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POLITIK

Dialogforum trat wieder zusammen

21.10.2013
LH Kaiser, LHStv.in Prettner, LHStv.in Schaunig und LR Holub nahmen seitens der Landesregierung teil
Das „Dialogforum für die Entwicklung des gemischtsprachigen Gebietes“ trat heute, Montag, zum dritten Mal unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Peter Kaiser zusammen. Es wurde darin ein sehr positives Resümee über die Landesfeiern am 10. Oktober, dem Tag der Kärntner Volksabstimmung, gezogen und auch vom erfolgreichen 24. Europäischen Volksgruppenkongress in Klagenfurt berichtet. Mitgeteilt wurde zudem, dass sich die entsprechende Arbeitsgruppe bei der Lösungsfindung für die slowenische Musikschule Glasbena sola auf einem guten Weg befindet. Seitens der Landesregierung nahmen noch LHStv.in Beate Prettner, LHStv.in Gaby Schaunig und LR Rolf Holub an der Sitzung teil.

Der Landeshauptmann verwies auf viele positive Rückmeldungen zu den Landesfeiern, die unter dem Motto „Zukunft gestalten, Vergangenheit verstehen. Prihodnost oblikovati, preteklost razumeti“ standen. Es habe auch Kritikpunkte gegeben, die Kaiser im Forum „ungefiltert“ weitergab: dass er keinen Kärntner Anzug getragen habe, dass die vierte Strophe des Kärntner Heimatliedes nicht abgespielt wurde und dass der Anteil des Slowenischen zu hoch gewesen sei. Die Kritik, dass er in seiner Rede am Soldatenfriedhof Annabichl nicht auf die Opfer verwiesen habe, nehme er selbstkritisch an, er werde dies im nächsten Jahr korrigieren. Zum Heimatlied meinte er, dass hier die politische Debatte über die vierte Strophe („wo man mit Blut die Grenze schrieb“) nicht im Vordergrund gestanden sei, vielmehr sei es üblich, bei offiziellen Anlässen jeweils nur eine Strophe von Bundes- und Landeshymne zu spielen. Dass einige Traditionsverbände der Einladung zu den Landesfeiern nicht gefolgt seien, sei allein in deren Entscheidung gelegen.

Aus dem Dialogforum gab es ebenfalls sehr positive Rückmeldungen zu den Landesfeiern. LHStv.in Prettner und Fachreferent Thomas Goritschnig als Vertretung von LR Wolfgang Waldner brachten den Vorschlag ein, künftig neben Bundes- und Landeshymne auch die Europahymne zu intonieren. LR Holub verwies auf die „Unverkrampftheit“ der heurigen Feiern, für Heimatdienstobmann Josef Feldner kam das Gemeinsame gut zum Ausdruck. Auch viele Kärntner Sloweninnen und Slowenen haben die Feiern als positiv empfunden, wie deren Vertreter Marjan Sturm, Bernard Sadovnik und Nanti Olip berichteten. Landtagsabgeordnete Zalka Kuchling dankte dem Landeshauptmann für den Gebrauch der slowenischen Sprache in seiner Festrede. Gemeinderat und Gemeindebund-Vorstandsmitglied Vladimir Smrtnik regte an, dass auch einige Gemeinden dem Landesbeispiel folgen und ihre Feiern „entstauben“ sollten.

In mehreren Wortmeldungen wurde zudem angeregt, die Ereignisse rund um Abwehrkampf und Volksabstimmung in den Schulen stärker pädagogisch zu bearbeiten. Vorarbeiten will man jedenfalls auch schon auf 2020, wo sich der Tag der Kärntner Volksabstimmung zum 100. Mal jährt. Kaiser hofft auf viele Bausteine und Impulse, damit möglichst viele Menschen daran mitwirken. Als positives Beispiel, wie man in Kärnten Geschichte erfahre, verstehe und daraus Zukunft baue, könnte auch die geplante Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen Kärnten und dem Kanton Sarajevo dienen.

Über die Arbeitsgruppe rund um die Glasbena Sola informierten Gernot Ogris von der für das Musikschulwesen zuständigen Unterabteilung des Landes und Vereinsobmann Bozo Hartmann. Der Landeshauptmann konnte mitteilen, dass die Landesmittel für 2013 gesichert seien. Kaiser brachte wiederholt ein, dass es ideal und vernünftig wäre, wenn sich die Musikschulen auch im Rahmen der künftigen Ganztagsschulen wiederfinden würden. Vom Europäischen Volksgruppenkongress, der am 17. Oktober im Klagenfurter Konzerthaus tagte, berichteten Volksgruppenbüro-Leiter Peter Karpf und der stellvertretende Landesamtsdirektor Markus Matschek. Für 2014 steht laut Matschek Verfassungsgerichtshofpräsident Gerhart Holzinger als Referent zur Verfügung.

Der Landeshauptmann teilte außerdem mit, dass Anträge von Ratsobmann Valentin Inzko vom Dialogforum an den Kärntner Landtag weitergeleitet wurden. Im Forum vertreten sind Mitglieder der Landesregierung, Landtagsparteien, Organisationen der Kärntner Slowenen sowie Bürgermeister aus den Bezirken mit zweisprachigen topografischen Aufschriften, gegründet wurde es im Zuge der Kärntner Ortstafellösung.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Eggenberger