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Koralmtunnel – Dritter Bauabschnitt gestartet

17.01.2014
Feierlicher Tunnelanschlag des letzten Abschnitts bei Mitterpichling – 2023 sollen ersten Züge rollen
Die Mineure im Lavanttal können nun loslegen, denn heute, Freitag, gab es beim feierlichen Tunnelanschlag in der Südröhre des künftig 32,9 km langen Koralmtunnels den Startschuss zum letzten Abschnitt des Megaprojekts. Den symbolischen Festakt vorgenommen haben Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, die Landeshauptleute Peter Kaiser und Franz Voves, Desirée Oen vom Kabinett Siim Kallas (Vize-Präsident der Europäischen Kommission zuständig für Verkehr) sowie die Vorstandsvorsitzenden Christian Kern (ÖBB-Holding AG) und Karl-Heinz Strauss (Porr AG). Die Bauarbeiten für das Baulos KAT 3 werden bis 2020 dauern und rund 300 Millionen Euro kosten. Der Tunneldurchschlag wird im Jahr 2016 in der Südröhre angepeilt. Als Tunnelpatin und Namensgeberin (die Mineure tauften den Tunnel Uli) fungierte Ulrike Wehr, die Lebensgefährtin des Kärntner Landeshauptmannes.

„Die Koralmbahn hat nicht nur für Kärnten und die Steiermark, sondern auch für Österreich und Europa essentielle Bedeutung“, sagte Bundesministerin Bures. Mit der Bahn werde den Menschen ein Verkehrsmittel angeboten, das alles habe – es sei sicher, leistungsfähig, modern und umweltfreundlich. „Die Durchsetzung dieses großen Projektes macht Österreich umweltfreundlicher, noch lebenswerter und schafft bzw. sichert zehntausende Arbeitsplätze, heute und in den kommenden Jahrzehnten.“

„Das ist ein sehr wichtiger Tag denn nicht nur Graz und Klagenfurt werden durch die rund 130 Kilometer lange Koralmbahn verbunden, sie ist auch Teil der Baltisch-Adriatischen- Verkehrsachse, welche die Ostsee mit den Häfen an der Oberen Adria verbindet“, sagte der Kärntner Landeshauptmann. Kärnten und die Steiermark bzw. Österreich würden an das bedeutende transeuropäische Verkehrskernnetz angebunden. „So ist die Koralmbahn bzw. die Baltisch-Adriatische Verkehrsachse eine Lebensader, die von enormer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Kärnten und damit für die Sicherung von Betriebsstandorten sowie die Neuansiedlung von Unternehmen ist“, betonte Kaiser.

Der Landeshauptmann dankte allen, die mitgeholfen haben, dieses große Projekt zu realisieren. „Der heutige Tag bringt uns Europa ein Stück näher. Kaiser kündigte auch an, dass im Sinne einer zukunftsorientierten Politik bei der Planung der Wörtherseetrasse alle an Bord geholt werden sollen, um zu einer Trassenführung zu gelangen, bei der die Menschen im Mittelpunkt stünden. „Für die Umsetzung der Wörtherseetrasse ist es wichtig, dass die Bundespolitik die festgelegte Trassenführung in die ÖBB-Zielplanung 2025 bis 2040 aufnimmt und die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung seitens der ÖBB ergriffen werden“, so Kaiser, der auch darauf verwies, dass es für entsprechende Planungsarbeiten finanzielle Unterstützung seitens der EU geben könnte.

„Das ist ein Jahrhundertprojekt für den Süden Österreichs“, sagte der steirische Landeshauptmann und dankte allen, die daran mitgearbeitet haben allen voran Bundesministerin Bures.

Oen überbrachte herzliche Grüße von Siim Kallas. „Es ist mittlerweile schon eine gute Tradition, dass der Bau der Südbahn von der Europäischen Kommission begleitet werde. „Österreich ist beispielhaft in Sachen neuer Verkehrspolitik“, lobte Oen. Sie berichtete, dass die EU künftig zur Förderung entlang solcher Korridore mehr Mittel zur Verfügung stellen wolle. „Es gibt dafür eine Erhöhung von acht Milliarden auf 26 Milliarden Euro.“

Porr-Generaldirektor Strauss zeigte sich von der Wichtigkeit des Projekts für die gesamte Region überzeugt: „Wir graben hier eine Chance aus, der Koralmtunnel ist ein zentraler Baustein für die moderne Verkehrsinfrastruktur von morgen und wir freuen uns, dass wir mit unserem Wissen und Können Teil dieses Jahrhundertprojektes sein dürfen.“

„Der Koralmtunnel ist gemeinsam mit dem Semmeringbasistunnel einer der wichtigsten Verkehrskorridore Europas“, erklärte ÖBB-Generaldirektor Kern. Mit dieser modernen Bahninfrastruktur rücken Österreich und Europa näher zusammen. „Die Aufnahme der Vortriebsarbeiten setzen nun einen weiteren wichtigen Schritt für die Errichtung einer modernen Bahnachse in den Süden.“

Die Segnung übernahmen Heinrich Ferenczy, Abt des Stifts St. Paul und die evangelische Pastorin von Wolfsberg Renate Moshammer. Bei der spektakulären Tunneltaufe – sie erfolgte mittels Bagger – wurde Ulrike Wehr von Porr-Projektleiter Andreas Karlbauer unterstützt. „Ich bin sehr stolz und werde meine Aufgabe als Tunnelpatin sehr ernst nehmen“, sagte Wehr.

Unter den zahlreichen Gästen waren auch die Landesräte Christian Ragger, Rolf Holub und Gerhard Köfer. Durch die Veranstaltung führte ORF Radio Kärnten Moderator Martin Weberhofer.´Die 130 km lange Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt kostet rund 5,4 Milliarden Euro und wird bis 2023 fertiggestellt. Der 32,9 km lange Koralmtunnel wird zu den längsten Tunnelbauwerken der Welt zählen. Weit mehr als die Hälfte der Neubaustrecke ist bereits in Bau bzw. in Betrieb. Beim dritten Bauabschnitt werden 400 Arbeiter im Dreischichtbetrieb im Einsatz sein.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Foto: LPD/fritzpress