.in Christine Ploner auch die beiden Landeshauptmannstellvertreterinnen Beate Prettner und Gaby Schaunig willkommen heißen, die in ihren Grußworten den anwesenden Politikerinnen Dank und Anerkennung zollten.

„Wenn ich hier in die Runde blicke, erfüllt es mich mit Stolz zu sehen, dass es bereits derart viele kompetente Frauen in Österreich gibt, die eine politische Spitzenfunktion innehaben. Dennoch liegt noch ein gutes Stück des Weges vor uns, wenn wir eine gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen und Männern in der Politik erreichen wollen“, so Prettner, die als Frauenreferentin des Landes Kärnten auch auf den demnächst wieder startenden Politikerinnen-Lehrgang verwies.

Über 100 Gemeinderätinnen, Vizebürgermeisterinnen und politisch interessierte Frauen haben die Möglichkeit an diesem Lehrgang teilzunehmen bereits in Anspruch genommen. Wissensvermittlung, Ich-Stärkung der Frauen, Seilschaften, parteiübergreifende Netzwerke, Lobbying und Förderung junger Nachwuchspolitikerinnen sind die Ziele des in Kärnten inzwischen zur fixen Institution gewordenen Politikerinnen-Lehrganges. Beim ersten Politikerinnen Lehrgang im Jahr 2005 nahm auch Christine Ploner teil, die damals sagte, dass sie Bürgermeisterin werden möchte, erinnert sich Schaunig, die seinerzeit diesen Lehrgang ins Leben gerufen hat.

„Ploner hat ihr Ziel konsequent verfolgt und auch erreicht. Sie soll vielen anderen Frauen als Beispiel dienen, dass sich mit fundierter Ausbildung, Willensstärke und Durchhaltevermögen auch der Erfolg am Weg nach oben einstellt“, dankte Schaunig Ploner für ihr großartiges politisches Engagement.

Von 2354 Gemeinden in Österreich sind derzeit nur 125 in weiblicher Hand. Drei davon in Kärnten: Christine Ploner (Dellach i.G.), Sonya Feinig (Feistritz i.R.) und Marialuise Mittermüller (Steindorf). „Schuld an der mangelnden weiblichen Präsenz in Österreichs Kommunalpolitik sind vor allem traditionelle Rollenbilder, die sowohl bei Männern aber auch bei Frauen nach wie vor massiv verankert sind“, betonte Schaunig. Schon im Vorfeld ihres Amtsantritts werde den Kandidatinnen oft die politische Kompetenz aberkannt. „Und das, obwohl laut Umfragen vier der sechs wichtigsten Eigenschaften, über die Politiker und Politikerinnen verfügen sollten, als „weiblich besetzt“ angegeben werden: Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeitsempfinden, Einsatzbereitschaft und Kontaktfreudigkeit“, weiß Schaunig.

Erklärtes frauenpolitisches Ziel der Anwesenden war, sich für die vermehrte Teilhabe von Frauen in der Politik stark zu machen, wobei der Kärntner Politikerinnen-Lehrgang auf große Zustimmung und Interesse stieß. „Die Politik sollte Spiegelbild der Gesellschaft sein, um Männer wie Frauen repräsentativ vertreten zu können. Mit Anreizen wie dem Politikerinnen-Lehrgang wollen wir den Frauen nicht nur das nötige Know-how vermitteln das es auf der politischen Bühne braucht, sondern ihnen auch Mut zusprechen, sich in eine Spitzenposition vorzuwagen“, betonte Prettner.

Info: Politikerinnen Lehrgang: 18. Oktober 2013 – 24. Mai 2014 in sieben Wochenendmodulen (freitags & samstags); Anmeldeschluss: 30. September 2013; Informationen und Anmeldung: Amt der Kärntner Landesregierung, Referat für Frauen und Gleichbehandlung, Mießtalerstraße 1/E/EG, 9020 Klagenfurt am Wörthersee


Rückfragehinweis: Büros LHStv.in Prettner
und LHStv.in Schaunig,
Redaktion: Kohlweis/Schmied
Fotos: Büro LHStv.in Prettner/LHStv.in Schaunig