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Kärnten bekommt erste Kassenstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Klaus Mitterdorfer, stv. Direktor der Ärztekammer für Kärnten, Helgard Kerschbaumer, Bereichsdirektorin Kärntner Gebietskrankenkasse, Beate Prettner, Sozial- und Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten, Josef Huber, Präsident der Kärntner Ärztekammer, Barbara Eichwalder-Schaidinger, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Rudolf Winkler, Obmann der FG Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kärnten 20.09.2013
LHStv.in Prettner: Ausbau der fachärztlichen Hilfe für kranke Kinderseelen
Heute, Freitag, präsentierte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner gemeinsam mit dem Präsident der Kärntner Ärztekammer, Josef Huber, der Bereichsdirektorin der Kärntner Gebietskrankenkasse, Helgard Kerschbaumer, und dem stellvertretenden Direktor der Ärztekammer für Kärnten, Klaus Mitterdorfer, die äußerst erfreulichen Verhandlungsergebnisse von Ärztekammer und Gebietskrankenkasse zur Versorgung von kranken Kindern und Jugendlichen auf Kassenbasis. „Auf Basis der kooperativen Zusammenarbeit konnten die ersten beiden Kassenstellen für Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Klagenfurt und in Villach genehmigt werden, was einen weiteren Meilenstein in der Kärntner Gesundheitsversorgung und eine wesentliche Verbesserung für unsere Kinder und Jugendlichen darstellt“, freut sich Prettner. Die Versorgungsschwerpunkte der zwei neuen Facharztstellen liegen in den Bereichen Diagnostik, medikamentöse Therapie, Krisenintervention, medizinisch-psychiatrische Folgebehandlung, Therapieplanerstellung und Vernetzung mit anderen Leistungserbringern im Sinne eines Behandlungsmanagements und der Patientenführung.

Barbara Eichwalder-Schaidinger und Rudolf Winkler werden die beiden Ordinationen auf Kassenbasis bereits im Oktober in Klagenfurt und Villach eröffnen. „Das Versorgungsnetz für kranke Kinder und Jugendliche wird damit wesentlich verbessert. Ich hoffe, dass damit die Früherkennung von psychischen Erkrankungen erleichtert und Kindern viel Leid erspart wird“, betont Huber. „Die neuen Kassenstellen bieten die Chance, dass Eltern mit ihren Kindern Hilfe auf Krankenschein finden. Wie in vielen medizinischen Fachbereichen gilt in der Psychiatrie ganz besonders der Grundsatz: Je früher psychische Erkrankungen behandelt werden, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gravierende Auswirkungen im Erwachsenenleben haben“, so Kerschbaumer.

Man schätzt, dass es in Kärnten ca. 10.000 Kinder und Jugendliche gibt, die psychisch krank sind. Damit diese Kinder zu gesunden Erwachsenen reifen können und eine Chance für ihre Zukunft haben, brauchen sie dringend Hilfe und professionelle Behandlung. „Niedergelassene Kinderpsychiater können mit ihrer professionellen Arbeit nicht nur die Lebensqualität und Zukunftschancen der Kinder verbessern, sondern sie stärken auch die Eltern in der Begleitung ihres kranken Kindes. Vielen ist sehr geholfen, wenn sie über die Ursachen und Zusammenhänge der Erkrankung aufgeklärt werden und man ihnen auch Strategien vermittelt, wie sie ihrem Kind helfen können“, erklärt Prettner. Sie fügt hinzu, dass eine frühzeitige erfolgreiche Intervention durch Kinderpsychiater auch beträchtliche Kosten einsparen kann. „Stationäre Aufenthalte im Krankenhaus oder in Einrichtungen der Jugendwohlfahrt oder Behindertenhilfe können damit minimiert werden.“ Es sei ein großer Gewinn an Qualität, wenn die Kinder- und Jugendpsychiater auch den Kindern in den Einrichtungen zur Verfügung stehen und Ansprechpartner für die Betreuer sind. Die neuen Kassenstellen entsprechen laut Prettner auch dem Ziel der Gesundheitsreform, den niedergelassenen Bereich zu stärken.

Winkler, der die erste Kassenfacharztstelle in Klagenfurt einnimmt und der Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kärnten ist, weist auf eine europaweit geltende Gesundheitsstrategie hin: „Kinder und Jugendliche sollten gemeindenah und wenn möglich in ihrem Lebensumfeld außerhalb von Spitälern betreut werden. Niedergelassene Kinderpsychiater sind dabei ein wichtiges Angebot. Kärnten liegt mit den neuen Kassenstellen im EU-Trend.“ Eichwalder-Schaidinger ermuntert Eltern, dass sie Hilfe für ihre Kinder annehmen: „Der medizinische Fortschritt hat auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie den positiven Effekt, dass mehr erfolgversprechende Therapieansätze zur Verfügung stehen als früher. Und das nicht nur bei den Medikamenten.“

Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner