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„Unsere tägliche Turnstunde gib uns heute!“

23.01.2014
LH Kaiser bei Podiumsdiskussion an BG und HTL Mössingerstraße - Eindrucksvolles Plädoyer für mehr Bewegung, Sport und Spaß
Eine Podiums- und Schülerdiskussion am BG und HTL Mössingerstraße Klagenfurt widmete sich heute, Donnerstag, dem Thema „Unsere tägliche Turnstunde gib uns heute!“. Landeshauptmann Peter Kaiser, Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, KAC-Assistenzcoach Dieter Kalt, Trainerlegende Walter Ludescher und Sportmedizinerin und Sportwissenschafterin Ines Berger-Uckermann betonten unisono den Wert der täglichen Bewegung und plädierten dafür, den Stellenwert von Sport und Bewegung generell und auch in der Schule zu steigern. Sie zeigten ihre Sportbegeisterung und sprachen ein klares Ja zu Bewegung, Sport und Spaß.
Professor Eduard Blatnik (BG Mössingerstraße) moderierte gekonnt und stellte auch Fragen nach dem persönlichen Zugang der Diskutanten, ihrer Sportivität und Sportkarriere, sowie nach dem Spitzensport. Er machte – unterstützt von Videoclips - deutlich, wie sehr die mediale Werbung das Ernährungsverhalten negativ beeinflusse. Alle betonten, dass Sport für sie unverzichtbar sei.

Der Landeshauptmann appellierte dazu, Bewegung zu machen und dies sei besser, je früher man damit beginne. Die Politik bemühe sich intensiv, Angebote zu schaffen und anzubieten, von den Sportschulformen hin bis zu den Veranstaltungen und Sportvereinen, die in die Schulen kommen und dort informieren. Die tägliche Turnstunde sei als Ziel auch im Regierungsprogramm verankert. An den Ganztagsschulen werde sie auch durchgeführt, bei höheren Schulen sei dies teilweise noch schwierig. Er wolle sich jedenfalls dafür einsetzen, dass auch die erforderliche Finanzierbarkeit erreicht werde. Jedoch könnten Bewegungselemente im Unterricht bzw. vor Unterrichtsbeginn eingebaut werden. Es brauche dafür ein ernsthaftes Bemühen sowie auch Vorbilder, so Kaiser. Zur Bewegung müsse auch die gesunde Ernährung hinzukommen. Ein Viertel der Jugendlichen sei übergewichtig, nur ein Viertel der Jugendlichen betreibe Sport, das sei nicht zufriedenstellend. Es brauche Gegenpole gegen die allzu vielen verlockenden Werbeangebote, wobei Bewegung eine Grundvoraussetzung für gesundes Älterwerden sei.

Der Landeshauptmann rief dazu auf, sich verstärkt zu „bewegen“, auch in Vereinen, und unterstrich den großen Wert des Sports als verbindende Kraft. Es hänge aber von jedem und jeder Einzelnen ab, wie und wofür er oder sie sich entscheide, sagte Kaiser. Bewegung und Sport bringen Vorteile und machen Spaß. Die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen sei sehr wichtig. Für ihn sei Sport unverzichtbar und spaßvoll, er laufe täglich, sagte Kaiser. Sein Turnunterricht habe ihm auch immer viel Freude bereitet.

Landesschulratspräsident Altersberger hob auch die Notwendigkeit der Bewusstseinsbildung für einen gesunden Lebensstil hervor, der Bewegung und Sport mitumfasse. Derzeit gebe es vielfach ein krasses tägliches Missverhältnis zwischen wenig Aktivität und sehr viel passivem Verhalten. Er wies auf die große Vorbildwirkung von Sportlehrerinnen und Sportlehrern hin und dankte ihnen für ihr Engagement. In vielen Schulen würden auch Sportprojekte erarbeitet und umgesetzt, sagte Altersberger. Wichtig sei das positive Aufeinanderzugehen innerhalb der Schulgemeinschaft und mit Sportvereinen.

Eishockeycoach Kalt bemerkte, er sei mit dem Sport, also gleichsam mit dem Puck, aufgewachsen. Er machte deutlich, dass falsche Ernährung rasch schlapp mache, während Bewegung und Fitness für Zufriedenheit sorgen würden.

KAC-Fußballtrainer Walter Ludescher machte deutlich, wie sehr der Kalorienverbrauch gestiegen sei, ohne dass die nötige Bewegung dieses Übermaß ausgleiche. Schule solle Sport fördern, wenn man mehr davon haben möchte, seien auch mehr finanzielle Mittel nötig. Man sollte sich selbst gegenüber die Verpflichtung fühlen, für seine Gesundheitserhaltung Sport zu betreiben.

Sportmedizinerin Berger-Uckermann regte an, sich zu überlegen, wie man Bewegung in den Alltag einbauen könne. Jeder sollte die für ihn passende und auch spaßvolle Bewegungsform finden. Sie verdeutlichte auch das große Problem, dass gesundes Essen, etwa das gesunde Frühstück, heute weitgehend fehlt.

Angesprochen wurde auch das Thema Spitzen- bzw. Profisport. Dieser sollte bestmöglich mit Bildung bzw. einer beruflichen Ausbildung verbunden werden, was auch meist möglich sei. Im Extremfall sollte der Profisport nicht den Vorrang vor der Bildung erhalten, war man sich einig.

Die Direktoren Harald Kuchler (BG) und Hubert Lutnik (HTL) sowie LSI Susanne Traußnig nahmen ebenfalls an der spannenden Informationsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Nachgefragt in der Mössingerstraße“ teil.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: Büro LH Kaiser