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Koralmbahn: Alles im Zeitplan, ab November beginnt letzter Tunnelabschnitt KAT 3

28.10.2013
LH Kaiser und Landtagsausschuss nahmen Besichtigung in Kühnsdorf vor – Bahnbau bringt Wertschöpfung und Arbeitsplätze
Eine Besichtigung des Bauloses Kühnsdorf sowie der neuen 600 Meter langen Draubrücke im Zuge des Koralmbahnbaus machten heute, Montag, der Landtagsausschuss für Finanzen, Wohnbau und Gemeinden unter LAbg. Bgm. Jakob Strauß und Landeshauptmann Peter Kaiser. Alle zeigten sich über den großen Fortschritt und der Größe der Baumaßnahmen tief beeindruckt. Gesamtkoordinator Klaus Schneider sowie die Projektleiter Klaus Berger und Gerald Zwittnig informierten über die aktuellen Arbeiten sowie über die Dimensionen der Koralmbahn als Teil der Baltisch-Adriatischen Achse, die von Helsinki/Danzig über Warschau, Wien, Steiermark und Kärnten nach Bologna führt und somit die Ostseehäfen mit den Mittelmeerhäfen verbindet.

Die Koralmbahn liege voll im Zeitplan, man sei gut unterwegs, stellten die ÖBB-Verantwortlichen fest. Angekündigt wurde das nächste und letzte große Hauptbaulos KAT 3, der Tunnelabschnitt von Kärnten Richtung Steiermark, die Bauarbeiten beginnen am 3. November, an die 400 Beschäftigte werden dieses Projekt realisieren.

LAbg. Bgm. Strauß dankte dem Landeshauptmann für die Teilnahme an der Besichtigung. Der Landeshauptmann nannte die Kooperation mit allen Beteiligten beispielhaft. Auch im Wörthersee-Bereich werde man für die Trassenführung mit allen den Dialog suchen, um auch in diesem Abschnitt rechtzeitig die Weichen stellen zu können.

Weiters informierte er über die guten Chancen des Koralmbahnprojektes durch die Aufnahme in das TEN-Netz und damit die Mitfinanzierung durch die EU im Ausmaß von rund zehn Prozent der Kosten. Die endgültigen Beschlüsse für die Programmperiode 2014 – 20 seien noch offen, stünden aber kurz vor dem Abschluss. Im Rahmen der Förderungen von Makroregionen könne auch Kärnten finanziell partizipieren, so Kaiser. Dies sei enorm wichtig, um große bevorstehende Verkehrs- und Logistikprojekte leichter umsetzen zu können. Wo der Bahnbau prosperiere, dort gehe es auch der Wirtschaft gut. Der Landeshauptmann dankte dem Ausschuss unter Vorsitzendem LAbg. Bgm. Strauß für die Besichtigung und Information vor Ort.

Das Baulos Kühnsdorf mit Grüntunnel und 120 m langer Eisenbahnbrücke über die Bundesstraße B 82 soll noch heuer fertig werden. Die Draubrücke wird nächstes Jahr fertiggestellt, sie wird im Taktschiebeverfahren vorangetrieben.

Gesamtkoordinator Schneider sagte, dass man auf der neuen Südbahnstrecke einen ähnlich hohen Standard wie auf der Westbahn bekommen wolle. Dieses Eisenbahninfrastrukturprojekt sei sowohl von großer europäischer wie auch regionaler Bedeutung. Die Regionen müssten sich weiterhin aktiv beteiligen. Die neue Bahn werde mehr Fahrgäste, mehr Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze bringen.

Hervorzuheben sei auch, dass von den bauausführenden Firmen an die 80 Prozent aus Kärnten stammen. Projektleiter Berger sprach über die hohen Umweltauflagen, die es zu erfüllen gilt. Projektleiter Gerald Zwittnig teilte mit, dass der Abschnitt St. Andrä – Aich/Dob mit der Tunnelkette Granitztal in Planung sei, die Bauarbeiten sollen noch heuer oder Anfang 2014 beginnen.

Diskutiert wurde über Verkehrsprognosen, über die Chancen für die regionale Wirtschaft sowie Anschlussmöglichkeiten an Gewerbeparks. So sei ein interkommunaler Gewerbepark beim neuen Bahnhof in Kühnsdorf vorgesehen, sagte LAbg. Strauß. Anwesend waren auch die Bürgermeister von Eberndorf und St. Kanzian, Gottfried Wedenig und Thomas Krainz, die den ÖBB-Verantwortlichen für die gute Zusammenarbeit dankten.

Die Koralmbahn mit dem 32,9 km langen Koralmtunnel als Herzstück ist eine 130 km lange zweigleisige, elektrifizierte Neubaustrecke, die in rund zehn Jahren, ab 2023, die Städte Graz und Klagenfurt direkt miteinander – mit Tempo 200 bis 250 km/h - verbinden wird. Koralmbahn, Semmering-Basistunnel neu und der Hauptbahnhof Wien sind die Schlüsselprojekte der neuen Südbahn. Die Kosten für die Koralmbahn werden mit 5,4 Milliarden Euro angegeben, an die 2,6 Milliarden Euro wurden bereits verbaut bzw. vergeben.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/fritzpress