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Ganztagsschule bietet größte Chancengleichheit

08.11.2013
Bildungsreferent LH Kaiser eröffnete in Feldkirchen Tagung „Ganztagsschule-Schulversagen-Schulsozialarbeit“
In der Fachhochschule Kärnten in Feldkirchen wurde heute, Freitag, die Vernetzungstagung „Ganztagsschule-Schulversagen-Schulsozialarbeit" von Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eröffnet. Ziel der zweitägigen Veranstaltung ist es, die Vernetzung der Schulsozialarbeit zwischen Österreich, der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz voran zu bringen.

In seinem Eröffnungsstatement thematisierte Kaiser die neue angedachte Bildungspolitik des Landes, die Bedeutung der Sozialschularbeit in Kärnten und die verschränkte Ganztagsschule. Dabei dankte er den Initiatoren der Tagung. „Hier wurde vorausgedacht, denn die verschränkte Ganztagsschule ist ein Zukunftsmodell, in dem der soziale Bereich eine große Rolle spielt. An ihr führt kein Weg vorbei und sie ist die Schulform, bei der es die größte Chancengleichheit geben kann. Die Eltern müssen dabei das Gefühl haben, dass ihr Kind im Schulbereich gut aufgehoben ist“, betonte Kaiser.

Neben der pädagogischen und sozialen Komponente hob der Bildungsreferent auch den emanzipatorischen Charakter der Bildung hervor. „Bildung und Bildungsarbeit ist der Prozess des Lebens. Wir müssen sie weiter forcieren und betreiben, es darf nichts verschüttet werden und sie muss auch kritisch hinterfragt werden", legte Kaiser seinen Standpunkt dar.

Seitens des Landeshauptmannes gab es auch ein klares Bekenntnis zur Sozialschularbeit. „Sie ist notweniger denn je, denn von 98.000 Kindern in Kärnten brauchen bereits 10.000 Kinder neben der Familie soziale Stützmaßnahmen, um in das normale Leben integriert zu werden“, wartete er mit konkreten Fakten auf. Zudem kündigte Kaiser an, dass ab dem Schul- und Kindergartenjahr 2014/15 seitens des Landes ein großes Augenmerk auf die Übergangsphase zwischen Kindergarten und Volksschule gelegt werde. „Die Maßnahmen kosten nicht viel, ihre Wirkung ist jedoch enorm," so Kaiser.

Für Edith Erlacher-Zeitlinger, Institutsleiterin der Pädagogischen Hochschule Kärnten, steht die Ganztagsschule, die in einigen Ländern bereits Alltag ist, im Zentrum des künftigen Bildungssystems. „Sie wird neue Gedanken und Ideen für die Gesellschaft öffnen, einen neuen Rhythmus in den Schulalltag bringen und andere Formen des Lernens und der Beziehungsarbeit mit sich bringen“, so die Pädagogin. Keinesfalls dürfe dabei die Sozialarbeit vergessen werden, die notwendig sein werde.

Bringfriede Scheu, Studienbereichsleiterin der FH Kärnten für Gesundheit und Soziales, hob die enormen Herausforderungen bei der Umsetzung der Ganztagsschule und Sozialschularbeit hervor. „Sie sind notwendig, damit unsere Kinder und Jugendlichen gedeihlich aufwachsen können."

Den Einführungsvortrag der Tagung hielt Univ. Prof Ferdinand Eder von der Universität Salzburg. Er referierte über die „Ganztagsschule im Spannungsfeld zwischen Elternwünschen, pädagogischen Erwartungen und gesellschaftlichem Bedarf".

Der Tagung wohnten der amtsführende Präsident des Landeschulrates, Rudolf Altersberger, die Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine, Gertrude Kalles-Walter, Maria Moritz vom österreichischen Berufsverband sozialer Arbeit, die Schulpsychologen Gert Lach und Peter Zernig, Reinhold Eckhard (Geschäftsführer Kinderfreunde), Elisabeth Rieder (Berufs- und Bildungsorientierung), Abteilungsleiterin-Stellvertreterin Christine Gaschler-Andreasch (Abt. 4, Soziales, KLR) und Beate Gfrerer (Pädagogische Leiterin, Kärntner Volkshochschulen) bei.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Peter Just