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Teurere Rauchwarnmelder: Förderung für Gehörlose und Hörbeeinträchtigte

25.10.2013
LHStv.in Prettner: Land Kärnten federt finanziellen Mehraufwand ab – Darf keine sicherheitstechnischen Einschränkungen aufgrund einer Hörbehinderung geben
Wie bekannt, gibt es seit dem 1. Juli 2013 die gesetzliche Verpflichtung zur Installierung von Rauchwarnmeldern in Wohnräumen. Dass gehörlose Menschen und Menschen mit schweren Hörbeeinträchtigungen im Sinne des Kärntner Chancengleichheitsgesetzes einen Rauchwarnmelder nach dem sogenannten „2-Sinnes-Prinzip“ benötigen, ist die logische Konsequenz daraus, auf die das Land Kärnten nun reagiert. „In Zusammenarbeit mit der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung und der Abteilung 4, Kompetenzzentrum Soziales wurde eine Problemlösung erarbeitet. Wir greifen hörbehinderten Menschen bei der Anschaffung der wesentlich teureren Spezial-Rauchwarnmelder unter die Arme“, teilte Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Freitag, mit.

Bei der Berechnung der Förderung wurde laut Prettner davon ausgegangen, dass Kärntens Haushalte durchschnittlich 149 Euro für vier Rauchwarnmelder aufwenden. Gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen müssen jedoch für vier Spezialgeräte mit Kosten von mindestens 600 Euro rechnen. „Daher gewähren wir für diese behindertenspezifische Mehraufwendung einen Kostenzuschuss von 450 Euro“, so Prettner. Bei einer höheren Stückzahl sei eine Anpassung erforderlich. Sollte behinderungsbedingt eine speziellere Ausstattung notwendig sein, würde man auch dies beim Kostenzuschuss berücksichtigen.

Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger begrüßt die Förderzusagen und führte weiter aus: „Grundsätzlich müssen alle Wohnbaugenossenschaften sowie Betreuungseinrichtungen die Kosten für die ‚2-Sinnes Prinzip‘-Rauchwarnmelder übernehmen. Darüber hinaus springt das Land Kärnten ein, was eine wesentliche finanzielle Erleichterung für die Betroffenen bedeutet, da es bis dato mit Ausnahme der Förderungen des Bundessozialamts, allerdings nur für Ausgleichszulagenempfängerinnen und -empfänger, keine Förderung für diese ‚behindertenspezifischen Mehrkosten‘ gab.“

„Mit dieser Förderschiene soll sichergestellt werden, dass es in Kärnten zu keinen sicherheitstechnischen Einschränkungen aufgrund einer Hörbehinderung kommt“, betonte Prettner. Betroffene können sich im Sozialreferat des Landes Kärnten über die Förderung informieren bzw. ihre Anträge einbringen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm