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Herz-Thorax-Gefäßchirurgie: Abteilung am Klinikum Klagenfurt feiert 25 Jahr-Jubiläum

18.10.2013
LHStv.in Prettner gratulierte – Team führte bisher 10.000 Eingriffe am Herzen durch – Sanfte OP-Methoden speziell für ältere Patienten
In einer gemeinsamen Pressekonferenz zogen heute, Freitag, Kärntens Gesundheits- und Krankenanstaltenreferentin LHStv.in Beate Prettner und der Vorstand der Abteilung für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, Primarius Wolfgang Wandschneider, eine Bilanz über 25 medizinisch äußerst erfolgreiche Jahre. Seit 1988 besteht in Klagenfurt eine eigene Abteilung für Herzchirurgie. Im Juli 2013 zählte man den 10.000sten Eingriff am Herzen und die Patientenzahlen der Herz-Thorax-Gefäßchirurgie werden weiter steigen. „Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr Eingriffe am Herzen durchführen. Und das bei immer älteren Patienten“, meinte Wandschneider. Gründe seien die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die immer schonenderen Methoden der Herzchirurgie.

Die Entwicklungen in der Herz-Thorax-Chirurgie seien beispielgebend für die technische Weiterentwicklung in der Medizin und kämen letztendlich nicht nur den Patientinnen und Patienten, sondern dem gesamten solidarischen Gesundheitssystem in Kärnten zugute, betonte Prettner. „Die beste medizinische Versorgung und die Optimierung von Behandlungsabläufen nach dem best-point-of-service-Prinzip sind wesentliche Bestandteile bei der Weiterentwicklung des Kärntner Gesundheitssystems, das durch die anstehende Reform auch für die Zukunft gesichert werden soll. Gemeinsames Ziel von Gesundheitspolitik und Medizin wird die Verlängerung der gesunden Lebensjahre sein“, so Prettner. Sie gratulierte Primarius Wandschneider und seinem Team zu 25 Jahren „Arbeit mit Herz“ im Sinne der Gesundheit Kärntens.

„Wir sind mittlerweile in der Lage, Patienten jenseits der 90 Jahre erfolgreich zu behandeln“, erzählte Wandschneider aus der Praxis. „Diese Patientengruppe hat auf Grund häufiger Begleitkrankheiten ein deutlich höheres Risiko sowie längere Aufenthalte im Krankenhaus“, sagte der Primarius und verwies darauf, dass man genau bei diesem Punkt ansetzen müsse. „Es werden laufend neue Verfahren entwickelt, um diesen Patienten eine adäquate Therapie bieten zu können. Die Lebensqualität soll erhalten bleiben.“

Eine vielversprechende technische Neuerung sind Herzklappen, die nicht mehr eingenäht werden müssen, sondern auf einem Stent, einem Metallgitter, aufgebracht werden. Der Stent dehnt sich dabei von selbst aus und hält die Klappe in Position. Der Chirurg entfernt die meist stark verkalkte Aortenklappe des Patienten und setzt dann die neue ein. Dieses Manöver dauert nur wenige Minuten und verkürzt die OP-Zeit enorm. Das führt dann auch zu einer geringeren Belastung für den Patienten. Damit verkürzt sich auch der Aufenthalt auf den Intensivstationen. Der Patient erholt sich rasch und wird schnell wieder mobil. Neben Herzklappen zählen aber auch Bypassoperationen zum Hauptanteil der Eingriffe in der Herzchirurgie. Das Team der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie führt jährlich zwischen 150 und 200 derartige Operationen durch.

Die Herzchirurgie ist eine sehr junge Fachrichtung, die in der modernen Form erst in den 1950er Jahren in den USA begann. Heute stellen Bypass- und Herzklappenoperationen Routine-Verfahren dar, die exzellente Ergebnisse erzielen. Schonende, sogenannte minimal-invasive Techniken (kleine OP-Schnitte, kleinere OP-Wunden) gewährleisten die Behandlung einer immer älter werdenden Bevölkerung. Die Herz-Thorax-Gefäßchirurgie führt aber nicht nur Eingriffe am Herzen durch. Auch Tumore in der Lunge werden behandelt. Auch hier gibt es heute Methoden, die aufgrund ihrer geringen Invasivität auch für ältere Menschen geeignet sind. 2005 wurde die Herz-Thoraxchirurgie um die Gefäßchirurgie erweitert, um auch auf diesem Gebiet die Versorgung der Kärntner Bevölkerung sicherzustellen. Durch die Schaffung einer Angiologischen Ambulanz wurde eine Anlaufstelle für alle Patienten mit Durchblutungsstörungen geschaffen. In dieser Spezialambulanz arbeiten, Angiologen, interventionelle Radiologen und Diabetologen eng zusammen. Für jeden Patienten wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Nicht zuletzt dadurch kann die Mobilität gewährleistet und können Amputationen verhindert werden.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner