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KULTUR

Int. Nikolaus Fheodoroff Kompositionspreis für Yevgen Gembik

25.09.2013
Feierliche Verleihung im Konzerthaus Klagenfurt – LH Kaiser und LR Waldner überreichten Preis und dankten der Jury für Förderung der zeitgenössischen Musik
Das ukrainische Multitalent Yevgen Gembik ist der erste Preisträger des Internationalen Nikolaus Fheodoroff Kompositionspreises. In Würdigung des im Vorjahr verstorbenen Kärntner Komponisten Professor Nikolaus Fheodoroff vergibt das Land Kärnten erstmals diesen Preis, der diesmal in der Kategorie "Vokalmusik" ausgeschrieben wurde und mit 10.000 Euro dotiert ist. Der Preisträger Yevgen Gembik wurde 1968 in Luzk in der Ukraine geboren, lebt mit seiner österreichischen Gattin hauptsächlich in der Steiermark und in Wien, spricht neben seiner Muttersprache, Russisch, Deutsch und Englisch und ist Komponist, Musiker, Sänger und Übersetzer. Er wurde aus insgesamt 52 Einreichungen von einer Fachjury als Sieger gekürt.

Heute, Mittwoch, wurde Gembik der Preis im Konzerthaus Klagenfurt feierlich von Landeshauptmann Peter Kaiser und Kulturlandesrat Wolfgang Waldner überreicht. Sie gratulierten dem Preisträger und dankten der Jury sowie der Familie Fheodoroff. Der Preis soll als dauerhafte Einrichtung dem hohen Andenken gerecht werden, sagte der Landeshauptmann. Er erinnerte an persönliche Begegnungen mit Nikolaus Fheodoroff beim Carinthischen Sommer, wo dieser auch rhetorisch meisterhaft eine Lanze für Kunst und Kultur gebrochen habe. Auch sei Fheodoroff für eine kurze Zeit sein persönlicher Musiklehrer gewesen, so Kaiser.

Kulturlandesrat Waldner sprach die mit dem Preis verbundene Anerkennung und Würdigung des Musikschaffens sowohl von Fheodoroff als auch des Preisträgers Gembik aus. Es gehe darum, damit Komponistinnen und Komponisten zu fördern, die Akzeptanz für zeitgenössische Musik zu stärken und einen wertvollen Beitrag für den internationalen Kulturaustausch zu leisten.

Der Intendant des Carinthischen Sommers und Jurymitglied, Thomas Daniel Schlee, stellte in seiner Laudatio den Preisträger näher vor und erinnerte auch an viele Gespräche mit Fheodoroff. Das preisgekrönte Werk von Gembik mit dem Titel „Erkenntnis Gottes“ werde auch im Rahmen des Carinthischen Sommers 2014 in der Stiftskirche Ossiach aufgeführt werden, gab Schlee bekannt. Auch Sohn Thomas Fheodoroff werde dabei musikalisch mitwirken. Gembiks Werk sei überaus eindrucksvoll und bilde eine Brücke zwischen Erinnerung und Gegenwart, so Schlee.

Anlässlich der Verleihung wurden zwei Musikstücke aufgeführt. So waren „Reminiszenzen“ von Professor Fheodoroff zu hören, interpretiert von Elena Denisova (Violine), Adalbert Skocic (Cello) und Alexei Kornienko (Klavier). Vom Preisträger wurde das Werk namens „Charaktere“ aufgeführt, Gembik war der Bass-Bariton und Petar Brcarevic spielte am Kontrabass. Für die Aufführung dieses Werks, das sich ungewöhnlich ausdrucksstark um existenzielle Erfahrungen dreht, gab es starken Applaus.
Durch das Programm führte Erika Napetschnig von der Unterabteilung Kultur.

Weitere Jurymitglieder sind die Musikwissenschaftlerin und Vorstandsvorsitzende des Carinthischen Sommers, Walburga Litschauer, die Tochter von Fheodoroff, Elisabeth Schonefeld-Fheodoroff, Professorin am Kärntner Landeskonservatorium für Klavier, der Sohn von Fheodoroff, Thomas, Professor für Violine an der Wiener Musikuniversität sowie der Komponist und Dirigent Professor Bruno Strobl.

Mag. art. Yevgen Gembik wurde am 22.3.1968 in Luzk (Ukraine) geboren und studierte von 1983 bis 1987 am Staatlichen Konservatorium in Luzk Violine und Lehrbefähigung. Von 1989 bis 1994 absolvierte er an der Tschaikowski-Musikakademie in Kiew eine Ausbildung in den Fächern Komposition, Arrangement und Improvisation bei Prof. Dr. M. Skoryk sowie von 2000 bis 2007 ein Aufbaustu-dium an der Kunstuniversität Graz im Fach Komposition bei O. Univ.-Prof. Beat Furrer. Parallel dazu studierte er von 2004-2007 am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium in Graz bei Prof. G. Schmaranz das Fach Gesang. Berufliche Erfahrungen sammelte Gembik u. a. als Sänger in der Kiewer Philharmonie, als Mitglied des Arnold-Schönberg-Chores, als Chorsänger in der Konzertvereinigung des Wiener Staatsopernchores und bei den Salzburger Festspielen. Weiters hat Gembik Werke für verschiedene Besetzungen komponiert.

Prof. Dr. Nikolaus Fheodoroff (Geb. 15. September 1931 in Villach; † 27. August 2011 in Klagenfurt) war Komponist, Dirigent, Pianist und Tonmeister. Er erhielt für seine Leistungen und Verdienste zahlreiche Auszeichnungen. U.a. war Fheodoroff Lektor für Kirchenmusik der Diözese Gurk und musikalischer Leiter des ORF-Landesstudios in Kärnten und von 1967 bis 1991 des ORF-Kammerorchesters. Er wirkte als Konsulent des Österreichischen Komponistenbundes und Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Von 1980 bis 2010 war er Obmann des Musikfestivals Carinthischer Sommer.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/
Büro LR Waldner
Redaktion: Karl Brunner
Foto: LPD/Wajand