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WIRTSCHAFT

Innovatives Symposium des [micro] electronic cluster

28.11.2013
LHStv.in Schaunig: Auf Humanressourcen, Standortattraktivität sowie Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft setzen – Grenzüberschreitende Kompetenzregionen gründen
Öffentliche Förderungen sollen auf Forschung, Technologieentwicklung und Innovation konzentriert werden. Darüber war man sich gestern, Mittwoch, beim Symposium „Clean Production – Competence Region“ in Warmbad-Villach einig. „Kärnten hat bei Forschung, Technologie und Innovation eine überaus positive Entwicklung zu verzeichnen“, unterstrich in diesem Rahmen Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig. Organisiert wurde das Symposium vom me2c - [micro] electronic cluster.

Schaunig verwies auf das Regierungsprogramm 2013-2018 und das Budgetprogramm 2014-2018, in denen Maßnahmen zur verstärkten Positionierung Kärntens als Region mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung als eine der vorrangigen Prioritäten ihren Niederschlag gefunden haben. „Die Strategie setzt auf den konsequenten weiteren Ausbau des Innovationssystems und dessen Anreicherung in spezifischen Feldern, indem Stärken in vorhandenen Schwerpunkten gebündelt und zu internationaler Sichtbarkeit entwickelt werden“, so Schaunig. Humanressourcen und Standortattraktivität wolle man ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken und die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen.

Mit der IWB-Strategie, das stehe für Investitionen in Wachstum und Beschäftigung in Kärnten 2014-2020, sollen laut der Finanzreferentin die EU-Vorgaben für die Förderkulisse umgesetzt werden. Diese konzentriere sich auf die Ziele der Stärkung von Forschung, Technologie, Entwicklung und Innovation, der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen sowie der CO2-armen Wirtschaft. „Die Lage Kärntens in der Mitte Europas, das Faktum, das Klagenfurt gleich weit – oder gleich nah – von London und Odessa, von Göteborg wie Lampedusa liegt, ist ein Standortvorteil, den wir künftig nützen müssen“, betonte Schaunig: „Wir sind am Schnittpunkt von germanischer, romanischer und slawischer Kultur gelegen, was uns Verständnis und Zugang zu all diesen Kulturkreisen ermöglicht.“

Die räumliche Lage Kärntens als Bindeglied zwischen dem Alpen-Adria- und dem süddeutschen Raum sowie den wachsenden Märkten der EU in Südosteuropa sei günstig. „Wir leben in einer intakten Umwelt, wir können unser Wasser aus der Wasserleitung trinken und innerhalb kürzester Zeit unsere Freizeit am See, am Berg oder am Meer verbringen. Das sind Standortvorteile, die alle Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kärnten, gemeinsam mit den benachbarten Regionen zur Top-Region der ‚Life-Work-Balance‘ wird“, so Schaunig.

Für die Finanzreferentin ist die Gründung grenzüberschreitender Kompetenzregionen von essentieller Bedeutung. „Künftig wird die Region als räumliche Größe weitaus wichtiger sein, als nationalstaatliche Grenzen“, betonte sie. Und nur in der Kooperation über die Grenzen werde Kärnten in der Zukunft erfolgreich sein. Wirtschaftsstandorte würden durch die gemeinsame Weiterentwicklung wirtschaftlich-technologischer Stärkefelder und deren Sichtbarmachung über die regionalen Grenzen hinaus profitieren. Dies sichere die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes und seiner Akteure und ziehe sowohl potentielle Arbeitnehmer als auch potentielle Investoren an.

In diesem Sinne habe Landeshauptmann Peter Kaiser kürzlich gemeinsam mit Vertretern aus dem Burgenland, der Steiermark, Kroatien, Slowenien und Ungarn in Klagenfurt das Gründungsdokument der Alpen-Adria-Allianz unterzeichnet, wies Schaunig hin: „Zusammenarbeit ist in den Bereichen Wirtschaft, Sport, Kultur und Jugend geplant. Projekte sollen so entwickelt werden, dass sie größtmöglich mit EU-Fördermitteln finanziert werden können.“

Gerade zukunftsfähige Felder, wie der Sektor „Clean Production und Clean Manufacturing“, der von Hightech-Produkten über den Gesundheitsbereich bis zur Lebensmittelherstellung reicht, könnten am besten in einer Region mit einem gemeinsamen Schwerpunktthema entwickelt werden, meinte Schaunig. Die Bündelung von Ressourcen, Know-how und Forschungsschwerpunkten würde eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Besonders gut zu diesem Thema passe, dass ein Kärntner Unternehmen einen mobilen Reinraum der höchsten Reinraumklasse als Weltneuheit entwickelt hat und dafür vor wenigen Tagen ausgezeichnet wurde.

Dank regional ansässiger Leitbetriebe wie cms electronics, Flextronics, Infineon Technologies Austria, Intel Communications, Lantiq Austria, Lam Research und Wild verfüge Kärnten über ein international sichtbares wirtschaftlich-technologisches Stärkefeld in den Bereichen Elektronik, Mikroelektronik und Mechatronik. Mit spezialisierten Forschungseinrichtungen und Ausbildungsstätten wie der Carinthian Tech Research AG, der Fachhochschule Kärnten und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt verfüge die Region darüber hinaus über exzellentes Know-how, welches Unternehmen zur Verfügung gestellt werden könne.

Mit der Kompetenzbündelung auf Elektronik, Mikroelektronik und Mechatronik besetze der Wirtschaftsstandort Kärnten Kernelemente der Wertschöpfungskette elektronikbasierter Systeme, einem Markt der rund zehn Prozent der weltweiten Wertschöpfung ausmache. „Mit einem Arbeitsplatz der von dieser Industrie in Kärnten geschaffen wird, entstehen rund 2,4 weitere verkettete Arbeitsplätze in Zuliefer- und Dienstleistungsbereichen“, wies Schaunig hin. So würden auch die aktuell rund 40 me2c-Mitglieder, die allesamt Niederlassungen in Kärnten haben, rund 5.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro erwirtschaften (Stand 23.10.2013).


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Kohlweis/Böhm