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Im Tod sind alle Menschen gleich

11.10.2013
Kranzniederlegung im Gedenken an Jörg Haider – Kärntner Landesregierung ehrt alle verstorbenen Landeshauptleute
Von 1989 bis 1991 sowie von 1999 bis zu seinem Tod im Jahr 2008 war Jörg Haider Landeshauptmann von Kärnten. Anlässlich seines fünften Todestages erfolgte heute, Freitag, die offizielle Kranzniederlegung der Kärntner Landesregierung an der Urnenstätte auf dem Anwesen der Familie im Bärental. Daran nahmen Landeshauptmann Peter Kaiser, LR Christian Ragger, die Landtagspräsidenten Reinhart Rohr und Josef Lobnig sowie AK-Präsident Günther Goach teil. Seitens der Familie gedachten Witwe Claudia Haider und Tochter Ulrike Quercia-Haider mit Ehemann Paolo und Sohn Giorgo Jörg.

„Im Tod sind alle Menschen gleich. Der Tod kennt keine Parteigrenzen“, sagte Kaiser. „Als Landeshauptmann von Kärnten sehe ich es als moralische und menschliche Aufgabe, allen unseren verstorbenen Landeshauptleuten den notwendigen Respekt zu erweisen. Ich möchte diese Geste als Zeichen verstanden wissen. Als Zeichen dafür, dass bei allen unterschiedlichen Weltanschauungen, Ideologien und im politischen Diskurs, nie der Respekt vor seinem Gegenüber verloren gehen darf. Besonders der Politik kommt dabei eine Vorbildrolle zu, der wir uns alle bewusst sein müssen. Führen wir politische Diskussionen so, dass wir uns gegenseitig immer in die Augen schauen können – ohne später das Gefühl zu haben: dafür muss ich mich entschuldigen. Wir wissen – und daran werden wir gerade heute erinnert – wie schnell die Zeit, wie schnell das Leben und damit möglicherweise die Chance, Entscheidungen zu korrigieren vorbei sein kann. Das mag für den Verstorbenen ebenso gelten, wie für viele andere.“

Dieses von Haider verwendete bzw. leicht abgewandelte Zitat von Voltaire sei ihm im Gedächtnis geblieben: „Ich teile zwar nicht deine Meinung, aber ich werde alles tun, dass du sie sagen darfst“. Gesprochen habe es Haider anlässlich der zugleich erfolgten Angelobung von Haider zum Landeshauptmann und von Kaiser zum Landesrat. Im Sinne dieses Zitats bzw. des Rechts auf Meinungsfreiheit möchte er das politische Wirken in Kärnten auch gesehen wissen, so Kaiser.

Landesrat Ragger sagte, man könne mit Fug und Recht feststellen, dass Jörg Haider vielen Menschen fehle. Er habe Handschlagqualität gehabt und auch das Verbindende über das Trennende gestellt.

Tochter Ulrike und Witwe Claudia dankten für die Gedenkfeier. Ulrike sprach ein Gedicht von Erich Fried. Claudia Haider wies auf den friedvollen Platz hin, wo viele Menschen Kraft tanken würden. Das Gedenken endete mit einer Agape, begonnen hatte es mit einer kurzen Andacht in der St. Michaelskapelle.

Das Land Kärnten werde künftig das Andenken an alle verstorbenen Landeshauptmänner mit offiziellen Kranzniederlegungen ehren. „Jeweils alle fünf Jahre werden wir seitens der Landesregierung an den Grabstellen der verstorbenen Landeshauptmänner gedenken“, sagte Kaiser. Das sei ein Zeichen des Respekts gegenüber den Verstorbenen und deren Familien, unabhängig von der politischen Zugehörigkeit.

Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern, Oberösterreich, geboren und verstarb in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2008 bei einem Autounfall in Kärnten. Ab 1983 war er Mitglied der Kärntner Landesregierung, von 1983 bis 1986 als Landesrat für Fremdenverkehr und Gewerbe und von 1989 bis 1991 sowie von 1999 bis zu seinem Tod im Jahr 2008 als Landeshauptmann von Kärnten.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Ragger
Redaktion: Ulli Sternig/Brunner
Fotohinweis: LPD/Peter Just