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Kinderschutzfachtagung in Ossiach

28.10.2013
LHStv.in Prettner: Wahrung des Kindeswohls steht an oberster Stelle
„Wie erkennt man die Gefährdung eines Kindes?“ – Diese Frage steht heute, Montag, im Zentrum der 13. Kinderschutzfachtagung in Ossiach. Das Kindeswohl im Fokus haben rund 300 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Exekutivbeamtinnen und -beamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendwohlfahrtsbereichs aus ganz Kärnten. Sie diskutieren einen Tag lang Strategien und Maßnahmen ihrer Arbeit. Die Kinderschutzfachtagung bietet darüber hinaus Gelegenheit zum fachlichen Austausch untereinander und fachlichen Input von namhaften Expertinnen und Experten aus Österreich und Deutschland.

„Diese Tagung ist ein wichtiger Beitrag zur Qualität im Jugendwohlfahrtsbereich“, freute sich Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner über das große Interesse an der Kinderschutzfachtagung, die heuer erstmals in Ossiach stattfand und gemeinsam mit der Landespolizeidirektion veranstaltet wurde. Dieser neue und größere Tagungsort wurde notwendig, da das Interesse an der Fachtagung während der vergangenen Jahre kontinuierlich angestiegen ist.

Leitthema dieses Jahr war die sogenannte „Gefährdungsabklärung“. Dabei geht es darum, wie man die Gefährdung des Kindeswohls erkennt und wie man die richtigen Schritte setzt, um es zu schützen. Ein Fokus liegt auf der Thematik der Resilienz, welche die Dortmunder Professorin Nina Gawehn in einem der beiden Hauptvorträge behandelte. Resilienz beschreibt die Fähigkeit mancher Kinder, selbst unter widrigsten Umständen eine gesunde Entwicklung zu erfahren. Diese und andere mögliche Schutzfaktoren können genutzt werden, um die Entwicklung von „Risikokindern“ positiv zu beeinflussen. „In der Arbeit der Jugendwohlfahrt – und auch bei meiner – steht die Wahrung des Kindeswohls an oberster Stelle“, erklärte Prettner den Hintergrund ihrer Aktivitäten.

Der zweite Hauptvortragende, Reinhard Neumayer, stellvertretender Leiter der Jugendwohlfahrt in Niederösterreich, beschäftigte sich in seinem Referat mit der Kindesentwicklung generell. Diese, so räumte er ein, verlaufe nicht immer unter Idealbedingungen, da es sehr viele Variablen gebe, die Einfluss auf die Kindesentwicklung haben: Eltern, Freunde, Umfeld, Schule etc. Hierbei gelte es, jene Faktoren zu identifizieren, die tatsächlich einen negativen Einfluss haben können, und wo es externer Hilfe bedürfe.

Das Thema Gefährdungsabklärung hat übrigens einen durchaus aktuellen Hintergrund. Mit Ende des Jahres 2013 soll das neue Kärntner Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz (K-KJHG) in Kraft treten. „Darin ist erstmals für Gefährdungsabklärungen das Vier-Augen-Prinzip gesetzlich verankert“, erläuterte Prettner die Neuerung. Das Kärntner Kinder- und Jugendhilfegesetz ersetzt das bisherige Jugendwohlfahrts-Gesetz. Hintergrund ist eine neu geregelte und vereinheitlichte Grundsatzgesetzgebung des Bundes.

Der Nachmittag der Kinderschutzfachtagung stand im Zeichen der Praxis. In sechs Workshops, geleitet von Experten der verschiedensten Disziplinen, wurden Problem- und Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag diskutiert und beleuchtet.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner