News

POLITIK

Export: Kärntner Offensive geht weiter

24.09.2013
Bis Ende nächsten Jahres unterstützen Land, Wirtschaftskammer, Universität und Fachhochschule die weitere Internationalisierung der Kärntner Wirtschaft mit 500.000 Euro
In Kärnten wird jeder zweite Euro mit dem Export von Waren und Dienstleistungen verdient – dementsprechend ist der Export die Wirtschaftssäule Nummer 1 des südlichsten Bundeslandes. Im Jahr 2012 konnte die Kärntner Exportwirtschaft trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes einen Export-Überschuss von 901 Millionen Euro erwirtschaften. Die Haupt-Export-Märkte liegen mit Deutschland und Italien weiterhin vor der Haustüre, allerdings zeichnet sich immer mehr der Trend in Richtung der Übersee-Märkte ab. Die USA auf Platz 3 retteten 2012 die Außenhandelsbilanz, und speziell Länder aus Asien befinden sich auf dem Vormarsch. Gestern, Montag, wurde das neue Förderprogramm von Wirtschaftsreferent LR Wolfgang Waldner und WK-Präsident Franz Pacher im Regierungsgebäude der Kärntner Landesregierung in Klagenfurt vorgestellt.
Betrachtet man die Zahlen im Detail, wird aber sofort klar, dass das Klima für die heimischen Exportbetriebe immer rauer wird. Der internationale Wettbewerbsdruck nimmt deutlich zu, Betriebe müssen immer mehr Anstrengungen unternehmen, um ihre Marktanteile zu halten, geschweige denn auszubauen. Die Hauptexport-Märkte in Europa stagnieren bzw. brechen (wie vor allem in Italien als zweitwichtigstem Wirtschaftspartner) massiv ein. Wachstum ist nur mehr in speziellen Nischen bzw. außerhalb von Europa realisierbar. „Der Marktbearbeitungs-Aufwand für die Betriebe steigt und speziell die Bearbeitung neuer Märkte wird durch die immer stärker beanspruchten eigenen Ressourcen im Betrieb erschwert“, erklärte WK-Präsident Pacher.
Genau an diesem Punkt setzt die Exportoffensive des Landes Kärnten 2013/2014 an: Kärntner Unternehmen sollen durch das Projekt einen noch einfacheren, aber gleichzeitig fundierten und strukturierten Zugang zu neuen Exportmärkten bekommen. „Uns geht es um ein kompaktes Rundumpaket an Services für Exporteure und solche, die es werden wollen“, fasste Wirtschaftsreferent Waldner zusammen. Bestehende Unterstützungsleistungen sollen durch zusätzliche Aktivitäten und Maßnahmen qualitativ ausgebaut werden, um sowohl in der operativen Marktbearbeitung als auch in der strategischen und wissensbasierten Vorbereitung den Betrieben noch gezielter und effizienter unter die Arme zu greifen. Konkret ist damit gemeint, den Unternehmen im ganzen Internationalisierungsprozess hilfreich und unterstützend zur Seite zu stehen. Das beginnt bei der Marktrecherche und Marktauswahl, geht über dementsprechende Schulung und Ausbildung der Mitarbeiter und führt schlussendlich zu den einzelnen Maßnahmen der Markt-Bearbeitung.
Damit ist es aber noch nicht getan: Erfahrungen zeigen, dass gerade die Nachbearbeitung von Markteintritts-Aktivitäten der entscheidende Schlüssel für einen nachhaltigen Markterfolg ist. Wichtig ist dabei, auf den schon bestehenden Aktivitäten und Service-Angeboten (insbesondere im Rahmen des Außenwirtschafts-Services der WKÖ) aufzubauen und konkret für die Kärntner Betriebe zusätzliche Internationalisierungsmöglichkeiten zu schaffen. Doppelgleisigkeiten sollen vermieden, neue Synergien und Anreize geschaffen werden.
In den vorangegangen Exportoffensiven konnten zahlreiche Projekte erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden. Es wurden aber auch vor allem viele Erfahrungen gesammelt, welche Maßnahmen greifen und von den Betrieben umgehend angenommen werden. Dieses Know-how fließt in die Planungen zur Exportoffensive des Landes Kärnten 2013/2014 mit ein. Sie läuft von 1. Oktober bis Ende nächsten Jahres. Das Budgetvolumen beträgt dank der Ko-Finanzierung des Landes Kärnten von 250.000,- Euro in Summe eine halbe Million Euro.


Rückfragehinweis: Büro LR Waldner
Redaktion: Robitsch/Sternig