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Land Kärnten, AK und Gewerkschaft treten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich ein

23.01.2014
LHStv.in Prettner: Erste Maßnahmen - Zugangsregelungen werden gelockert, Schulungen zu Arbeitsrecht und gemeinsames Case-Management
Heute, Donnerstag, trafen auf Einladung von Kärntens Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner Vertreterinnen und Vertreter von allen maßgeblichen Prüfinstanzen des Kärntner Pflegebereiches zusammen, um an Verbesserungsmöglichkeiten für die Mitarbeiterinnen und MItarbeiter in Kärntens Pflegeheimen und bei den Mobilen Diensten zu arbeiten. Im Anschluss an die Arbeitssitzung, an der auch das Arbeitsinspektorat teilnahm, informierte Prettner gemeinsam mit AK-Präsident Günther Goach und Jutta Brandhuber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-DJP, über erste Maßnahmen, die mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden sollen.

„Einerseits werden wir seitens des Landes die Zugangsregelung zu Pflegeheimen von derzeit Pflegestufe vier auf Pflegestufe drei lockern. Dadurch erwarten wir uns eine sofortige Entlastung des Pflegepersonals, da durch niedrigere Pflegestufen auch der erforderliche Pflegeaufwand gesenkt werden kann“, gab Prettner bekannt. Zudem werde bereits darüber verhandelt, inwieweit eine Senkung des Pflegeschlüssels möglich ist, um mehr Personal möglich zu machen. Dieser Schlüssel beläuft sich derzeit auf 1:2,5. „Die Erfahrung zeigt, dass es hier oft Interpretationsunterschiede gibt. Seitens des Landes benennt der Pflegeschlüssel die Mindestanforderungen, seitens der Heimbetreiber wird dieser oft als Obergrenze umgesetzt – da gilt es nachzubessern“, so Prettner, die betonte, dass es unter Kärntens Heimbetreibern sehr wohl auch Positivbeispiele mit Vorbildwirkung gibt.

Die von der Gewerkschaft eingerichtete Hotline habe in erster Linie Verfehlungen und Missstände betreffend die Einhaltung des Arbeitsrechts sichtbar gemacht, wie die Expertinnen und Experten zusammenfassten. Um hier eine Verbesserung erzielen zu können werden künftig noch verstärkte Schwerpunktkontrollen seitens des Landes, der Gewerkschaft und des Arbeitsinspektorats durchgeführt werden.

„Zusätzlich werden wir gemeinsam mit dem Land Kärnten und der Gewerkschaft Informationsveranstaltungen in allen Bezirken durchführen, bei denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vor allem die Schlüsselkräfte, wie Heimleiterinnen und Heimleiter sowie Pflegedienstleiterinnen und Pflegedienstleiter, über bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen und Rechte und Pflichten betreffend das Arbeitsrecht informiert werden“, kündigte Goach an.

„Zusätzlich wird eine Art Handbuch erarbeitet, das den Schüsselkräften in den Pflegeheimen und bei den Mobilen Diensten bei Rechtsunsicherheiten Klarheit verschaffen soll. Auch unsere Betriebsrätinnen und Betriebsräte werden verstärkt zum Einsatz kommen, wenn es um das Aufdecken und Bearbeiten von arbeitsrechtlichen Missständen kommt“, kündigte Brandhuber an, die in der raschen Reaktion des Landes auf die aufgedeckten Problemstellungen und dem gemeinsamen Schulterschluss einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung sieht.

Neben Beratung und Information für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein gemeinsames Case-Management eingerichtet, das die lösungsorientierte und rasche Bearbeitung von Beschwerden seitens der Betroffenen ermöglichen soll.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Brunner